München - Unbeeindruckt von den Machtkämpfen zwischen Investor und Präsident setzt 1860 München in der 2. Liga zur Aufholjagd an. Torjäger Lauth verkörpert beim 2:0 gegen Cottbus den Aufstiegs-Ehrgeiz.

© M.I.S.
Benny Lauth erzielte gegen Cottbus seine Saisontore sieben und acht.
Es ist für den Münchner Chaosclub, der in der Winterpause einmal mehr von Machtkämpfen zwischen dem jordanischen Investor Hasan Ismaik und Vereinspräsident Dieter Schneider erschüttert wurde, ein echtes Knackpunkt-Spiel. Gelingt es den „Löwen“, die kleine Erfolgsserie am Freitagabend in Aue fortzusetzen, sind sie wieder ganz dick drin im Geschäft um die ersten drei Tabellenplätze.
„Wir brauchen jetzt keine Luftsprünge zu machen. Es sind immer noch sieben Punkte“, bemerkte der bärenstarke Mittelfeldspieler Daniel Bierofka am Vorabend seines 33. Geburtstags. Verräterisch war jedoch ein Nachsatz: „Wenn wir so weitermachen, ergibt sich vielleicht noch was.“ Zumal die nächsten Heimgegner Düsseldorf, St. Pauli und Fürth heißen, drei Clubs aus den Top Fünf der Tabelle.
Rudi Bommer, der bei seinem missglückten Einstand als neuer Cottbus-Coach die 100. Niederlage der Lausitzer in der 2. Liga hinnehmen musste, traut seinem ehemaligen Club schon noch was zu. „Die Offensiv-Qualität von 1860 ist schon gut“, sagte Bommer mit Blick auf Lauth & Co, die noch höher hätten gewinnen müssen. Zumindest eine gute Nachricht gab es für die Verlierer: Christian Müller konnte nach seiner Verletzung (Trauma der Halswirbelsäule) bereits in der Nacht wieder aus der Klinik entlassen werden.
Bemerkenswert ist, wie erfolgreich 1860-Trainer Maurer, der seinen Vertrag einen Tag vor dem Spiel bis 2013 verlängert hatte, und seine Spieler trotz der ständigen Querelen zwischen Verein und Investor ihren Job erledigen. „Die Unruhe sind wir gewohnt, das ist Alltag“, meinte Bierofka. „Das hat uns nicht belastet“, behauptete Torjäger Lauth, der die Macher dennoch zum Friedensschluss aufrief: „Es sollte nicht so schwer sein, sich zusammenzuraufen.“
Schneider, der am 7. Februar 2011 das Präsidentenamt übernommen hatte, ist bereit zum Sprung: „Wenn die Spitzenteams uns den Gefallen tun sollten, noch ein-, zweimal zu patzen, dann werden wir angreifen.“
dpa



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