017.05.09|TSV 1860|106 Kommentare
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Was für eine Zitterei und Dramatik. Da wähnten sich die Löwen gegen Aachen mit einem 1:0 schon gerettet, als Benny Auer in der 83. Minute der Ausgleich für die Alemannia gelang. 1:1 – das reichte noch nicht zum vorzeitigen Klassenerhalt.

© dpa
Der Ball zappelt im Netz: Bennys Lauth hat soeben das 1:0 für die Löwen erzielt.
Aber zwei Minuten später die freudige Nachricht aus 700 Kilometer Entfernung. Ein Mann namens Kevin Großkreutz hatte in Osnabrück das 2:2 für Ahlen erzielt. Jetzt reichte es wieder. Jedenfalls zu 99,99 Prozent. Die Löwen haben nämlich drei Punkte Vorsprung auf den Drittletzten Osnabrück und das um 15 Treffer bessere Torverhältnis. Wenn das am letzten Spielag der VfL noch aufholen sollte, wäre das Ganze ein Fall fürs DFB-Sportgericht…
Auch für Ewald Lienen gibts kein Bangen mehr. „Nach menschlichem Ermessen haben wir’s geschafft“, sagte er, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff von Sportdirektor Miki Stevic über das Ergebnis von Osnabrück informiert worden war. Mit dem Punktgewinn hat sich Ewald Lienen also in seinem ersten Spiel als Löwen-Trainer auch gleichzeitig seinen Arbeitsplatz für die nächste Saison gesichert.
Denn eins war klar: Nur in der 2. Liga würde der 55-Jährige weitermachen. Dass auf Lienen viel Arbeit wartet, war allerdings auch am Sonntag wieder mal zu erkennen. Wie immer in den letzten Wochen ging auch diesmal bei den Sechzigern nicht viel zusammen. Noch dazu waren Schick (Magen-Darmerkrankung) und Aigner (Bänderriss) ausgefallen. Aber zum Glück hatte man ja noch einen Benny Lauth. Der war in der 33. Minute zur Stelle gewesen und hatte das 1:0 erzielt.
Ein Treffer von dem die Löwen lange zehrten, auch wenn sie dabei einiges an Glück benötigten. Torben Hoffmann köpfte in der 38. Minute an den eigenen Pfosten, kurz darauf rettete Rukavina auf der Linie. Und in der 52. Minute scheiterte der Aachener Junglas am Aluminium. Immer heftiger musste Lienen erfahren, wie nervenzerfetzend der Job eines Löwen-Trainers ist. Er hüpfte an der Seitenlinie aufgeregt herum, biss in seinen Block mit den Zetteln und und regte sich in der Schlussphase immer mehr über Schiedsrichter Kempter auf.
„Am Schluss hätte ich fast einen halben Herzinfarkt erlitten“, sagte Lienen, „insgesamt war es ein ganz hartes Stück Arbeit.“ Und er lobte seine Mannschaft: „Alle haben die richtige Einstellung mitgebracht und bis zur Erschöpfung alles gegeben. Wobei wir in der ersten Halbzeit geordneter gespielt haben.“ Was er sich nach der Pause ansehen musste, war weniger sein Ding: „Das gerieten wir immer mehr unter Druck. Und die paar Konter, die wir hatten, die haben wir nicht gut gespielt.“ Auch Miki Stevic litt am Ende unten auf der Bank fürchterliche Qualen. „Ich bin fix und ferig“, gab er zu und blickte dann auf die nächste Saison: „Aber jetzt kommt unsere Zeit.“ Na denn…
Claudius Mayer
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