520.11.09|TSV 1860|109 Kommentare
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Bielefeld - Der TSV 1860 erkämpft sich zu zehnt einen Überraschungsdreier beim Tabellenführer Arminia Bielefeld. Trainer Ewald Lienen hat den Matchwinner eingewechselt.

© dpa
Stefan Aigner (l.) flog mit Gelb-Rot vom Platz
Die Löwen sind doch noch für eine Überraschung gut. Und war für eine! Mit1:0 gewannen sie beim Tabellenführer in Bielefeld und verschafften sich im Abstiegskampf so richtig Luft. Mann des Abends war Einwechselspieler Pappas, der in der 82. Minute den Treffer für den TSV 1860 erzielt hatte und nach seinem Treffer von den Kollegen fast erdrückt worden wäre vor Freude. Ewald Lienen, der Pappas im Sommer aus Griechenland mitgebracht hatte, grinste schlmisch: „So ein Tor hätte ich mir schon mal früher von ihm erwartet.“ Und dann fügte er hinzu: „Ich hoffe, dass das heute für uns der Wendepunkt war.“
Es wäre eine verdiente Führung gewesen, denn die Löwen hatten in den ersten 45 Minuten die Bielefelder so richtig gut im Griff. Dass sie da den Tabellenführer als Gegner hatten, war in keiner Phase zu erkennen. Die Arminia trat so schlecht auf, wie sich das die Bielefelder Fans möglicherweise vom TSV 1860 erwartet hatten. Trainer Thomas Gerstner schimpfte draußen an der Außenlinie von Minute zu Minute mehr über das planlose Gebolze seiner Mannschaft.
Die Löwen-Abwehr agierte souverän und ließ nur eine einzige brenzlige Situation zu. Zwei Minuten vor der Pause, als Verteidiger Lamey frei zum Kopfball kam. Aber Gabor Királyenkte den Ball mit einer Klasseparade über die Latte. Nach der Pause erhöhte Bielefeld den Druck, ohne allerdings groß gefährlich zu werden. Die Löwen setzten immer wieder Nadelstiche, wie der ganz starke Jose Holebas, der in der 69. Minute ein Klasse-Solo hinlegte, ehe ihm dann doch Torhüter Eilhoff im Weg stand.
Eine Minute später der Schock für die Löwen. Stefan Aigner sah gelb-rot, bereits sein zweiter Platzverweis in dieser Saison. Ewald Lienen war draußen an der Linie kaum noch zu halten, reagierte fuchsteufelswild auf diese Entscheidung. Der Löwen-Coach: „Dafür habe ich kein Verständnis. Aigner macht im gesamten Spiel zwei Fouls und fliegt dafür vom Platz. Die erste Gelbe war ohnehin eine glatte Fehlentscheidung.“ Aber auch zu zehnt waren die Sechziger an diesem Abend nicht zu knacken. Im Gegenteil: In der 82. Minute gab’s eine einzige blaue Jubelorgie. Benny Lauth hatte den gerade erst eingewechselten Pappas auf die Reise geschickt, der Grieche umkurvte elegant Torhüter Eilhoff und schoss zum 1:0 ein.
Nach acht Spielen ohne Gegentor hatten die Bielefelder erstmals wieder einen Treffer kassiert. Und die Löwen nach zwölf Spielen ohne Sieg in der Fremde endlich wieder mal auswärts einen Dreier geholt. Lienen: „Wir haben Bielefeld davon abgehalten, gut Fußball zu spielen.“ Der Schlüssel zum Erfolg. Und Benny Lauth sagte: „Es war einfach mal an der Zeit, dass wir so einen Sieg landen. Man hat gesehen, was wir als Mannschaft leisten können.“ Auch Sportdirektor Stevic war restlos glücklich: „Diesmal wurde unser Engagement belohnt. Auch zu zehnt.“
ds/cm
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