Hasan Ismaik im tz-Interview: Angriff auf Dieter Schneider

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    • 02.01.13
    • TSV 1860
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"Alter Mann", "Ist nicht ehrlich"

Ismaik attackiert Schneider! Das ganze tz-Interview 

München - Im Interview mit der tz schießt Löwen-Investor Hasan Ismaik mit voller Wucht gegen den Verein, allen voran gegen Präsident Dieter Schneider. Die Vorwürfe wiegen schwer.

© sampics

Hasan Ismaik (r.) ist stinksauer auf Löwen-Präsident Dienter Schneider

Herr Ismaik, welche Probleme haben Sie mit 1860?

Hasan Ismaik: "Das Problem ist, dass meine Partner versuchen, die Fans für sich zu gewinnen, indem sie falsche Bedenken äußern und ein falsches Verlangen zeigen, Vereinsinteressen schützen zu wollen. Dabei machen sie starke Sprüche. Sie schaffen falsche Szenarien, die bei keinem Treffen diskutiert worden sind. Die Wahrheit ist, dass sie sich nicht wirklich um den Klub kümmern, sondern um ihre Ämter und ihr Ansehen in den Medien. Sie haben den Klub durch schlechtes Management und noch schlechtere Entscheidungen ruiniert. Welche Partei hat nun an die Mannschaft und die Fans geglaubt und verdient deren Vertrauen? Nach dem großartigen Empfang, den ich in München  erfahren habe, fühlte ich mich verantwortlich, die Fans glücklich zu machen.

Der Verein war am Rande der Insolvenz, und ich hätte einfach wieder gehen können, aber das habe ich nicht. Ich habe mich entschieden zu bleiben, weil ich an den Verein zutiefst geglaubt habe und immer noch glaube und die Mannschaft und die Fans unterstützen will. Ich habe die ganzen Schulden des Klubs bezahlt und habe mehr als zehn Millionen Euro als Darlehen gegeben, als ich wusste, dass ich bei einem Scheitern der Mannschaft alles verlieren würde. Ich bin derjenige, der am meisten mit dem Verein sympatisiert und sich am meisten um ihn kümmert, weil mein Geld auf dem Spiel steht.

Ich verfolge die finanziellen Belange des Vereins. Ansonsten wäre der Verein innerhalb eines Jahres kollabiert. Das Vereinsmanagement treibt politische Spielchen und käut die gleiche Geschichte über den Geist und die Tradition und die Schuldenfreiheit des Klubs wieder. Die kritische Frage ist: Wie kann der Verein Geld erwirtschaften, ohne in der 1. Bundesliga zu spielen? Sie wollen die Sachen belassen, wie sie sind. Warum sollte ein alter Mann wie Schneider am Präsidentenposten festhalten? Die einzige Erklärung ist, dass seine persönlichen Interessen und sein Öffentlichkeitsdrang ihn dort halten. Ich appelliere an jeden, der mein Handeln mit dem 1860-Team kritisiert, zu kommen mit mir über seine beabsichtigten Pläne, den Klub erfolgreich zu machen, zu diskutieren."

Mit welchen Erwartungen gehen Sie am 7. Januar in die Gespräche mit Schneider?

Ismaik: Ich respektiere Schneiders Alter, aber er ist nicht ehrlich im Umgang mit mir, mit den Fans und auch nicht zu sich selbst. Er gibt ständig inhaltlich falsche Statements ab und wenn man ihn damit konfrontiert, streitet er alles ab und meint, das habe er so nicht gesagt.

Was wäre die beste Lösung in Ihren Augen?

Ismaik: Die Vereinsmitglieder sollten ihre Wahlentscheidungen mit dem Ziel prüfen, manche Klubverantwortlichen durch Personen zu ersetzen, die die 1860-Anliegen über ihre persönlichen Interessen stellen. Der Klub braucht frisches Blut und ich werde der Öffentlichkeit in München für Fragen diesbezüglich zur Verfügung stehen.

Warum wollen Sie den Dreijahresplan abändern?

Ismaik: Ich habe den Plan im ersten Jahr unterstützt, aber er ist komplett gescheitert, wofür die Leistungen der Mannschaft und die Tabellensituation nur ein Beispiel sind. Es wurden sechs neue Spieler verpflichtet und die Leistungen der Mannschaft haben sich verschlechtert. Wäre es vernünftig, diesen gescheiterten Plan weiter aufrecht zu erhalten und alte Spieler zu verpflichten, die wir nicht wirklich brauchen?

Und darum haben Sie auch die zweite Darlehensrate noch nicht unterschrieben?

Ismaik: Ja, ganz einfach, weil ich keine gescheiterten Pläne unterstütze. Und dieser Plan hat sich schon im ersten Jahr als Fehler erwiesen.

Was sagen Sie zu den Gerüchten, Ihr einziges Ziel sei es, Ihre Anteile an 1860 schnellstmöglich zu veräußern?

Ismaik: Lassen Sie mich sehr klar werden in diesem Punkt. Wenn mein Partner keinen Respekt zeigt und keine Konsultationen mit mir haben will, dann werde ich nicht länger bleiben. Sie holen dann vielleicht einen anderen Partner aus München, der sich bei Schwierigkeiten öffentlich zur Rede stellen lässt. Falls sie mir nicht die Chance geben, in die Bundesliga aufzusteigen und später in die Europa League oder Champions League zu kommen, dann hat dieses Investment keinen Wert für mich.

Glauben Sie weiterhin, dass Sven-Göran Eriksson der geeignete Trainer wäre, um aufzusteigen?

Ismaik: Eriksson ist ein international anerkannter Coach mit großer Erfahrung. 1860 sollte aus dem dunklen Kanal auf den richtigen Weg kommen, von einem lokalen Klub zu einem Bundesligisten werden und später zu einem internationalen Klub. Eriksson ist ein Freund von mir. Er war bei seinen Besuchen sehr angetan von München und von 1860, seine Motive sind nicht materiell. Er will eine Erfolgsstory begründen und das Potenzial bei 1860 für einen Aufstieg nutzen. Sein Enthusiasmus ist das, was ich am meisten an ihm schätze.

Warum glauben Sie, dass Robert Schäfer der falsche Mann als Geschäftsführer ist?

Ismaik: Das habe ich niemals behauptet oder mit Schneider besprochen. Als ich von der Geschichte erfahren habe, habe ich ihn sofort angerufen und um ein öffentliches Dementi gebeten. Wie üblich hat er die ganze Story in Abrede gestellt, aber statt eines Dementi meinen Bürochef in München angerufen und ihn gefragt, wie man jetzt vorgehen solle. Ob es nicht besser wäre, das Thema zu verschweigen. Ich habe dann direkt mit Robert geredet und ihm erklärt, dass die Geschichte komplett falsch ist. Wenn ich der Meinung wäre, dass Robert der falsche Mann wäre, dann würde ich ihm das direkt sagen. Aber ich gebe ihm meinen Rückhalt, weil er hart daran arbeitet, das System zu verändern, das den Klub ausbremst.

Warum waren Sie so lange nicht mehr in München?

Ismaik: Ich habe einen Businessplan unterschrieben und gedacht, dass sich die Dinge positiv entwickeln. Das war der Grund. Als ich gemerkt habe, dass der Plan nicht aufgeht, war mir klar, dass ich kommen muss. Ich will die Mannschaft nicht Spiel um Spiel verlieren sehen. Ich bin komplett enttäuscht von meinen Partnern, dass sportlich nichts vorangeht.

Was ist Ihre Botschaft an die Fans?

Ismaik: Die Leute, denen ihr vertraut habt, haben einen Mangel an Verantwortungsbewusstsein. Ich mache keine taktischen Spielereien, mir tut die Entwicklung am meisten weh, schließlich ist es mein Geld, mit dem hier gearbeitet wird. Ich wünsche mir, dass die Fans an mich und meine Pläne glauben und mich unterstützen. Wir haben dieselben Ziele, Sechzig wieder hoch zu bringen und zu einem europaweit anerkannten Klub zu machen.

Wer wird Nachfolger von Hamada Iraki im Geschäftsführungsbeirat?

Ismaik: Ich hoffe, dass Hamada seinen Rücktritt nochmal überdenkt. Er hat große Verdienste um 1860 und wäre ein Gewinn für den Klub. Falls er nicht will, bin ich ihm trotzdem dankbar für alles. Die Geschichte wird seine Arbeit nicht vergessen.

Interview: lk

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PlatzMannschaftToreDiffPunkte
1Hertha BSC Berlin65:283776
2Eintr. Braunschweig52:341867
31. FC Kaiserslautern55:332258
4FSV Frankfurt55:451054
51. FC Köln43:331054
6TSV 1860 München39:31849
71. FC Union Berlin50:49149
8FC Energie Cottbus41:36548
9VfR Aalen40:39146
10FC St. Pauli44:47-343
11MSV Duisburg37:49-1243
12SC Paderborn 0745:45042
13FC Ingolstadt 0436:43-742
14VfL Bochum 184840:52-1238
15FC Erzgebirge Aue39:46-737
16SG Dynamo Dresden35:49-1437
17SV Sandhausen38:66-2826
18SSV Jahn Regensburg36:65-2919

für den 34. Spieltag

HeimGastSpiel
FC Ingolstadt 041. FC Köln0:3
1. FC KaiserslauternFC St. Pauli1:2
MSV DuisburgSC Paderborn 073:2
VfL Bochum 18481. FC Union Berlin1:2
Eintr. BraunschweigFSV Frankfurt2:2
Hertha BSC BerlinFC Energie Cottbus1:1
SV SandhausenFC Erzgebirge Aue0:1
TSV 1860 MünchenVfR Aalen3:0
SG Dynamo DresdenSSV Jahn Regensburg3:1

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