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Wären Sie dann so weit, Herr Reus?

Düsseldorf - Viermal verletzte sich Marco Reus, bevor er die DFB-Einladung wahrnehmen konnte. Nun ist der 22-Jährige dabei. Die tz fragt im Interview nach, ob der Gladbach-Youngster nun bereit ist.

© Getty

Marco Reus steht vor seinem zweiten Spiel für die A-Nationalelf

Immer wieder wurde er zurückgeworfen. Viermal verletzte sich Marco Reus, bevor er die DFB-Einladung wahrnehmen konnte. Nun ist der 22-Jährige dabei, durfte in der Türkei für ein paar Sekunden mitwirken. Gegen Belgien sollen es ein paar mehr werden. Die tz sprach vorher mit ihm.

Teenager in der DFB-Elf: Die jüngsten Debütanten

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vor

Herr Reus, sind Sie bereit für Ihr erstes „richtiges“ Länderspiel?

Reus: Absolut. Ich werde versuchen, mich im Training anzubieten, und bin gespannt, wie der Trainer entscheidet.

Was ist Ihnen bei der Einwechslung in der Türkei durch den Kopf gegangen?

Reus: Ich bin froh, dass ich jetzt mein erstes Länderspiel gemacht habe – ich musste ja auch lange drauf warten. Jetzt habe ich es geschafft!

Viel Zeit blieb ja auch nicht. Waren Sie auch enttäuscht, dass Sie so spät reinkamen?

Reus: Enttäuscht auf jeden Fall nicht! Da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Es gibt schließlich nicht viele, die in der A-Nationalmannschaft spielen dürfen. Deswegen hat es mich einfach gefreut.

Sie haben vor nicht allzu langer Zeit noch Relegationsspiele bestreiten müssen, nun sind Sie hier mit den Besten. Was ist das für ein Gefühl?

Reus: Von der Qualität her ist es das Höchste hier! Aber ich denke, dass man sich nur verbessert, indem man sich mit den Besten misst!

Welche Aufgaben haben Sie hier im Vergleich zum Verein? In Gladbach sind Sie ein Star.

Reus: So würde ich mich nicht bezeichnen. Ohne meine Jungs in Gladbach hätte ich das alles nicht schaffen können. Und hier sieht man dann Spieler mit unglaublich viel Erfahrung.

Zu wem schauen Sie eigentlich auf? Ist Lukas Podolski, auch von der Position her ein Vorbild mit seinen 93 Länderspielen?

Reus: Ja klar, ob das jetzt Lukas ist oder auch Basti – sie sind noch relativ jung, kommen gerade ins beste Fußballeralter und haben schon über 90 Länderspiele. Das ist sensationell, was sie geleistet haben. Und es ist Ansporn, auch mal dorthin zu kommen.

Wie erleben Sie den Konkurrenzkampf im Team?

Reus: Ich finde das super, nur so kommt man an sein Maximum. Schließlich haben wir große Ziele: Wir wollen die Europameisterschaft gewinnen.

Härtet der Abstiegskampf ab? Lernt man daraus?

Reus: Wir haben die ganze Rückrunde gekämpft, jedes Spiel war ein Endspiel. Am Ende haben wir es richtig gut gemacht. Dann noch die Relegationsspiele, da war der Druck extrem. Das habe ich bis dahin nie erlebt. Aber es gibt auch nichts Schöneres, als in so einem Spiel das Tor zu machen.

Es wurde spekuliert, dass Sie den Verein verlassen. Haben Sie über einen Wechsel nachgedacht, auch um Ihre Chancen im Nationalteam zu verbessern?

Reus: Ich bin doch jetzt auch hier!

Das spielte nie eine Rolle?

Reus: Nein. Ich hatte schon zur Winterpause gesagt, dass ich auf jeden Fall in Gladbach bleiben will. Ich wollte den Klassenerhalt schaffen.

Christian Nerlinger soll Sie besonders gelobt haben. Ist das bis nach Gladbach vorgedrungen?

Reus: Ja, davon habe ich gehört.

Ehrt Sie so etwas? Sagen Sie: In ein paar Jahren bin ich bereit für Bayern?

Reus: Natürlich ehrt mich das! Bayern München ist der beste Klub in Deutschland, sie sind zigmal Deutscher Meister geworden, kommen in der Champions League immer weit. Aber ich habe in Gladbach einen Vertrag bis 2015 – das ist mein Verein.

Was sind denn langfristig Ihre Ziele, wenn Sie die Champions League schon ansprechen?

Reus: Ich denke, jeder Spieler strebt immer nach dem Höchsten. Europameister, Weltmeister – Titel gewinnen in der Champions League, dafür spielt man ja Fußball.

Interview: Michael Knippenkötter

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