023.08.09|Sport|16 Kommentare
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Berlin - Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Linke), hat scharfe Kritik an Äußerungen des ZDF-Moderators Wolf-Dieter Poschmann bei der Leichtathletik-WM in Berlin geübt.

© dpa
Fand Poschmanns Äußerung gar nicht lustig: Petra Pau (Linke).
Poschmann hatte am Samstag während der Übertragung des Hammerwurf-Finales der Damen mit der Berlinerin Betty Heidler unter anderem gesagt: “Wenn man in Marzahn aufgewachsen ist und das unbeschadet überlebt hat, ist man zu allem fähig.“
Petra Pau sagte am Sonntag der dpa zu den umstrittenen Äußerungen über den im Ostteil Berlins gelegenen Bezirk Marzahn-Hellersdorf: “Was wir nicht brauchen, ist arrogantes Herabsehen aus dem Westen.“ Wichtig sei dagegen, dass Marzahn “sehr viele talentierte Künstler, Sportler und Paralympics-Sieger hervorgebracht hat“.
Die Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Barbara Pohle (Linke), sprach am Nachmittag eine Einladung an Poschmann in ihren Bezirk aus. Die Kommunalpolitikerin sagte: “Ich bedauere es außerordentlich, dass Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen, die selbst vermutlich noch nie in ihrem Leben einen Fuß in den Bezirk Marzahn-Hellersdorf gesetzt haben, sich in dieser Art und Weise diskreditierend über die Bewohner hier äußern.“ Dies sei auch “gegenüber der Sportlerin Heidler unglaublich, die in Marzahn ihre sportlichen Anfänge erlebt hat“.
ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sagte zu den Vorwürfen: “Die Formulierung sollte in keinster Weise den Bewohnern von Marzahn zu nahe treten.“ Im Gespräch zwischen den Moderatoren Poschmann und Peter Leissl sei sie “eine humoristische Randnotiz“ gewesen. Gruschwitz sagte weiter: “Wir bedauern, wenn es sich als solche nicht erschlossen hat.“
Die Linke-Politikerin Petra Pau ist direkt gewählte Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf. Sie betonte zu den Äußerungen im ZDF: “Ich lebe wie sehr viele Menschen in Marzahn dort gern und gut.“
dpa
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