Thema Doping: WADA geht auf DFB los

„Das Prozedere bei den Kontrollen ist nicht normal“/Vizepräsident Koch widerspricht

Thema Doping: WADA geht auf DFB los

001.03.09|Fußball|
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Frankfurt/Main - Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat sich in die Diskussion um die Durchführung von Dopingkontrollen in der Bundesliga eingeschaltet und den DFB kritisiert.

„Dieses Prozedere ist nicht normal“, kommentierte WADA-Generalsekretär David Howman in der ARD-Sportschau die Tatsache, dass anders als in vielen anderen Sportarten bei den Dopingkontrollen nach den Spielen keine unabhängigen Kontroll-Begleiter (Chaperons) eingesetzt werden, sondern die Anti-Doping-Beauftragten der Vereine diese Aufgabe übernehmen.

„Ich würde mich gerne einmal mit der Bundesliga darüber unterhalten und den Verantwortlichen sagen, dass sie besser mit einer unabhängigen Organisation wie der NADA zusammenarbeiten sollten“, sagte Howman, nachdem die beiden Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker beim Punktspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Februar zehn Minuten zu spät zur Doping-kontrolle gekommen waren.

Koks & Co. - die gefallenen Helden des Fußballs

Der WADA-Generalsekretär empfahl eine Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) bei den Wettkampf- und nicht nur wie bislang bei den Trainingskontrollen.

Der DFB sieht offenbar keine unbedingte Notwendigkeit für den Einsatz der Chaperons, die die Sportler über die abzugebende Probe informieren, sie bis in den Doping-Kontrollraum begleiten und garantieren sollen, dass keine Manipulationen vorgenommen werden. „Diesen Chaperon, der in anderen Sportarten vielleicht vonnöten ist, den brauchen wir bei den Spielen tatsächlich eigentlich nicht, denn die Distanz von der Spielfeldbegrenzung bis zum Kontrollraum beträgt 30, 40 Meter in aller Regel. Das kann der Dopingkontrollarzt bestens mit überblicken“, meinte der Vorsitzende der DFB-Anti-Doping-Kommission und DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Nach Informationen der ARD sollen NADA und der DFB im Januar Gespräche über eine mögliche Übernahme der Wettkampfkontrollen geführt haben. Der DFB soll dies allerdings zu diesem Zeitpunkt abgelehnt haben. „Wenn es noch etwas zu verbessern gibt, dann wird es verbessert“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Nackte Tatsachen im Fußballstadion

Quelle: tz

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