402.03.10|TSV 1860|45 Kommentare
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München - Schluss mit Gerede bei 1860, fordert Trainer Ewald Lienen. Für einen Plausch mit Diego Maradona nahm er sich am Dienstag dennoch Zeit. Danach stellte Lienen fest: "Der ist er ja selbst noch ein Lehrling."

© sampics
Ewald Lienen kündigt eine härtere Gangart an
Weil es auch „viel zu kalt für Autogramme“ sei, wollte Diego gleich nach der Ankunft zunächst die rund 20 Kinder abwimmeln, die vom Nebenplatz auf ihn zugestürmt waren und aufgeregt nach seiner Unterschrift verlangten. Dann aber erbarmte sich Maradona doch, ging vom Platz durch die Eisentür nach draußen und die „Hand Gottes“ begann zu schreiben. Zum Dank gab’s ein bewunderndes Gekreische.
Nach gut einer Stunde kehrten auch die Löwen von ihrem Waldlauf zurück und warfen einen kurzen Blick auf den in sich versunkenen Diego. „Ist schon schön, so einen wie Maradona mal hautnah hier zu erleben“, sagte Sascha Rösler, bei Ersatz-Torhüter Philipp Tschauner dagegen hielt sich die Ehrfurcht in Grenzen. Auf die Frage, ob er nicht mal gern beim Torwart-Training der „Gauchos“ mitmachen würde, antwortete er in Richtung der argentinischen Keeper: „Was die können, kann ich schon lange.“
Ewald Lienen schaute nicht nur, er ging zu Maradona und plauschte kurz auf spanisch mit ihm. Unter anderem darüber, dass er mit Emanuel Biancucchi ebenfalls einen Argentinier im Kader habe, der obendrein noch der Cousin des großen Lionel Messi sei. Als Antwort kam ein Lächeln sowie ein höfliches „Ahhhhh.“
Als Mardona außer Hörweite war – aber er hätte ja ohnehin nichts verstanden – sagte Lienen auf die Frage, ob er beim argentinischen Trainer nicht gern mal ein Praktikum machen wolle: „So viel Zeit habe ich nicht, außerdem ist er ja selbst noch ein Lehrling…“
Womit auch nahtlos der Übergang zu seiner Mannschaft gelungen war, die sich am Freitag beim 1:3 in Paderborn wie eine wilde Horde fußballerisch noch Auszubildender präsentiert hatte.
Hat der Löwen-Coach die peinlichen 90 Minuten noch einmal in einem Gespräch thematisiert? Eine Frage, die beim Löwen-Coach grimmige Gesichtszüge hervorrief. „Hier wird nur noch gehandelt“, fauchte Lienen, „und nicht mehr gequatscht und gelabert. Diese Zeiten sind vorbei. Wir haben genug Spieler, die bestimmt mitbekommen haben, wie schlecht sie waren. Aber auch genug, die begreifen, um was es bei uns geht.“ Hört sich ganz danach an, als sollte am Sonntag gegen St. Pauli eine ziemlich veränderte Elf auflaufen…
Claudius Mayer
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