009.02.10|TSV 1860|56 Kommentare
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München - Eine hohe Geldstrafe ist dem TSV 1860 jetzt schon sicher, aber die Zuschauerausschreitungen am Montagabend beim 0:1 gegen Ahlen könnten auch noch viel schlimmere Folgen für die Löwen haben.

© sampics
Möglicherweise müssen die Löwen bald ein Spiel vor den leeren Rängen der Allianz Arena austragen (Symbolfoto)
Ein sogenanntes „Geisterspiel“ vor leeren Rängen oder eine Platzsperre. Am Montag hat der DFB-Kontrollausschuss seine Ermittlungen aufgenommen.
Die Vergehen im einzelnen:
- Nach dem Schlusspfiff waren zwei Fans aufs Spielfeld gelaufen, von denen einer Schiedsrichter Markus Wingenbach einen kräftigen Bauchschubser verpasste.
- Während der zweiten Halbzeit wurde Ahlens Torhüter Sascha Kirschstein von einem Feuerzeug am Kopf getroffen.
- Die unglückliche Durchsage von Stadionsprecher Stefan Schneider, dass sich die Zuschauer „nicht von Ahlens Torhüter provozieren lassen“ sollen.
Der TSV 1860 bedauerte in einer Presseerklärung die Vergehen der Fans und kündigte an, die Zahl der Sicherheitskräfte künftig zu erhöhen.
Der Werfer des Feuerzeugs wurde noch nicht ermittelt. Fortuna Düsseldorf erhielt vor kurzem eine Strafe von 35 000 Euro, nachdem im Spiel gegen Union Berlin ein Gästespieler ebenfalls von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden war. Außerdem hatten Fortuna-Fans zuvor beim Spiel in Paderborn Rauchbomben gezündet.
Auf die Löwen kommt also einiges zu. Zumal der Verein in der Vergangenheit schon für Randale bei den Spielen seiner Regionalligamannschaft bestraft wurde, unter anderem mit einem Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch bei Partien der ersten Mannschaft gab es schon böse Ausschreitungen. So wurde 1982 nach dem Heimspiel gegen Schweinfurt Schiedsrichter Probst auf dem Platz von Fans und Ordnern (!) gejagt und geschlagen. Die Konsequenz: Die beiden folgenden Heimspiele musste der TSV 1860 in Erding beziehungsweise Lohhof austragen.
Aus der jüngeren Vergangenheit ist der Fall des deutschen Schiris Fandel in Erinnerung. Beim Länderspiel Dänemark gegen Schweden wurde er von einem dänischen Fan geschlagen. Die Partie wurde beim Stand von 3:3 abgebrochen und mit 3:0 für Schweden gewertet.
Claudius Mayer
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