511.03.10|TSV 1860|74 Kommentare
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München - Florin Lovin hat sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss das Training beim TSV 1860 wieder aufgenommen. An Fußballspielen ist aber noch nicht zu denken.

© Sampics
Der Schock am 12. 9. 2009: Schreiend vor Schmerz und Entsetzen wird Florin Lovin von 1860-Teamarzt Dr. Willi Widenmayer vom Feld geführt. Diagnose: Kreuzbandriss!
Florin Lovin ist gut drauf. Vor drei Minuten hat der schlacksige Hoffnungsträger des TSV 1860 sein erstes Mannschaftstraining nach sechs Monaten beendet, jetzt sitzt er auf der Mauer vor dem Kabineneingang und gibt den Journalisten freundlich auf Englisch Auskunft.
„Das Knie sieht super aus“, sagt der Rumäne mit der hohen Stimme: „Du siehst nichts, keine Narbe. Absolut nichts! Glaubt ihr nicht?“ Ehe sich die Reporter versehen, hat Lovin sein linkes Trainingshosenbein hochgekrempelt. Und tatsächlich: Wüsste man nichts von seinem Kreuz- und Innenbandriss aus dem Spiel gegen Greuther Fürth am 12. September 2009, man würde nicht draufkommen, dass hier ein Quasi-Totalschaden repariert werden musste. Oberflächlich betrachtet ist also alles in Ordnung beim 14-maligen Champions-League-Spieler für Steaua Bukarest, um den herum 1860-Manager Miki Stevic im vergangenen Sommer seine Aufstiegsmannschaft bauen wollte.
Doch die Realität sieht anders aus. Von Spielfähigkeit kann bei Lovin noch keine Rede sein. Rund einen Monat dürfte es noch dauern, bis der 1,90 m lange und dabei nur 71 kg leichte Sechser wieder voll angreifen kann. „Mitte April“, sagt Lovin, „will ich wieder spielen. Es ist ein Muss für mich, dass ich diese Saison noch zum Einsatz komme. Für meinen Kopf, für mein Selbstvertrauen. Ich muss wisssen, dass es wieder geht, damit ich nächste Saison dann richtig attackieren kann.“ Die nächsten beiden Wochen wird Lovin noch mit gebremstem Schaum trainieren. „Kein Kontakt“, sagt er. „Ich will nichts riskieren.“ Trainingsspiele sind deshalb noch tabu. Lovins Motto: „Für mich gibt’s nur ganz oder gar nicht. Wenn ich jetzt wie eine Pussy in die Zweikämpfe gehe, bringt das nichts. Da ist die Verletzungsgefahr vielleicht sogar größer. Deshalb warten wir noch ab, bis ich voll belastbar bin.“ Besser ist das. Schließlich soll Lovin (Vertrag bis 2012) beim nächsten Aufstiegsversuch der Löwen 2010/11 eine tragende Rolle spielen. Sein Rat für die kommende Saison: „1860 sollte die Mannschaft zusammenhalten und punktuell verstärken. Und dann sollten wir nicht ständig vom Aufstieg reden, sondern von Spiel zu Spiel denken, so wie es uns Augsburg dieses Jahr vorgemacht hat.“
Kein schlechter Tipp. Und die ersten Weichen für eine erfolgreichere Zukunft werden bereits gestellt. Gestern früh unterzeichnete Mittelfeld-Talent Dominik Stahl (21) einen Profivertrag bis 2012. Ob als Lovin-Backup oder künftiger Nebenmann des Rumänen, wird sich zeigen…
Ludwig Krammer
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