München - Da war nach rund einem Jahr zum ersten Mal wieder einer aus dem blauen Lager zu Gast in Blickpunkt Sport, und dann fuhr derjenige nach der Sendung am Montagabend richtig angefressen nach Hause.

© dpa
Löwen-Trainer Reiner Maurer.
Löwen-Kapitän Daniel Bierofka war vom Bayerischen Fernsehen eingeladen worden, dachte eigentlich, er und seine Mannschaft würden nach dem 2:1-Sieg in Augsburg gebührend gefeiert werden – aber dann kam alles ganz anders.
Mit ihm im Studio saßen nämlich zwei Herren des FC Augsburg, Manager Andreas Rettig sowie Trainer Jos Luhukay, und plötzlich drehte sich das ganze Gespräch fast nur noch um eine Szene: Nämlich jene, als Bierofka seinen Gegenspieler Paul Verhaegh bei einem Laufduell mit der Hand im Gesicht traf, wobei sich der Holländer einen Nasenbeinbruch zuzog. Der DFB will sich am Mittwoch zu dem Vorfall äußern. Absicht oder nicht? Tätlichkeit – ja oder nein? Bierofka saß in seinem Stuhl wie ein angeschlagener Boxer in der Ecke und musste Stellung nehmen. „Das war so nicht in Ordnung von Daniel“, sagte Rettig, woraufhin Bierofka gleich mehrmals betonte, dass es „niemals Absicht“ von ihm gewesen sei und ihm „die Verletzung des Gegenspielers leid“ täte.
Für Stevic war die ganze Sendung „lächerlich. Was da mit Bierofka abgelaufen ist, war eine absolute Frechheit. Ich frage mich auch, was Herr Rettig da zu suchen hatte, und wieso gleich zwei Verlierer aus dem Derby eingeladen waren.“ Diesbezüglich konnte Moderator Markus Othmer Aufklärung leisten: „Ich hatte Rettig und Luhukay bereits am Samstag eingeladen, Daniel Bierofka dann nach dem Sieg am Sonntag. Es war also keinesfalls so, dass Herr Rettig wegen der Geschichte mit Verhaegh und Bierofka kurzfristig ins Studio kommen wollte. Allerdings wusste ich, dass er wegen dieser Geschichte sehr angepisst war.“ Und sie deswegen auch lange thematisierte.
Auch für Löwen-Trainer Reiner Maurer war das ein Unding: „Dass sich die Augsburger nach diesem Spiel noch beschweren, in dem uns ein reguläres Tor aberkannt und ein Elfmeter für uns nicht gegeben wurde, ist schon ein starkes Stück. Die Szene zwischen Bierofka und Verhaegh war absolut unglücklich und niemals Absicht.“ Ob der DFB-Kontrollausschuss ebenfalls diese Ansicht teilt? Ein Sprecher des Verbands sagte am Dienstag zur tz: „Wir äußern uns am Mittwoch zu dieser Angelegenheit.“
Claudius Mayer



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