München - Am Mittwoch wird das Urteil im Catering-Prozess verkündet. Für die Löwen geht es um Millionen, doch 1860 und der FC Bayern lassen sich vertreten.

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Siegessicher: Löwen-Boss Manfred Stoffers.
Das WM-Turnier in Südafrika ist Geschichte, die Blicke im Fußball richten sich ab sofort wieder auf den Alltag in den Vereinen. Aus Münchner Sicht bedeutet das konkret: Der FC Bayern hat seine Vorbereitung gestoppt, weil sich eh der halbe Kader von den WM-Strapazen erholt. Die Löwen dagegen sind schon wieder schwer aktiv, sie eilen von Sieg zu Sieg über unterklassige Sparringpartner und versuchen nebenbei noch, ein paar Spieler zu Geld zu machen: Jose Holebas wird wohl dem Lockruf von Ex-Trainer Ewald Lienen folgen und zu Olympiakos Piräus wechseln.
Gehen darf offenbar auch Manuel Schäffler, der Trainer Reiner Maurer mit seinen uninspirierten Auftritten davon überzeugt hat, dass eine „Luftveränderung“ Not tut. Als neuer Klub Schäfflers sind diverse Zweitligisten im Gespräch (Duisburg, Aachen, Ingolstadt). Die Ligakonkurrenz reißt sich dem Vernehmen nach um das Sturmtalent.
Alltag bedeutet aber auch: Die Lokalrivalen fahren wieder die Ellbogen aus. Nach wochenlangem Waffenstillstand steht am Mittwoch der Termin an, der richtungweisend in der Stadionfrage sein kann und die wirtschaftliche Zukunft des TSV 1860 maßgeblich beeinflussen wird. Stichwort: Catering-Prozess. Um 9 Uhr wird im Sitzungssaal 301 des Landgerichts München I das Urteil verkündet. Bekanntlich hatten die Löwen als Arena-Untermieter vor etwa einem halben Jahr beschlossen, die Hälfte der vertraglich verankerten Cateringkosten auf einem neutralen Konto zu parken. Arena-Eigentümer FC Bayern hatte den säumigen Mieter daraufhin verklagt und die Prozesslawine losgetreten.
Wichtig für alle (Schlamm-) Schlachtenbummler und Fans, die sich bereits den Weg zum Justizgebäude am Lenbachplatz ausgedruckt haben: Es wird morgen nicht mehr verhandelt, nur verkündet, und auch auf Protagonisten wie Manfred Stoffers (Geschäftsführer TSV 1860) und Uli Hoeneß (personifizierter FC Bayern) wird man vergeblich warten. Die Vereine werden lediglich Beobachter entsenden, Richterin Waitzinger, die bei der mündlichen Verhandlung am 3. Februar eher der Rechtsauffassung der Löwen gefolgt war, wird das Urteil verlesen und die schriftliche Erklärung mit zeitlichem Abstand per Post zustellen.
Prognosen? Gibt es keine. Es ist zu erwarten, dass die Bayern, die den ersten Termin offensichtlich unterschätzt haben, inzwischen die besten Anwälte der Welt eingeschaltet haben. Die Löwen dagegen verlassen sich weiterhin auf ihre Düsseldorfer Juristen, die beim ersten Treffen leichte Vorteile erstritten haben. Die Anspannung auf beiden Seiten scheint groß, markige Parolen wurden zuletzt nicht vernommen. Ist aber auch kein Wunder. Vor allem für die Löwen hängt zu viel von dem Urteil ab. Nur eines ist gewiss: Eine Annäherung zwischen den Erzrivalen wird der Termin nicht bringen.
Uli Kellner



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