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Warum die Rückkehr ins Grünwalder Stadion klappen könnte

Die Rückkehr ins Grünwalder: Sie klappt, weil...

München - Die Löwen und die Rückkehr ins Grünwalder – kaum einer kennt sich in dieser Thematik besser aus als Manni Schwabl. Er erklärt, warum das Projekt doch klappen könnte. 

Zuletzt spielten nur die 60-Amateure im Grünwalder Stadion

© sampics

Zuletzt spielten nur die 60-Amateure im Grünwalder Stadion

Ist das vielleicht doch eine endliche Geschichte? Beim TSV 1860 beschäftigt sich die ­Projektgruppe Stadionzukunft mit dem ­Grünwalder Stadion. Also genauer gesagt mit der Frage, ob die Profi-Mannschaft der Löwen ­irgendwann einmal aus der Allianz Arena ausziehen und ihre Spiele stattdessen wieder in der alten Heimat austragen könne.

In der nächsten ­Woche sollen die Ergebnisse verkündet werden. Die tz weiß: Das Gremium wird empfehlen, den Standort Grünwalder Straße zu überprüfen. Und dann wird es wieder hitzig werden. Warum, lesen Sie hier:

Die Rückkehr ins Grünwalder Stadion könnte klappen, weil...

Die Löwen und die Rückkehr ins Grünwalder – kaum einer kennt sich in dieser Thematik besser aus als Manni Schwabl. Der Ex-Profi investierte viel Geld in Pläne, Studien und Gutachten, um im Jahr 2000 ein Umbauprojekt vorstellen zu können. Das tz-Interview.

Herr Schwabl, ist jemand vom Verein unlängst in Sachen Grünwalder auf Sie zugekommen?

Schwabl: Es hat vor geraumer Zeit ein Gespräch mit der Projektgruppe gegeben. Meine Meinung war immer, wenn ich einen bestehenden Stadionstandort habe mit der ganzen Infrastruktur, mit Zufahrtsmöglichkeiten – vor allem öffentlichen – dann gibt es nur eine Alternative…

Und die Pläne haben Sie noch…

Schwabl: Ja, klar. Damals wurde eine Bauvoranfrage gemacht, das wurde aber nicht mehr geprüft, weil in der Zeit, als die Pläne fertig gemacht wurden, 1860 mit Bayern entschieden hat, dass sie ein Stadionprojekt machen – ob Umbau des Olympiastadions oder Allianz Arena war damals noch offen. Also kann man, Stand heute, nicht sagen, ob die Pläne genehmigt worden wären. Aber wir haben die Pläne ja nicht aus Jux und Tollerei gemacht.

Was würde ein Umbau kosten?

Schwabl: Das ist schwer zu sagen. Damals waren 100 Millionen Mark veranschlagt für ein Stadion mit 32 000 Leuten. Wenn man sich andere Stadion anschaut, sollte man mit 50 Millionen Euro hinkommen.

Rettet das Sechzger - Der Stadion-Kalender 2009

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Andere Klubs haben für vergleichbäre Beträge neue Stadien gebaut…

Schwabl: Jeder Standort hat Vor- und Nachteile: Beim Grünwalder Stadion kennt jeder die Situation: Ein absolutes Plus ist, dass die Infrastruktur von den öffentlichen Verkehrsmitteln besser ist als in jedem anderen Stadion. Nachteil ist, dass man zu wenige Pkw-Stellplätze hat. Aber 1000, 2000 Parkplätze würde man, mit den Firmen rund ums Grünwalder, hinbekommen.

Arsenal hat an seinem neuen Emirates Stadion für 60 500 Fans keine öffentlichen Parkplätze.

Schwabl: Genau das war immer mein Ansatzpunkt. Warum geht’s woanders und hier nicht? Wenn die Zuschauer mit der U-Bahn kommen, ist das doch für die Anwohner angenehmer, als wenn jeder vors Stadion hinfährt.

Und eine eigene Heimat wäre für die Löwen ja auch eine emotionale Sache.

Schwabl: Auf alle Fälle. Da kannst du deine eigene Vereinskultur und -philosophie wieder leben. Das kannst du in der Allianz Arena nicht.

Was haben diese Umbaupläne- und Studien gekostet?

Schwabl: Ein paar hunderttausend Mark. Wir haben Entleerungsgutachten gemacht, Lärmmessungen, Bodengutachten, und und und…

Was meinen eigentlich die Anwohner?

Schwabl:Wir haben mit vielen gesprochen. Der Tenor damals war: Uns ist ein Fußballstadion mit einem Spiel pro Woche oder alle 14 Tage lieber als ein Gewerbegebiet, weil dann die Belastung rundherum wesentlich größer ist. Und wir wären ja beim Umbau nicht höher heraus, sondern tiefer in den Giesinger Berg hineingegangen – das war auch so ein Thema.

Und wie sähe es mit den finanziellen Möglichkeiten im Grünwalder aus?

Schwabl: Wenn wir es, sagen wir mal, für 28 600 Leute hinkriegen und ich habe die Hütte dauernd voll, dann kann ich das Stadion ganz anders vermarkten. Führungen, Präsidenten, Spieler – das ist alles vergänglich. Der Verein ist dort groß geworden, das ist aus meiner Sicht die einzige Chance, dass die Löwen eine Zukunft haben – und zwar mit der eigenen Identität.

Was käme auf die Stadt zu?

Schwabl: Die Stadt müsste „nur“ mithelfen, indem sie sagt: Wir stellen das Grundstück zur Verfügung und helfen vielleicht mit einem Betriebskostenzuschuss. Aber sie muss doch nicht 30 Millionen Euro in die Hand nehmen, weil wieder ein Fußballverein eine Idee hat. Der Steuerzahler würde sich sonst doch denken: Erst verpulvert ihr da draußen Geld und jetzt schon wieder? Aber fürs Grünwalder gäbe es genug Argumente. Da muss man gar nicht so viel dazutun, außer einer Baugenehmigung.

Und der TSV 1860 wäre wieder ­Mieter?

Schwabl: Damals war geplant, dass ein Münchner Unternehmen das Ganze hochzieht, und zwar in Form eines Fonds. Da hätten sich Kleinanleger beteiligen können. Und 1860 hätte sich bei einer relativ humanen Miete auch nicht verschulden müssen. So war es damals geplant. Dieses Knowhow sollten die Löwen nutzen – aber das muss der ­Verein wissen…

Interview: Bernd Brudermanns

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