508.03.10|TSV 1860|39 Kommentare
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München - Die einzige Konstanz beim TSV 1860 München ist die Inkonstanz. An der Qualität der Spieler liegt das nicht, meint Manager Miki Stevic. Ein Psychologe hat die Erklärung.

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Stefan Aigner ist der neue Leitlöwe. Manager Miki Stevic sagt: „Er hat jetzt den Rhythmus gefunden“
Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage und so weiter – das Wellenbad der Sechzger geht nach dem Sieg gegen St. Pauli weiter. Die einzige Konstanz: Inkonstanz. An der Qualität der Spieler liegt das nicht, meint Manager Miki Stevic: „Gegen Mannschaften von oben gewinnen wir ja. Gegen St. Pauli haben uns sogar sieben Stammspieler gefehlt, es steckt also Qualität in der Mannschaft.“ Stevic sieht das Problem in der Mentalität, durch die die Spieler ihre Qualität zu selten abrufen.
Alfred Böswald sieht das bei einzelnen Spielern ähnlich, ortet das Phänomen „Leistungsschwankung“ noch tiefer: Der Mentalcoach, der früher auch für die Löwen arbeitete und nach wie vor leidenschaftlich dem Verein anhängt, sagt: „Es liegt am äußerst schwierigen Umfeld: Kommt einer zu 1860, kann er sich im Prinzip nicht entfalten und kontinuierlich das Beste herausholen, da viel zu viele mitreden. Dadurch herrscht ein ganz anderes Klima als zum Beispiel in Augsburg. Dazu komme bei Sechzig der „Windschatten des FC Bayern“, in dem sich „ein unguter Geist herausgebildet“ habe, nämlich sich mit den Roten zu messen. Diese Ansprüche seien zu hoch.
Wie bekommen die Löwen denn nun Konstanz in ihre Leistungen? „Trainer Ewald Lienen wird ganz gezielt auf mental starke Spieler setzen“, sagt Böswald. Die löwenstarke Leistung gegen St. Pauli wird Lienens Liebesentzug unter der Woche zugeschrieben. Böswald, der in seinem „Zentrum für Persönlichkeitsentwicklung“ mit vielen Profis der deutschen Ligen arbeitet, sieht das anders: „Der sensible Spieler braucht Zuneigung, der harte Knochen will den Erfolg.“ Aleksandar Ignjovski habe man angemerkt, dass er unter der Woche nicht allein gelassen wurde: Er spielte am Sonntag überragend.
Ganz wichtig für Böswald: Der Trainer darf die Spieler nicht in ein Systemkonzept pressen. Freiheiten förderten den Mut und der freie Spieler den Erfolg. Der verletzte Daniel Bierofka sei ein solcher Typ und auch Stefan Aigner. Bei Aigner war es in den vergangenen Wochen unübersehbar: Er ist der neue Leitwolf. Manager Miki Stevic nennt die Gründe für Aigners Aufschwung: „In erster Linie hat er die Qualität dazu. Außerdem ist er ein Münchner Junge und lebt die Identifikation mit dem Verein vor. Jetzt ist auch das Verletzungspech weg und er hat den Rhythmus gefunden.“
Aigner ist Leitlöwe – mit 22 Jahren. „Für einen jungen Spieler ist es wichtig, dass die Mannschaft funktioniert“, sagt Stevic. Zur Zeit haben die Zuschauer den Eindruck, dass es eher anders herum ist: Dass es für die Mannschaft wichtig ist, dass Aigner funktioniert. Er spielt bereits konstant gut, was man von den Löwen allgemein nicht direkt sagen kann. Es gibt nur einen Weg, das zu ändern, sagt Böswald: „Es darf im Verein keine Strohfeuer mehr geben, die kurzfristigen Aufschwung bringen. Es muss die Bereitschaft da sein, nachhaltig und besonnen zu arbeiten.“
wim
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