München - Trauer an der Grünwalder Straße. Karl-Heinz Wildmosers Tod sorgt für Bestürzung. Vor allem bei Stüberlwirtin Christl.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
„Wenn ich hier am Stüberl einen Fahnenmast hätte“, sagt die Christl, „dann wäre die Flagge jetzt auf Halbmast. Mit Wildmoser ist ein Stück Sechzig gestorben. Und ohne ihn wäre ich gar nicht hier. Er hat mich 1995 als Wirtin verpflichtet. Weil es es ein bisserl familiärer haben wollte im Stüberl.“ Verehrt ob seiner Tatkraft, verachtet von den Grünwalder Fans wegen "Die Löwen verlieren ihre Seele": München trauertseiner Selbstherrlichkeit und Sturheit, respektiert von seinen Geschäftspartnern, gefürchtet von seinen Gegnern – Wildmoser hat polarisiert bei den Löwen. Aber er hatte den Laden im Griff. Und die Erfolge sprechen für ihn. „Er hat den Verein am Boden übernommen“, erinnert sich Hans Keiler, einer der treuesten Trainingskiebitze. „Und dann hat er uns mit Glück und Geschick zurück nach oben geführt – bis in die Champions-League-Qualifikation.
Das Vereinsgelände bleibt sein Denkmal, ohne Wildmoser würde es Sechzig längst nicht mehr geben.“ Jetzt gibt es ihn nicht mehr. Was bleibt, ist die Erinnerung. „Wie’s ihn damals nach seinem Rücktritt 2004 vom Gelände gjagt ham, das war entwürdigend“, erzählt die Christl. „Sein Auto ham’s angebieselt! Ich hab’ ihm vorher gsagt, er soll doch hinten rausfahren, aber er hat gemeint, er ist die ganzen Jahre vorn raus, dann fährt er beim letzten Mal auch vorn raus.“ Seit diesem Tag war Wildmoser nicht mehr an der Grünwalder Straße. „Aber zur Fanparty am Samstag hatte er mir persönlich zugesagt“, erzählt Ticketchefin Angelika Frisch. „Bis er wieder ins Krankenhaus musste.“
Wildmoser und das Grünwalder. Das wäre ein Bild gewesen. Jetzt sagt die Christl: „Ich will ihm nichts nachsagen. Er soll jetzt endgültig seine Ruhe haben.“
Ludwig Krammer
Rubriklistenbild: © lk


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