504.11.09|TSV 1860|19 Kommentare
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München - Es kommt ja nicht allzu oft vor, dass der TSV 1860 schneller ist als sein großer Nachbar FC Bayern, aber im Fall der Schweinegrippe haben die Löwen die Nase eindeutig vorn.

© sampics
Anfang kommender Woche sollen die blauen Krisenkicker auf freiwilliger Basis gegen das H1N1-Virus geimpft werden
Anfang kommender Woche sollen die blauen Krisenkicker auf freiwilliger Basis gegen das H1N1-Virus geimpft werden. Das bestätigte Mannschaftsarzt Dr. Willi Widenmayer am Mittwoch auf Nachfrage der tz. „Wir können die Spieler nicht dazu verpflichten, aber wir haben die Impfung empfohlen“, sagte der Doc, der auch den mittlerweile von der Grippe genesenen Tennisprofi Tommy Haas zu seinen Patienten zählt.
Zwar verlaufe die Krankheit in der Regel „relativ harmlos“ (Haas musste eine Trainingspause von zehn Tagen einlegen), doch gewiss ist nichts. Und bei einer Fußballmannschaft im sportlichen Überlebenskampf käme eine derart lange Trainingsauszeit (trotz anstehender Länderspielpause) einer mittleren Katastrophe gleich. Widenmayer: „Die Schweinegrippe ist extrem ansteckend, man kann im Mannschaftssport schon sagen: Wenn’s einer hat, dann haben’s alle.“ Nur durch eine flächendeckende Impfung bei Spielern und sonstiger Bevölkerung ließe sich die Ausbreitung des Virus eindämmen. „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, so Widenmayer, „dann kann es durchaus sein, dass bald ein Bundesliga-Spieltag abgesagt werden muss.“
Und was sagt der FC Bayern? Beim Vizemeister beurteilt man die Gefährdungslage anders. „Wir warten die Situation ab“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick zur tz. „Wir haben uns mit unserer medizinischen Abteilung besprochen und entschieden, im Moment nichts zu tun.“
Damit zurück zu den Löwen und weiter zur sportlichen Krise. Gegen die virulente Auswärtsschwäche der Sechziger gibt es bislang noch keinen Impfstoff. Ewald Lienen versucht daher, die kaum vorhandene Widerstandkraft durch mehr Trainingseinheiten aufzubauen. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus soll ein Mentalitätswandel her. Motto: „Wehrt euch, Männer! Bitte beißt endlich!“
Lienens entsprechende Ansage am Mittwoch: „Bei uns fehlen die letzten fünf Prozent. Wir nehmen alles hin. Gegen Lautern auch wieder, da erkennt uns der Schiedsrichter ein reguläres Tor ab und unsere Spieler drehen sich um und denken: ’Mist!’ anstatt Druck auszuüben. Wir müssen uns wehren! Immer und immer wieder!“
Auch fußballerisch, versteht sich. Und da gibt’s ein ernsthaftes Problem. Alexander Ludwig (25), beim 0:1 gegen Kaiserslautern am Sonntag als Ideengeber schmerzlich vermisst, droht auch in Cottbus auszufallen. Die Adduktorenzerrung, die „Lude“ seit dem Schalke-Spiel mit sich herumschleppt, will einfach nicht abklingen. „Ich hoffe, ich kann am Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen“, sagte Ludwig Mittwochmittag nach einer leichten Bewegungseinheit. „Es bringt ja nichts, vorschnell einzusteigen und dann hüpft mir der Muskel weg.“
Ewald Lienens Kommentar: „In Cottbus geht’s um Alles. Wenn Alexander erst am Freitag einsteigen kann, dann macht’s keinen Sinn für Sonntag. Wenn er uns am Wochenende helfen will, dann muss er am Donnerstag voll mittrainieren können.“ Im Falle des Ausfalls erwägt Lienen ein Debüt des U23-Akteurs Dominik Stahl. Der 21-jährige Blondschopf, 2006 aus Hoffenheim nach Giesing gekommen, ist ein gelernter „Sechser“ und trainiert seit Dienstag bei den Profis. „Wir schauen ihn uns genau an“, sagt Lienen. Es bleibt spannend.
Ludwig Krammer, Jan Janssen
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