121.07.08|TSV 1860|
|
|Schrift
a /
A||
Bad Radkersburg - Das Transparent bei den Testspielen ist nicht zu übersehen. „Julian ist der Beste“, prangt es in roten und schwarzen Lettern vom weißen Stück Stoff.

© Sampics
Julian Baumgartlinger hat im Trainingslager seine eigenen Fans dabei.
Keiner der 1860-„Stars“ wird dort gefeiert, kein Benny Lauth, Berkant Göktan oder Daniel Bierofka. Es geht um einen, der bisher noch nicht groß im Rampenlicht stand bei den Löwen. Um Julian Baumgartlinger. 20 Jahre alt und aus Österreich. Er ist einer der aufstrebenden Jungen – aber in seinem Tatendrang wurde er erst mal gebremst. Denn der Pechvogel erlitt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel und fällt voraussichtlich die nächsten zehn Tage aus.
Das wird seine Verehrerin mit dem Transparent aber sicher nicht daran hindern, weiter für ihn zu schwärmen. Kennt er die Dame eigentlich? Lockenkopf „Baumi“ grinst: „Ja, natürlich. Seit der U 19-Europameisterschaft vor einem Jahr bei uns daheim in Österreich. Da war sie auch schon immer dabei.“
Aber nicht nur bei ihr, auch bei Marco Kurz hat der Defensiv-Allrounder einen großen Stein im Brett: „Julian besitzt eine ganz tolle Einstellung zu seinem Beruf“, lobt ihn der Trainer.
Baumgartlingers bisheriger Werdegang unterstreicht das. Bereits mit 13 verließ Julian sein Heimatdorf Mattsee im Salzburger Land, um seinen Traum von einer Fußballkarriere in München bei den Löwen in die Wirklichkeit umzusetzen. „Das war die Zeit, als 1860 gerade die Qualifikation für die Champions League erreicht hatte“, sagt er. „Ein super Verein also.“ Kurze Pause. „Das ist er heute natürlich auch noch.“
Entdeckt wurde Baumgartlinger von Ernst Tanner, damals wie heute für den Nachwuchs an der Grünwalder Straße verantwortlich. Kurioserweise war das bei einem Hallenturnier. Baumgartlinger: „Man hatte mich zwar schon empfohlen, aber nach dem Jugendturnier in Rosenheim, das eben in der Halle stattfand, ist Herr Tanner sofort auf mich zugekommen und wollte mich unbedingt haben.“
Julian wagte den Schritt, „obwohl ich das erste halbe Jahr in München schon von sehr großem Heimweh geplagt wurde. Aber ich bin bei einer tollen Gastfamilie untergekommen, deren Sohn auch bei 1860 spielte, da fiel dann bald einiges leichter.“ Auch die Schule: „Ich musste zwar ein Jahr Latein aufholen, vor einem Jahr habe ich mein Abitur mit einem Schnitt von 2,0 gemacht. Ich bin zufrieden.“
Das ist er auch mit seiner sportlichen Entwicklung. Als Baumgartlinger im vergangenen Winter vom Regionalligateam zu den Profis aufrückte, war er selbst überrascht, „dass das so schnell ging“. Und in Österreich machte schnell das Gerücht die Runde, dass der junge Löwe möglicherweise noch ein Kandidat für die EM im eigenen Land sei. „Von diesen Gerüchten habe ich damals auch gehört“, sagt Julian, „aber um dieses Ziel eventuell zu erreichen, da hätte ich schon Stammspieler bei 1860 werden müssen.“
In der neuen Saison will er das schaffen. Die Power dazu besitzt er allemal. Als die Löwen vor dem Trainingslager mit den Mountainbikes durch die Chiemgauer Alpen strampelten, mussten beim steilsten Stück fast alle absteigen. Nur zwei nicht: Christoph Burkhard und Julian Baumgartlinger. Mit schwierigem Gelände kommt Baumgartlinger also bestens zurecht. Und das hat auch einen ganz bestimmten Grund: „Ich war ein ganz guter Leichtathlet und bin mit zwölf Jahren österreichischer Staatsmeister im Crosslauf geworden.“ Da hat er vielen Mannschaftskollegen bei 1860 was voraus: Nicht jeder Löwe kann schon einen Titel vorweisen…
Quelle: tz
zurück zur Übersicht: TSV 1860

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Infos, aktuelle Nachrichten sowie Unterhaltsames zum TSV 1860 München. Lesen Sie hier die aktuellsten Geschichten von den Löwen und klicken Sie sich durch die Fotostrecken.