118.10.09|TSV 1860|37 Kommentare
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München - Ewald Lienen saß auf dem Podium des riesigen Arena-Medienraums und atmete tief durch.

© sampics
Ewald Lienen war nach dem Löwen-Sieg sichtlich erleichtert.
„Wir sind heilfroh, dass wir diese Punkte gemacht haben. Wir standen stark unter Druck. Die offensive Aufstellung mit den vielen jungen Spielern war ein hohes Risiko. Und wir sind belohnt worden.“ Hoch gepokert, 3:1 gegen den MSV Duisburg gewonnen – erleichtert gab Lienen seinem Team erst mal zwei Tage frei (nächster Trainingstermin: Dienstag, 10 Uhr). Dann knüpfte der Coach an die Frosch-Metaphorik von Geschäftsführer Manfred Stoffers an: „Wir haben uns wirklich abgestrampelt in den 90 Minuten. So kriegt man wieder Boden unter die Füße!“ Strampeln, was riskieren – auch das nötige (Aluminium-)Glück war dieses Mal auf Seiten der Löwen.
Peniel Mlapa (18): Ein verwandelter Elfer im Pokal gegen Hertha, der erste Liga-Treffer beim 1:3 auf St. Pauli, nun dieser Kreuzeck-Hammer gegen Duisburg beim ersten Profispiel von Beginn an – für den 1,93 Meter großen und 85 Kilo schweren Deutsch-Togolesen aus Unterföhring läuft’s zurzeit optimal. „Ich hoffe, ich hab meine Chance genutzt“, strahlte der U 19-Nationalspieler am Samstag, „das Tor widme ich meinen Eltern, sie haben mich von Beginn an gefördert. Ich spiele schon seit elf Jahren bei Sechzig, mein Papa schaut oft beim Training zu und ist mein größter Fan.“
Emanuel Biancucchi (21): Der Messi-Cousin, von manchem Beobachter vorschnell als blauer Running Gag abgetan, brachte die lang vermisste Kreativität zurück ins Löwen-Spiel. Feine Pässe, gewagte Dribblings, Ballsicherheit – „Emma kann uns helfen“, urteilte Lienen bündig. Benny Lauth prognostiziert gar: „Emma wird sich von Spiel zu Spiel steigern können.“ Dann ist die Messi-Mania nur noch eine Frage der Zeit…
Aleksandar Ignjovski (18): Der Leihspieler von OFK Belgrad, Vorbereiter von Benny Lauths 3:1, rackert mehr als fünf Bedas und erinnert Lauth ob seiner Wühlkraft schon an „den jungen Jens Jeremies“. Kein Wunder, dass die TSG Hoffenheim und Werder Bremen an Ignjovski schnuppern. Ob er Jeremies’ legendäres Derby-Eigentor schon mal gesehen hat?
Sandro Kaiser (20): Natürlich hatte der Flügelflitzer schon glücklichere Auftritte als den gegen Duisburg. Trotzdem war Lienen auch dieses Mal nicht unzufrieden mit dem gebürtigen Fürstenfeldbrucker: „Sandro hat seine Sache ordentlich gemacht, auch wenn er beim Konter eine Viertelstunde vor Schluss natürlich nicht so scharf und hoch flanken darf.“
Alexander Ludwig (25): Als zweiter, offensiv ausgerichteter Sechser sorgte der Ex-Paulianer neben Ignjovski phasenweise für so was wie Spielkultur, auch wenn immer noch Luft nach oben bleibt. „Lude hat sich für die Mannschaft eingebracht“, sagte Lienen. Ob dieses Mittelfeld-Modell Zukunft hat, ließ der Coach allerdings noch offen.
Apropos Zukunft. Bei aller Lienen’scher Pokerei darf natürlich Benny Lauth (28) nicht vergessen werden. Er wirkte am Samstag wieder spritzig, lieferte mit einem Schnittstellen-Pass die Traumvorlage zum 2:0 und machte das 3:1 selbst. „So stelle ich mir seine Leistung vor, so ist er ein richtiger Kapitän!“, lobte Lienen. Oder, ums mit Stoffers zu sagen: Alles in Butter! Zumindest bis zum nächsten Spiel am Samstag in Frankfurt…
Ludwig Krammer
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