013.07.10|TSV 1860|124 Kommentare
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München - Am 31. Oktober 2009 ist die Bombe geplatzt, die den Catering-Krieg zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 vor Gericht brachte. Am Mittwoch fällt das folgenschwere Urteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

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Bleibt dia Allianz Arena rot-blau? Am Mittwoch fällt eine wegweisende Entscheidung
Die Bombe platzte am 31. Oktober vergangenen Jahres unmittelbar nach dem 0:0 der Bayern beim VfB Stuttgart. Uli Hoeneß, damals noch Manager, ließ seiner Wut freien Lauf. Seiner Wut auf die Löwen, den Mieter in der Allianz Arena. „Sie zahlen beim Essen, beim Catering, nicht alles“, schimpfte Hoeneß und fügte dann hinzu: „Das ist Geld, das sie uns klauen.“ Und er kündigte an, vor Gericht zu gehen.
Tatsächlich hatte der TSV 1860 seit Juli 2009 pro Heimspiel 50 000 Euro weniger an Catering-Kosten bezahlt als vereinbart (zwei Millionen im Jahr). Mittlerweile geht es um einen Streitwert von 500 000 Euro. Am Mittwoch wird Richterin Elisabeth Waitzinger ein Urteil verkünden.
Wie könnten ab Mittwoch die Folgen aussehen? Sollte die Richterin den Gedanken des TSV 1860 folgen, würden die Löwen sofort eine Gegenklage einreichen und auf eine Rückzahlung der zu viel geleisteten Catering-Kosten seit 2006 bestehen. Sollte der FC Bayern, also die Allianz Arena GmbH, Recht bekommen, würde das die ohnehin schwer angeschlagene finanzielle Situation des TSV 1860 weiter verschlechtern. Ein Auszug aus der Arena wäre wahrscheinlich. Eine Rückkehr ins Olympiastadion eine Alternative.
Zu welchem Preis? Da gibt es überhaupt noch keine Anhaltspunkte. Denn zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860, vor allem zwischen Uli Hoeneß und Löwen-Geschäftsführer Manfred Stoffers, ist das Klima vergiftet. Zwar erklärten die Bayern des Öfteren, dass sie lieber heute als morgen die Löwen loswären, aber nicht, zu welchen Bedingungen. Hoeneß hatte Stoffers einen „Scharlatan“ genannt, nachdem der TSV 1860 für die letzten beiden Heimspiele der abgelaufenen Saison überhaupt keine Catering-Kosten und auch nicht rund 150 000 Euro Mietkosten (Anteile aus dem Ticketverkauf) mehr bezahlt hatte. Der TSV 1860 wollte das Geld auf ein neutrales Konto bis zum Prozess überweisen, was von der Stadion GmbH jedoch abgelehnt wurde.
Hoeneß hatte schon ein paar Monate vorher erklärt, das Verhalten des TSV 1860 zeuge von Undankbarkeit. „Wir haben die Löwen damals nicht absaufen lassen, und jetzt werden wir verarscht.“ Stoffers aber vertrat folgenden Standpunkt: „Wir haben berechtigten Zweifel daran, dass die Anteilsverkaufsabmachung rechtlich haltbar ist, und Grund zu der Annahme, dass der Kaufpreis unangemessen niedrig war.“
Elf Millionen hatte der TSV 1860 damals (Geschäftsführer war Stefan Ziffzer) erhalten, Stoffers ging davon aus, dass die Anteile rund 20 Millionen Euro wert gewesen seien. Außerdem soll der TSV 1860 von den elf Millionen nur etwa 15 Prozent erhalten haben. Allein vier Millionen sollen für die Catering-Kosten des Zeitraums 2006 bis 2008 einbehalten worden sein.
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