422.11.09|TSV 1860|15 Kommentare
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München - Nach dem Überraschungssieg des TSV 1860 schickt Geschäftsführer Stoffers seine Spieler zum Bier holen an die Tankstelle. Nur einer bekam einen virtuellen Ar...tritt.

© dpa
Pappas (Mitte) durfte sich einen Extraschluck Bier genehmigen
Am seligsterfte freilich Charilaos Pappas geschlafen haben. Der Grieche, von vielen Beobachtern bereits als Fehleinkauf abgeschrieben, sorgte als Joker für das Tor des Abends. Sein abgebrühter Abschluss in der 82. Minute nach genialem Dreh-Pass von Lauth verschaffte den Löwen Luft im Abstiegskampf. Und ließ die Hoffnung wachsen, dass es doch noch was werden könnte mit der 20-Punkte-Marke bis Weihnachten.
„Ich hoffe, dass das ein Wendepunkt war. Von Euphorie kann keine Rede sein. Für uns geht’s bis zur Winterpause ums Überleben“, sagte Trainer Lienen am Samstag bei der Delegiertenversammlung. Manager Miki Stevic ergänzte: „Das Selbstvertrauen kehrt zurück. Nichts kann einen Sieg ersetzen!“
Und nichts das Gefühl des Torerfolgs. „Der Trainer hat mir gesagt, geh rein und schieß ein Tor“, erzählte Pappas am Sonntag. „Von jetzt an muss es aufwärts gehen!“ Bis zur WM nach Südafrika? „Wenn ich gut spiele, warum nicht?“ Gemach, gemach. „Der Pappi bringt Erfahrung mit im Konterspiel, das ist seine Spezialität“, sagt Lienen. Zudem habe sich der Zugang von AO Xanthi inzwischen an das körperbetonte Spiel in der Zweiten Liga gewöhnt. „Er hat gelernt, sich zu wehren. Von seinem Grundcharakter her fällt es ihm schwer, ein böses Gesicht zu machen. Aber in dieser Liga musst du auch mal die Hasskappe aufsetzen!“
Frag nach bei Stefan Aigner. Nach seinem Rempel-Rot gegen Paderborn kassierte der Rechtsaußen am Freitag im sechsten Saisoneinsatz den zweiten Platzverweis. „Stefan ist Wiederholungstäter“, sagte Lienen. „Ich habe ihn in der Halbzeit extra nochmal drauf hingeweisen, dass er schon Gelb hat. Und dann geht er an der Mittellinie so hin. Er hat Nachholbedarf im mentalen Training.“ Lienens (mit sanftem Lächeln vorgetragene) Konsequenz: „Ich habe Stefan nach dem Spiel virtuell in den Arsch getreten. Er hat es so dargestellt, dass sein Platzverweis letztlich siegbringend war, weil wir danach umstellen mussten, aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“
Gegen Düsseldorf am Sonntag wird Aigner zuschauen müssen, Pappas könnte ihn ersetzen. Vielleicht hat der Platzverweis also tatsächlich was Gutes. Wenn auch nicht für Aigner…
Ludwig Krammer, Claudius Mayer
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