402.02.10|TSV 1860|124 Kommentare
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München - Auf dem Rasen sind der FC Bayern und 1860 das letzte Mal 2008 aufeinandergeprallt. Mittwochvormittag gibt’s wieder ein Treffen der Lokalrivalen. Vor dem Landgericht München I.

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Arena-Streit: Mittwochvormittag gibt’s wieder ein Treffen der Lokalrivalen. Vor dem Landgericht München I.
Auf dem Fußballplatz sind der FC Bayern und der TSV 1860 das letzte Mal am 27. Februar vor zwei Jahren aufeinandergeprallt. Im Pokal-Viertelfinale, das die Löwen in der letzten Minute der Verlängerung mit 0:1 verloren. Die Blauen – wie so oft – die Gelackmeierten. Mittwochvormittag gibt’s wieder ein Treffen der Lokalrivalen. Vor dem Landgericht München I am Lenbachplatz im Saal 301. Offiziell ist der Kläger zwar die Allianz Arena GmbH, aber im Grunde ist es der FC Bayern, als hundertprozentiger Eigner der Stadiongesellschaft.
Und der jetzige Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte das Fass ja auch am 31. Oktober vergangenen Jahres aufgemacht, als er der tz exklusiv mitteilte, „dass es demnächst einen Prozess geben wird“. Weil 1860 seinem Klub „Geld klaut“.
Auslöser war die Tatsache, dass die Löwen seit Juli 2009 nur noch so viel Geld an die Stadion GmbH für das Catering überwiesen, wie von den VIPs auch tatsächlich verfuttert wird. Und nicht mehr die monatliche Rate von den jährlich zwei Millionen Euro, zu denen sie vertraglich verpflichtet sind.
Der TSV 1860 –vertreten durch die Düsseldorfer Anwälte Dr. Wessling und Dr. Priebe – will nicht mehr akzeptieren, dass man die Verpflegungspauschale für 3000 Business-Seats zahlt, obwohl er noch nie mehr als die Hälfte dieser teuren Plätze verkauft hat. Weil sich nach Ansicht der Löwen-Geschäftsführung seit April 2006, als der FC Bayern dem Geschäftspartner 1860 für rund elf Millionen Euro die Anteile am Stadion abkaufte, die Situation verändert habe. Bis dahin, als Miteigentümer, habe es Sinn gemacht, dass der TSV 1860 mit den jährlichen zwei Millionen den Baukostenzuschauss an Arena 1 (zuständig für das Catering) zurückgezahlt habe, als Mieter allerdings nicht mehr. Geschäftsführer Manfred Stoffers erklärte am 1. November 2009: „Diese vertragliche Regelung ist unserer Ansicht nach nicht haltbar.“ 1860 will pro Jahr nur noch eine Millionen zahlen.
Ob er damit vor Gericht Erfolg hat? Rudolf Stürzer, Chef des Eigentümerverbands Haus und Grund München erklärte gegenüber der tz: „Das ist schon ein sehr exklusiver Fall. Dass es nicht nur ums Geld für die Miete, sondern auch noch für’s Essen geht, gibt es vielleicht nur noch beim betreuten Wohnen…“ Pflegefall 1860 – passt doch. Experte Stürzer sieht für den TSV 1860 keine großen Chancen, vor Gericht durchzukommen: „Wie heißt es so schön: Pacta sunt servanda. Verträge sind einzuhalten. Und wenn im Vertrag drin- steht, dass 1860 zwei Millionen zahlen muss, dann ist der Vertrag zu erfüllen. Und zwar alles, das kann sogar bis zur Grenze der Sittenwidrigkeit gehen.“
Hält er einen Vergleich, den der TSV 1860 anstrebt, für möglich? Stürzer: „Das kommt auf den Gutachter an.“
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