415.12.09|TSV 1860|250 Kommentare
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München - Brot und Spiele! Der FC Bayern hat den TSV 1860 wegen der Zahlungen fürs Catering in der Allianz Arena verklagt. So wollen die Löwen nun vor Gericht gewinnen.

© sampics
Am liebsten würden die Löwen gleich ganz raus aus der Arena
Brot und Spiele. Dieses aus der Römerzeit überlieferte Motto hat – wenn es um den TSV 1860 und den FC Bayern geht – längst seine Gültigkeit verloren. Spielen wollen die Roten gegen die Blauen nicht mehr, es geht nur noch ums Brot. Ums Essen in den heiligen Hallen der VIPs und – ums Geld. Zwei Millionen Euro muss der TSV 1860 jährlich fürs Catering, das Essen bei den 17 Heimspielen, an die Allianz Arena München Stadion GmbH abdrücken, seit einem halben Jahr aber weigert sich Geschäftsführer Manfred Stoffers, das zu tun.
Er überweist seit Juli monatlich eine um 50 000 Euro niedrigere Rate als ausgemacht, weil der TSV 1860 den Preis für die Verpflegung für weit überteuert hält. Woraufhin der FC Bayern, seit April 2006 alleiniger Eigner der Arena GmbH, den einstigen Partner und späteren Mieter auf Vertragsbruch verklagt hat. Der Fall scheint klar – ist es aber möglicherweise nicht.
Denn bei der Akteneinsicht gab der Richter den Fall von der Handelskammer an die kartellrechtliche Kammer ab. Womit der Prozess (Aktenzeichen I HKO 17908/09), der am 3. Februar beginnen soll, unter völlig neuen Gesichtspunkten steht. Ein Sprecher des Landgerichts: „Wenn einer seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt, dann ist das für das Gericht eine kartellrechtliche Frage. Da sind wir beim Begriff Monopol.“
Eine Schlussfolgerung, der Manfred Stoffers natürlich gerne und ohne Mühe folgen kann. „Es ist doch so“, sagt er, „die Allianz Arena ist das einzige bundesligataugliche Stadion in München. Also ist der Sachverhalt des Monopols mit dem FC Bayern als Vermieter und uns als Mieter gegeben.“ Zur Erklärung: Im Olympiastadion dürfen bis ins Jahr 2090 keine Fußballspiele stattfinden, und das Stadion an der Grünwalder Straße ist in der derzeitigen Verfassung nicht zweitligatauglich.
Sieht der zuständige Richter die Frage des Monopols im Laufe des Prozesses ebenso, dann könnte der Fall eintreten, dass Manfred Stoffers in Zukunft ganz legal weniger Geld für das Catering überweisen darf. Was rechnet man sich bei den Löwen aus?
Stoffers: „Wenn wir vor Gericht so durchkommen, wie wir uns das vorstellen, dann glaube ich, dass wir in Zukunft ungefähr eine Million Euro weniger für das Essen in der Allianz Arena bezahlen werden.“ Und wie steht es um die Möglichkeit, dass man sich vor Februar noch außergerichtlich einigt? Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und 1860-Präsident Rainer Beeck haben sich ja bereits zu einem Gespräch getroffen. Stoffers: „Wäre schön, wenn man sich den Richter sparen kann. Aber unterhalten über das Thema müssen sich die Geschäftsführer der Allianz Arena GmbH, die Herren Kerspe und Muth, und der Geschäftsführer der TSV 1860 KGaA. Und der bin ich.“
Claudius Mayer
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