1649-mal probiert...

Nichts ist passiert. Tor-Krise beim Sturm-Trio des FCI

1649-mal probiert...

018.02.09|Ingolstadt|
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Ingolstadt - Lang ist’s her: 12. Spieltag, 9. November 2008, 14.10 Uhr. Vratislav Lokvenc nutzt eine Kette individueller Fehler in der Abwehr des FSV Mainz zum 1:0 für den FC Ingolstadt.

Vratislav Lokvenc (Foto) wartet 384 Minuten auf ein Tor, Ersin Demir (591 Minuten ohne Tor) und Steffen Wohlfarth (674 Minuten ohne Tor) sogar noch länger.

© dpa

Vratislav Lokvenc (Foto) wartet 384 Minuten auf ein Tor, Ersin Demir (591 Minuten ohne Tor) und Steffen Wohlfarth (674 Minuten ohne Tor) sogar noch länger.

Es ist bis dato das letzte Tor eines Schanzer-Stürmers. Lokvenc wartet seit 384, Ersin Demir seit 591 und Steffen Wohlfarth sogar seit 674 Minuten auf den nächsten Treffer. 1649 Minuten Tor-Misere!

„Wir bleiben cool und warten“, entgegnet Trainer Thorsten Fink gelassen. Aber wie lange noch? Von den vergangenen acht Spielen haben die Schanzer nur ein Spiel gewonnen, mit 1:0 in Koblenz. Mehr als ein Tor haben sie dabei nie geschossen… Besonders auswärts müsse das aber reichen, gibt Fink zu bedenken.

Er zählt auf: 58 Prozent Ballbesitz, 16 Flanken, 4:2 Ecken, drei hochkarätige Chancen, seien es beim 0:2 in Kaiserslautern gewesen. Liest sich gar nicht so schlecht. Seine Analyse: „Woran es fehlt? Uns fehlt ein Erfolgserlebnis! Das müssen wir uns am Wochenende holen, um wieder richtig Selbstvertrauen zu bekommen. Nur ein Erfolgserlebnis, dann läuft der Karren wieder!“ Der Trainer stellt sich demonstrativ vor seine kriselnden Stürmer: „Loki, Steffen und Ersin werden wieder treffen. Aber sie müssen sich das erarbeiten!“, fordert Fink.

Im Moment fällt das dem Trio schwer: Vom Mittelfeld und der Abwehr kommt nicht viel im Sturm an. In den vergangenen drei Spielen hat es nur für 20 Torschüsse gereicht. Oft sollte es Lokvenc als Einzelkämpfer im gegnerischen Strafraum herausreißen. Viel riss er dabei nicht.

Doch Fink vertraut dem Routinier weiterhin: „Alles spricht für Lokvenc“, ist er sich sicher. Das Gerücht, der Tscheche habe bei ihm seinen Stammplatz sicher, verweist der Coach energisch ins Reich der Märchen. Das habe es zuletzt vielleicht für Jürgen Klinsmann beim FC Bayern gegeben, scherzt Fink: „Bei uns spielt nur, wer Leistung bringt.“ Und da fällt seine Entscheidung immer wieder für Lokvenc: „Kopfballstärke, Ball halten, Bälle verlängern, Ballsicherheit, Erfahrung, Cleverness. Er hat alles, was man nur haben kann. Über seine Qualitäten brauchen wir nicht sprechen. Er hat genügend Tore gemacht.“

Nur zuletzt nicht. Ein paar Joker hat Fink noch in der Hinterhand. Die Youngster Daniel Lemos und Stefan Müller zählt er dazu. Außerdem wartet sein Wunschspieler Ivan Santini weiter auf grünes Licht. Der Kroate trainiert seit vergangener Woche mit. Es geht um den Papierkram. Die fällige Ausbildungsentschädigung ist scheinbar kein Problem mehr, der Wechsel – nur noch eine Frage der Zeit. Wie die Flaute bei Lokvenc, Demir und Wohlfarth…

Tobias Kimmel

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Quelle: tz

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