202.09.10|FC Bayern|16 Kommentare
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München - Im tz-Interview spricht Thomas Müller (20) über seinen Marktwert, die Kapitänsfrage bei der Nationalelf - und darüber, ob er das Trikot mit der Nummer 13 wieder an Michael Ballack abgeben muss.

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Im tz-Interview spricht Thomas Müller (21) über sein neues Leben nach der WM, seinen Marktwert und über die mittlerweile beendete Kapitänsfrage bei der Nationalelf.
Herr Müller, als Sie das letzte Mal in Frankfurt aus dem Flieger stiegen, hatten Sie gerade die Preise für den WM-Torschützenkönig und den besten jungen Spieler des Turniers eingeheimst. Haben Sie die Preise mittlerweile bekommen?
Müller: Nein, noch nicht. Die Verleihung ist ja erst am Ende des Jahres.
Also gibt es noch keine Pokal-Vitrine im Hause Müller?
Müller: Nee, aber die Pokale werden schon einen würdigen Platz bekommen.
Dann in Ihrem neuen Haus. Sie werden ja demnächst umziehen...
Müller: Das stimmt, wir sind gerade auf der Suche nach einem neuen Haus. Zuletzt wurde es ein bisschen schwierig mit der Privatsphäre, weil viele Fans vor unserem Haus gewartet und teilweise auch geklingelt haben. Das ging manchmal einfach einen Schritt zu weit. Klar, als Fußballer ist man Teil des öffentlichen Lebens, allerdings muss man irgendwann auch eine Grenze ziehen.
Auch Ihre Eltern wurden ständig angerufen.
Müller: Ja, während der WM war das schon extrem. Mittlerweile geht’s aber wieder.
Denken Sie bei der Wohnungssuche auch schon an Kinder?
Müller: Nein, das ist noch ziemlich weit weg. Wir müssen jetzt erst mal mit den Eindrücken, die uns das Leben gerade beschert, klarkommen: Damit haben wir gerade genug zu tun.
Es verändert sich gerade viel für Sie...
Müller: Natürlich. Ich stehe jetzt eben permanent in der Öffentlichkeit und muss mich daran gewöhnen.
Karl-Heinz Rummenigge sagte, er könne sich nicht erinnern, wann ein Spieler so einen raketenartigen Aufstieg hatte.
Müller: Es ging tatsächlich alles extrem schnell. Aber es macht mir immer noch Spaß, es ist immer noch eine Herausforderung – und vor allem der Spaß am Fußball ist immer noch da.
Könnte die Erwartungshaltung für Sie dieses Jahr auch zu groß werden?
Müller: Nein, wichtig ist für mich nur meine eigene Erwartungshaltung. Und ich denke, ich bin vom Kopf her gut gerüstet, damit umzugehen. In den drei Wochen Urlaub nach der WM zum Beispiel habe ich komplett abgeschaltet. So nach dem Motto: WM? War da mal was? Ich kann das alles schnell hinter mir lassen.
Nach der WM haben sich sicher auch Firmen gemeldet, die mit Ihnen werben wollen, oder?
Müller: Klar, da gab es eine Menge Anfragen. Da muss ich jetzt mit meinem Management die richtigen Firmen raussuchen. Das Produkt muss zu mir passen und der zeitliche Aufwand darf nicht zu groß werden - ich bin ja im Hauptberuf immer noch Fußballer.
Auch Ihr Marktwert ist immens gestiegen.
Müller: Ach, Marktwert, das ist doch total abstrakt. Außerdem: Ich will ja gar nicht wechseln, da stellt sich die Frage nicht. Im übrigen: Auch wenn der Cristiano Ronaldo 95 Millionen kostet – der verliert auch Zweikämpfe. Und dann kann er sich von seinem Marktwert auch nichts kaufen.
Wird Ihnen bei diesen Millionen-Summen nicht schwindelig, auch wenn Sie auf den eigenen Kontoauszug schauen?
Müller: Nein. Mir ist Geld auch nicht so wichtig. Ich hab mir bisher nach der WM gar nichts Spezielles geleistet. Ich genieße es nur, eine gewisse finanzielle Freiheit zu haben. Zum Beispiel, dass ich mir, wenn ich in ein gutes Restaurant gehen will, nicht denken muss: Kann ich mir das leisten? Ich gehe gerne gut essen, aber ich brauch keine fünf Autos oder eine dicke Uhr am Arm.
Seit Dienstag ist die Kapitänsdiskussion beim DFB zu Ende. Endlich?
Müller: Ehrlich gesagt hat mich das gar nicht so interessiert. Für uns Spieler war das nicht wichtig. Für mich ändert sich doch nichts, ob Michael oder Philipp die Binde trägt.
Aber die Nummer 13 müssen Sie wieder abgeben, wenn Ballack zurückkehrt?
Müller: Das weiß ich noch nicht, wie das geregelt wird. Ich habe immer gesagt, dass mir die Nummer nicht so wichtig ist. Klar, sie hat gut gepasst, wegen Gerd – aber sonst...?
Würden Sie die Nummer gerne behalten?
Müller: Das muss der Trainer entscheiden. Wenn Micha zurückkommt, will er sie wahrscheinlich zurückhaben. Dann kann er sie haben, ich habe da keine Präferenz. Vielleicht nehme ich dann die 25, wie bei Bayern.
Interview: Jan Janssen
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