München - Die tz hat in ihren Archiven gekramt und hat dabei ein interessantes Foto gefunden. Es zeigt die U 15 des FC Bayern aus dem Jahre 2003. Basel-Coach Heiko Vogel erinnert sich:

© FC Bayern
Heiko Vogel (Mitte, 1. v. r.) trainierte u.a. Holger Badstuber (hintere Reihe, 2. v. li.) und Thomas Müller (hintere Reihe, 1. v. re.).
Mit dabei auf dem Bild: Holger Badstuber, Thomas Müller – und der heutige Trainer des FC Basel, Heiko Vogel . Damals waren sie ein Team, morgen treten sie in der Champions League gegeneinander an. Im Interview mit tz-Reporter Carlos Menzel-Lopez, den Vogel früher in der Bayern-Jugend trainierte, erinnert sich Vogel an diese Zeit und verrät, warum er schon damals wusste, dass Badstuber und Müller Profis werden würden.
Hallo, Sie Blinder!
Vogel: (lacht) Das kann ich nur zurückgeben!
Nennen Sie denn Ihre Spieler immer noch so?
Vogel: Ja, teilweise habe ich die Formulierung auch erweitert. Manchmal reicht Blinder, manchmal sage ich auch Vollblinder.
Sie sind schon eher Spaßmensch, oder?
Vogel: Ich würde das so nicht gerne über mich lesen. Spaß klingt nach Hedonismus, aber das ist falsch. Freude drückt es besser aus. Das, was ich mache, muss ich gern machen. Nur dann kann ich mich entfalten.
Jetzt machen wir Ihnen mal eine Freude. Kommt Ihnen dieses Foto aus dem Bayern-Magazin bekannt vor?
Vogel: Ach du liebes bißchen! Alles klar, da sind sie alle. Ja leck mich in de Täsch!
Was geht Ihnen da durch den Kopf?
Vogel: Wenn ich das Bild sehe, dann weiß ich doch von relativ vielen, was sie jetzt aktuell machen. Das sind alles noch relativ frische Bilder, ganz klar. Für mich war das eine super Zeit bei Bayern, ich konnte viel lernen. Das ist einfach ein Top-Verein, ich hatte dort Top-Bedingungen. Insofern war das eine sehr prägende Zeit.
Ein Trainerkollege hatte Sie damals gefragt, wer das Zeug zum Profi hätte. Unter Ihren Antworten waren Müller und Badstuber…
Haben Sie noch Kontakt zu ihnen?
Vogel: Weniger, man verfolgt sie natürlich. Aber jetzt sowieso nicht. (grinst)
Wie lautet denn Ihr derzeitiger Zukunftsplan? Erst mal Bayern aus der Champions League kicken, und dann?
Vogel: (lacht) Und dann die Champions League gewinnen. Nein, die Champions League ist für uns sensationell, aber die Hausaufgaben liegen in der Meisterschaft. Die Meisterschaft ist die Voraussetzung dafür, dass wir nächstes Jahr wieder Champions League spielen. Das muss die Mannschaft verinnerlichen. Insofern liegt unser Augenmerk ganz klar auf der Meisterschaft.
Und Ihre persönliche Zukunft? Planen Sie denn schon über Basel hinaus?
Vogel: Nein! Im Fußball sollte man zwar selbstbewusst sein, aber sich auch immer mit dem Gedanken beschäftigen, dass man auf beiden Seiten sein kann. Mal auf der Gewinner- und mal auf der Verliererseite. Im Moment sind wir häufiger auf der Gewinnerseite, aber das kann sich ändern. Und wenn es sich dauerhaft ändert, dann ist man auch schnell weg. So sind die Mechanismen des Geschäfts.
Sehen Sie sich denn irgendwann mal wieder in dem Trainingsanzug auf dem Foto?
Vogel: Das weiß ich nicht! Ich bin jetzt am Anfang meiner Karriere als Cheftrainer, und da sollte man sich vielleicht nicht gleich mit den Top-Fünf der Welt beschäftigen. Und es ist ja wirklich so: Ich habe beim FC Basel sensationelle Bedingungen, und da möchte ich auch erst mal eine Zeit lang bleiben.
Ist das Spiel gegen die Bayern noch einen Tick spezieller als ManU?
Vogel: Ich war dort im Jugendbereich, bin mit dem FC Bayern als meine Lieblingsverein aufgewachsen, aber man ist jetzt doch so weit weg, dass ich es als Champions-League-Achtelfinale betrachtet.
Trauen Sie sich die Sensation zu?
Vogel: Wenn man Manchester bezwingen kann, dann kann man auch Bayern bezwingen. Wir sind zwar in beiden Spielen der Außenseiter, aber ein Außenseiter, der gezeigt hat, dass er seine Außenseiterchancen verwerten kann.
Vollenden Sie bitte den Satz: Wenn ich Bayern eliminiere, dann…
Vogel: …kann ich nicht mehr sagen, als dass ich durchdrehe. Das habe ich ja bereits vor Manchester angekündigt. Ich vollende den Satz wie folgt: Wenn ich Bayern eliminiere, dann kann ich wirklich nicht sagen, was passiert.



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