München - Der FC Bayern hat sich nach dem Stuttgart-Spiel bereits über dem Berg gesehen, doch jetzt schrillen die Alarmglocken. Verbaselt Bayern auch die Champions League?

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So geht es nicht weiter! Boateng, Badstuber, Lahm, Luiz Gustavo und Kroos (v.l.) wussten schon auf dem Platz, dass einiges schiefläuft
Die ganz große Runde konnten die Bayern-Stars am Sonntag nicht drehen. Zu viel Schnee lag noch auf den hinteren Plätzen an der Säbener Straße, somit ging es nur über zwei Felder, immer schön am äußeren Rand. Und während Arjen Robben, Rafinha und alle, die gegen Freiburg nicht über 90 Minuten gingen, in der Mitte ihre schweißtreibenden Übungen machten, herrschte in der Läufergruppe Redebedarf. Analysieren beim Auslaufen, eine Art moderne Aufarbeitung. Und eine bitter nötige, wie sich schon ganz schnell nach dem 0:0 im Breisgau alle einig waren.
„Das war heute viel zu wenig, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir müssen darüber sprechen. Da ist jeder Einzelne von uns gefordert“, erklärte Philipp Lahm, der bei der Rede-Runde allerdings mit Oberschenkelproblemen passen musste. Christian Nerlinger hatte sich zuvor noch ähnlich besorgt geäußert, meinte direkt nach dem Freiburg-Spiel: „Es ist ein ernüchternder Abend, das muss man auch erst mal sacken lassen. Der Trainer wird sicherlich die richtigen Worte finden und wir müssen dann nach vorne schauen.“ Was er meint? „Mit Basel steht eine wichtige Partie auf dem Plan. Es müssen sich ganz schnell grundlegende Dinge ändern, sonst wird es eine sehr enttäuschende Saison für den FC Bayern München.“ Eventuell sogar eine „deprimierende“, wie der Sportdirektor anfügte.
Der Rekordmeister in Sorge: Verbaselt Bayern jetzt auch die Champions League? Philipp Lahm warnte bereits für das internationale Parkett: „Wenn wir in Basel wie gegen Freiburg in der ersten Halbzeit spielen, dann haben wir keine Chance dort.“
Genau deswegen gibt es nun eine neue Konstellation in der Liga. Heynckes: „Wir haben wieder zwei Punkte auf Dortmund verloren, Mönchengladbach ist über uns. Das zeigt, dass die Mannschaften da oben stabil sind und wir uns eigentlich keinen Lapsus erlauben können, wie wir es heute gemacht haben.“
Christian Nerlinger formulierte es noch einmal in Bayern-Deutsch: „Spätestens jetzt schrillen beim FC Bayern die Alarmglocken!“
Und das unüberhörbar! Bayern steht in der Liga zum zweiten Mal hintereinander vor dem Nichts, die Meisterschaft rückt immer weiter weg. Im Moment sind es vier Punkte hinter Spitzenreiter Dortmund – nach ehemals acht Zählern Vorsprung! Und warum? Der Kapitän meinte, „die Laufbereitschaft hat gefehlt, die Aggressivität hat gefehlt. Wir haben keine zweiten Bälle gewonnen – und dann kann man auch in Freiburg nicht gewinnen.“
Wie es dazu kommen kann, wusste er allerdings auch nicht. Am Willen, so versicherte Lahm, liege es aber nicht. Am Hallo-Wach-Effekt, einer Schlüsselpartie wie gegen Juventus Turin vor gut zwei Jahren, auch nicht. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass es das Stuttgart-Spiel war“, erklärte Lahm auf tz-Nachfrage. „Aber das war es anscheinend auch nicht.“
Daher müsse nun alles aufgearbeitet werden. Christian Nerlinger: „Wir müssen uns bemühen, dass wir uns in den nächsten Spielen anders präsentieren. Denn sonst wird die deutsche Meisterschaft ein Zweikampf zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach.“
Sollte dieser Horror-Fall eintreten, muss der Rekordmeister zumindest noch in Europa mit dabei sein. Die Königsklasse zu verbaseln ist gerade jetzt ausgeschlossen! Aber darüber werden die Kicker in ihrer Runde sicher gesprochen haben.
Michael Knippenkötter



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