FC Bayern München: Interview mit Karl-Heinz Rummenigge - Hiddink kein Thema

"Hiddink? Das ergibt doch keinen Sinn"

530.04.09|FC Bayern|33 KommentareFacebook
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Karl-Heinz Rummenigge spricht im tz-Interview über die Suche des Rekordmeisters nach einem neuen Trainer für die kommende Saison.

Karl-Heinz Rummenigge will mit den Bayern weiterhin vernünftig wirtschaften.

Herr Rummenigge. Vor drei Tagen, haben Sie Jürgen Klinsmann beurlaubt. Wie ist Ihr Bauchgefühl, wenn Sie aufwachen und wissen, Heynckes und Gerland sind da?

Rummenigge: Eine Trainerentlassung ist nie ein angenehmer Akt. Das ist immer etwas, das Bauchschmerzen verursacht. Aber es gibt Situationen, bei denen nichts anderes möglich ist, um eine Veränderung zum Positiven herbeizuführen. Und wir hoffen die damit bekommen zu haben.

Ist eine solche Entlassung Routine, oder immer wieder hart?

Rummenigge: Das kann keine Routine sein. Und so viele Trainer haben wir auch noch nicht gehabt. Das ist nie eine angenehme Geschichte, denn der Mensch, der einem gegenübersitzt, mit dem hat man zusammengearbeitet.

Machen Sie sich einen Vorwurf? Schließlich haben Sie den anspruchsvollsten Vereinstrainerposten Deutschlands in die Hände eines Anfängers gelegt…

Rummenigge: Das war kein Alleingang von mir. Bei Trainerverpflichtungen diskutiert erst der Vorstand. Man verständigt sich auf einen Trainer und muss diese Personalie vom Aufsichtsrat absegnen lassen Und der Aufsichtsrat war, ebenso wie der Vorstand, von dem, was Jürgen vorgetragen hatte überzeugt. Das Konzept von Jürgen ist immer noch interessant, nur die Ergebnisse haben nicht gestimmt.

Klinsi - das Missverständnis in Zitaten

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Und wie bitteschön sah das Konzept aus?

Rummenigge: Ein modernes, innovatives, neues Konzept. Nur muss sich leider auch ein Jürgen Klinsmann an den Ergebnissen messen lassen und die waren leider nicht vorhanden.

Glauben Sie, dass Klinsmann jetzt als Trainer verbrannt ist?

Rummenigge: Nein, das glaube ich nicht. Es wäre schade, wenn ein Mann mit 44 Jahren in diesem Job schon gescheitert wäre. Ich hoffe, dass er zeitnah eine Lösung findet, um dann mit großer Motivation diesen Job neu anzugehen. Mit ein bisschen mehr Glück, als das bei uns der Fall war.

Hatten Sie noch mal Kontakt zu Klinsmann?

Rummenigge: Er hat mir eine SMS geschickt. Er wollte ursprünglich am Dienstag vorbeischauen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden. Aber ich glaube, in ihm brodelt es noch sehr, da muss noch ein bisschen Gras über die Sache wachsen und Ruhe reinkommen.

Wie sind die ersten Eindrücke von Heynckes und Gerland?

Rummenigge: Das Entscheidende ist, dass die beiden die psychische Barriere so zügig wie möglich aus dem Weg räumen, um am Samstag mit frischem Elan auf dem Platz zu stehen. Eines ist klar: Wir brauchen jetzt einen Sieg, um unser Ziel zu erreichen. Wir müssen in die Champions-League.

Das erste Training unter Heynckes und Gerland

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Was wollen Sie von der Mannschaft sehen?

Rummenigge: Die Mannschaft muss es nicht dem Vorstand zeigen, sondern den Fans. Sie sollen zeigen, dass sie großen Willen, großen Ehrgeiz und großen Kampf an den Tag legen.

Es wäre typisch Bayern, würde man gerade jetzt Meister, oder?

Rummenigge: Ich bin Realist. Es ist alles möglich. Wir können Meister werden, aber genauso gut die Qualifikation zur Champions-League verpassen. Wir haben alles mobilisiert, und ich hoffe, wir erreichen das Gewünschte. Das ganze Jahr sind wir hinterhergehechelt. In Hamburg, Berlin, Wolfsburg ist es uns nicht gelungen, die Spitze zu erreichen.

Das ist ja gerade das Untypische…

Rummenigge: Ja, in diesen Big-Point-Spielen war man von Bayern gewohnt, dass wir die Punkte machen.

Aus welchem Holz muss der neue Trainer sein?

Rummenigge: Wir diskutieren, um den Teilnehmerkreis klarer zu umreißen. Was wir suchen, ist eine überzeugende Lösung. Er soll als Trainer und Persönlichkeit unkritisch dastehen und in der Lage sein, eine Mannschaft zu entwickeln.

Wer wird neuer Bayern-Trainer?

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Wie läuft das ab? Sitzen Sie, Uli Hoeneß, Beckenbauer und Hopfner am Tisch und diskutieren von Hiddink bis Sammer alles durch?

Rummenigge: Diese Dinge müssen vorbereitet werden. Wir haben am Anfang einen großen Teilnehmerkreis diskutiert und der wird abgearbeitet.

Und wie viele sind noch übrig?

Rummenigge: Es ergibt doch keinen Sinn, einen Namen Hiddink zu diskutieren, der gerade Chelsea abgesagt hat. Der wird doch nicht am 1. Juli bei Bayern München anheuern. Da kommen wir in Fantastereien, die uns nicht weiterbringen. Wir müssen Dinge diskutieren, die möglich sind und gut zum FC Bayern passen.

Zur Kader-Planung. Gigi Buffon soll ein Wunschkandidat für das Bayern-Tor sein.

Rummenigge: Wir haben über die gesamte Kaderplanung debattiert. Aber der neue Trainer muss eingebunden werden. Deshalb versuchen wir, eine zeitnahe, aber überzeugende Lösung zu finden.

In den vergangenen beiden Jahren flog der FC Bayern jeweils mit einem 0:4 aus europäischen Wettbewerben. Werden Sie gegensteuern und noch mal richtig Geld in die Hand nehmen?

Rummenigge: Wir wissen schon, wo wir Bedarf haben. Was gemacht wird, werden wir mit dem neuen Trainer diskutieren. Dass wir etwas machen müssen, das wissen wir auch.

Wie viel sind Sie bereit zu investieren?

Rummenigge: Ich habe Barcelona gegen Chelsea mit der Maßgabe gesehen, die taktische Leistung von Chelsea zu beobachten. So, wie sie Barcelona in Schach gehalten haben, hat mir das Respekt abgenötigt. Wie der Gegner niedergerungen, niedergekämpft wurde. Natürlich ist das eine höhere Qualität. Aber es ist auch eine unglaubliche Leidenschaft und Leidensfähigkeit bei Chelsea. Bei Barcelona war das spielerisch hochwertig. Aber: Barcelona hat doppelt so hohe Gehalts- und Abschreibungskosten wie Bayern. Chelsea hat eine Schuldenlast von über einer Milliarde Euro. Manchester United hat 730 Millionen Euro Schulden. ManU hat im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro verloren. Die sind alle sportliche Vorbilder für uns. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht, wenn man so viel Schulden macht, um einmal die Champions League zu gewinnen. Das sind tolle Mannschaften, aber in der Finanzpolitik nicht unser Vorbild.

Diese Vereine haben die höchsten Zuschauerzahlen in Europa

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  • Platz 30: 40289 Zuschauer wollen im Schnitt die Heimspiele des SV Werder Bremen sehen.
  • Platz 30: Der SV Werder trägt seine Heimspiele im Weserstadion aus.
  • Platz 29: 40434 Zuschauer kommen zu Spielen vom FC Sevilla.
  • Platz 28: SSC Neapel wollen regelmäßig 40793 Fußballbegeisterte sehen.
  • Platz 27: Paris St. Germain hat im Schnitt 40991 Zuschauer.
  • Platz 27: Paris St. Germain spielt im Prinzenpark Stadion.
  • Platz 26: Den AS Rom wollen im Schnitt 41180 Fans sehen.
  • Platz 25: Zu den Spielen von Chelsea London kommen im Schnitt 41661 Fußballfans
  • Platz 24: Manchester City hat pro Heimspiel 42936 Zuschauer.
  • Platz 23: 43442 Fans kommen zu den Heimspielen von Feyenoord Rotterdam.
  • Platz 23: Das Stadion "De Kuip" in Rotterdam. Die Feyenoord-Fans sind in ganz Europa berüchtigt.
  • Platz 22: Die Spiele des FC Liverpool im legendären Stadion an der Anfield Road locken im Schnitt 43515 Zuschauer.
  • Platz 21: Atlético Madrid lockt 44731 Zuschauer zu seinen Heimpartien.
  • Platz 20: Bei Heimspielen von Eintracht Frankfurt pilgern durchschnittlich 45783 Zuschauer in die Commerzbank Arena.
  • Platz 19: Im Borussenpark in Mönchengladbach finden sich bei Auftritten der Fohlen-Elf durchschnittlich 46000 Zuschauer ein.
  • Platz 18: Ins Berliner Olympiastadion pilgern durchschnittlich 46064 Fans zu Begegnungen von Hertha BSC.
  • Platz 17: 48155 Zuschauer kommen zu den Heim-Begegnungen von Newcastle United.
  • Platz 16: Die Heimspiele von Ajax Amsterdam verfolgen im Schnitt 48612 Zuschauer.
  • Platz 16: Die Arena von Ajax Amsterdam war einst das modernste Stadion Europas.
  • Platz 15: Der 1. FC Köln darf im Schnitt 49208 Zuschauer im Stadion in Müngersdorf begrüßen.
  • Platz 14: Pro Partie strömen regelmäßig 49385 Fußballfans zu Spielen der Glasgow Rangers.
  • Platz 13: 50904 Fans kommen zu Spiel des VfB Stuttgarts ins Stadion in Cannstadt.
  • Platz 12: Olympique Marseille lockt im Schnitt 51200 Zuschauer zu den Heimspielen.
  • Platz 11: Inter Mailand mit 52639 Zuschauern.
  • Platz 10: Der Hamburger SV ist der Zuschauermagnet im Norden. Im Schnitt kommen 54639 in die HSH Nordbank Arena.
  • Platz 9: Celtic Glasgow lockt im Schnitt 57388 Zuschauer.
  • Platz 8: 57558 Zuschauer besuchen die Spiele des AC Milan im San Siro Stadion. Die Stätte, an der die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 90 große Erfolge feierte.
  • Platz 8: Die Fans des AC Milan sind berüchtigt in Italien.
  • Platz 7: 60029 Zuschauer verfolgen im Schnitt die Spiele von Arsenal London im Emirates Stadion.
  • Platz 6: Im Schnitt pilgern 61447 Fußballfans in die Veltins-Arena, um die Auftritte des FC Schalke zu verfolgen.
  • Wenn der FC Schalke zu Hause antritt, ist das Stadion fast immer ausverkauft.
  • Platz 5: In Sachen Zuschauer ist der FC Bayern München die Nummer fünf in Europa mit 69000 Zuschauern.
  • Platz 4: Ins legendäre Nou-Camp-Stadion kommen im Schnitt 69794 Fans zu den Spielen des FC Barcelona.
  • Platz 3: Die Königlichen von Real Madrid landen mit 73000 Zuschauern pro Heim-Partie auf dem dritten Rang in Europa.
  • Platz 3: Die "Königlichen" sind in der Champions League schon im Achtelfinale gescheitert. In der Zuschauergunst liegt Real Madrid dennoch auf Rang drei in Europa. Das Bernabeu-Stadion ist ein Zuschauermagnet.
  • Platz 2: Borussia Dortmund mit einem Zuschauerschnitt von 73131.
  • Platz 2: Die Dortmunder Borussia trägt ihre Heimspiele im Signal-Iduna-Park aus.
  • Der amtierende Champions-League-Sieger Manchester United ist auch Top in Sachen Zuschauer.
  • 75286 kommen im Schnitt zu den Spielen von Manchester United nach Old Trafford.

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Wie wollen Sie mithalten?

Rummenigge: Wir werden zum 18. Mal in Folge profitabel arbeiten und Gewinn ausweisen. Natürlich wollen wir die Champions League gewinnen. Aber nicht um jeden Preis.

Aber 50 Millionen müssten doch drin sein, ohne daran zu zerbrechen.

Rummenigge: Auch das muss man sich ganz gut überlegen.

Interview: Mario Volpe

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