München - Im tz-Interview spricht Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge über den Rückrundenstart, über die Verletzungen und die Zukunft von Franck Ribéry sowie über Youngster David Alaba.

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Nahm sich am Donnerstag ausführlich Zeit für ein Interview mit der tz: Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge
Es geht wieder los! Am Freitag eröffnet der FC Bayern mit dem Spiel gegen Hoffenheim die Rückrunde. Die tz sprach vor dem Start ausführlich mit Karl-Heinz Rummenigge.
Karl-Heinz Rummenigge: Das wäre unser Wunsch! Ich hoffe, dass wir besser aus den Startlöchern kommen als in der Hinrunde, da haben wir wichtige Punkte liegen gelassen. Wir wären gerne zumindest über Nacht wieder Erster.
Wäre ja nach 51 Spieltagen mal wieder Zeit…
Rummenigge: Mich interessieren nicht die Spieltage. Ich richte unser Ziel auf 34 Spieltage aus – und da soll die Schale in München sein.
Sind Sie nach der kürzesten Pause seit Jahren schon in Fußballstimmung?
Rummenigge: Die Winterpause war kurz, ich verstehe den Ärger der Trainer. Aber das ist aufgrund der WM nach der Saison leider nicht anders möglich. Mittlerweile verlangt die Fifa ja auch, dass die Nationalmannschaften sich 14 Tage auf die WM vorbereiten können. Wenn am 11. Juni das erste Spiel ist, weiß man, wann die Bundesliga zu Ende sein muss. Dementsprechend gibt es Vorgaben, die keiner verändern kann. Dieser Regelung müssen sich alle Klubs weltweit unterwerfen.
Sollte die Winterpause also höchstens im Zweijahres-Rhythmus verkürzt werden?
Rummenigge: Wir wären gut beraten, die Winterpause nur in den Jahren zu verkürzen, in denen auch ein wichtiges Turnier wie eine WM oder EM ist. Alle zwei Jahre sollte die Winterpause nach altem Prinzip stattfinden, da die Spieler schon im Sommer nach den Turnieren nicht viel Urlaub haben. Umso wichtiger ist eine Regenerationsphase im Winter.
14 von 18 Bundesliga-Trainern sagen, dass Bayern die Schale holt. Ist der FCB wirklich Topfavorit?
Rummenigge: Unser Ziel ist die Schale. Aber wir tun gut daran, niemanden zu unterschätzen. Wir haben zwei Mannschaften vor uns, auch Hamburg oder Bremen sollten wir auf der Rechnung haben. Es wird kein Selbstläufer.
Wächst mit Schalke unter Felix Magath ein neuer Konkurrent heran?
Vielleicht könnte er auch einen Franck Ribéry endlich fit bekommen… Wie sehr ärgern Sie die andauernden Blessuren?
Rummenigge: Das sind Dinge, die man leider nicht ändern kann. Ich habe Franck in einem persönlichen Gespräch gesagt, dass es vielleicht besser wäre, in der Zukunft nicht unbedingt immer zum Trainingsbeginn nagelneue Schuhe zu tragen. Trotzdem sollten wir entspannt mit dem Thema Ribéry umgehen. Er ist ein extrem wichtiger Spieler und ich hoffe, dass er uns gegen Bremen zur Verfügung steht. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, dann brauchen wir ihn.
Aber Sie haben ihm tatsächlich Schuhtipps gegeben?
Rummenigge: Ich habe ihm gesagt, dass es nach einer Trainingspause besser ist, gebrauchte und nicht neue Schuhe zu tragen.
Haben Sie Sorgen, dass Ribéry die Verletzungen vortäuscht?
Rummenigge: Nein, überhaupt nicht! Franck hatte eine Verletzung. Ich habe mit unserem Doktor gesprochen: Leider haben sich durch die neuen Schuhe die Fußnägel extrem entzündet. Franck ist total seriös. Wir haben ein klares, sauberes Verhältnis.
Besteht die Chance, dass Ribéry über die Saison beim FC Bayern bleibt?
Rummenigge: Es ist unser Ziel, ihn nicht nur bis 2011 zu halten – sondern darüber hinaus. Ich bin mit ihm so verblieben, dass wir zu einem passenden Zeitpunkt ein Gespräch führen werden. Er selbst hat eine Verlängerung auch nie ausgeschlossen. Unser Ziel und unsere klare Option ist es, Franck an den FC Bayern zu binden.
Einer wie Ribéry könnte Youngster Alaba werden. Ist er ein Jahrhunderttalent?
Rummenigge: Ich bin über jeden Artikel, der nicht über ihn erscheint, glücklich. Lobeshymnen schaden eher der Entwicklung dieser jungen Spieler. Natürlich hätte man Alaba nicht geholt, wenn er kein vielversprechender Spieler wäre. Aber lieber erst einmal den Ball flach halten.
Weg vom Sportlichen: Wie gehen Sie mit der Gedichtklage von Frau Pfeiffer-Klärle um?
Rummenigge: Es gibt gar keine Schadensersatzklage. Das Thema ist erledigt.
Zum Abschluss: Wie beurteilen Sie die Anschläge beim Afrika-Cup? Kann 2010 eine sichere WM stattfinden?
Rummenigge: Natürlich ist das eine Katastrophe gewesen. Trotzdem bin ich überzeugt, dass in Südafrika alles getan wird, um die Sicherheit zu gewährleisten. Speziell die Protagonisten des Fußballs sind angehalten, den Fußball in Afrika zu unterstützen, nicht zu kritisieren. Die WM in Südafrika, die erste auf afrikanischem Boden, gilt es aus Sicht der ganzen Fußball-Welt zu unterstützen. Ich bin überzeugt, dass eine harmonische und sichere WM stattfinden kann.
Interview: Tobias Altschäffl



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