München - Im tz-Interview spricht Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt über seinen Status als neue Nummer 1, über seinen Umgang mit Louis van Gaal und die jüngsten Äußerungen von Franck Ribéry.

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Hoher Verschleiß: Butt braucht zwei paar Handschuhe pro Woche
Herr Butt, wie fühlt es sich an, das Schicksal im Bayern-Tor in den eigenen Händen zu haben?
Butt: Klar, ich will spielen. Deswegen bin ich jetzt glücklicher, denn ich stehe wieder auf dem Platz.
Bei van Gaal greift das Rotationsprinzip nun sogar im Tor. Haben Sie das schon einmal erlebt?
Kann seine Torhüterpolitik auch einen Keeper verunsichern?
Butt: Es muss einem beim FC Bayern sowieso klar sein, dass man seine Leistung immer bestätigen muss. Auf der Torhüterposition musste nur in den letzten Jahren nicht gewechselt werden, weil es Oliver Kahn gab. Wenn der mal Schwächephasen hatte, dann nur sehr kurze. Insofern war klar, dass sich der Torhüter nach Kahn erst einmal über einen längeren Zeitraum beweisen muss. Du musst dir einen Bonus erarbeiten – aber auch der kann sehr schnell aufgebraucht sein.
Rensing konnte sich in seiner Zeit als Nummer eins keinen Bonus erarbeiten…
Butt: Ich will nicht über Michael sprechen. Das gilt für alle.
Empfinden Sie nach der neuerlichen Degradierung dennoch Mitleid für Rensing? Ist seine Bayern-Karriere vorbei?
Butt: Für die Spieler, die draußen sitzen, ist es immer schwierig. Das war für mich genauso. Ich will darüber eigentlich nicht viele Worte verlieren. Denn da könnten wir über alle Spieler sprechen, die derzeit auf die Bank oder die Tribüne müssen. Denken Sie, einem Miroslav Klose geht es dabei besser?
Wie lange haben Sie jetzt die Garantie von van Gaal, die Nummer eins zu sein?
Butt: Ich brauche keine Garantie. Ich bin selbst dafür verantwortlich.
Müssen Sie nach dem nächsten Fehler wieder Ihren Platz räumen?
Butt: Ich glaube nicht, dass mich ein einziger Fehler meinen Platz kostet. Ausschlaggebend ist sowieso der Gesamteindruck, die Ausstrahlung, die Form. Nicht einzelne Fehler führen zu Wechseln.
Wie ist Ihr Umgang mit Louis van Gaal?
Butt: Er versucht, eine gewisse Distanz zu den Spielern zu wahren. Trotzdem hat er jederzeit ein offenes Ohr für die Spieler.
Haben Sie Verständnis für Franck Ribérys harsche Kritik?
Butt: Van Gaal ist ein neuer Trainer. Wir Spieler müssen uns irgendwo auch auf ihn einstellen. Das muss sich finden. Louis van Gaal macht vieles anders. Es braucht eine gewisse Zeit, bis alles perfekt läuft. Der Trainer hat jederzeit ein offenes Ohr und stellt sich sicher auf solche Dinge ein. Franck ist ein emotionaler Mensch, der aufgrund seiner Verletzung keinen Einfluss nehmen konnte. So kam wohl eine gewisse Unzufriedenheit bei ihm auf. Nicht mehr, nicht weniger.
Interview: Tobias Altschäffl



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