München - Es müllert wieder in Deutschland. 20 Jahre, unbekümmert, waschechter Oberbayer mit besonderem Nachnamen: Thomas Müller ist nach vier Toren in den letzten zwei Partien in aller Munde.

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Shooting Star des FC Bayern: Thomas Müller
„Ich kann das nicht weniger machen“, bewertet Louis van Gaal gegenüber der tz den Medienrummel: „So etwas ist für einen jungen Spieler immer ein Problem. Ich habe viele Junge gehabt, und für viele war es schwierig, damit umzugehen.“ Seine Hoffnung: „Ich denke, dass Thomas ein sehr vernünftiger Spieler und Mensch ist.“
Den Eindruck vermittelt der Mann aus Weilheim bei jedem Gespräch. Der Überflieger bleibt auf dem Boden. „Er macht einen wunderbar lockeren, zielstrebigen, professionellen Eindruck“, urteilt Paul Breitner über das Talent, „all diejenigen, die ihn besser kennen, sagen, dass Thomas nie abheben oder Probleme machen wird.“
Dieses Gefühl hat man an der Säbener Straße – aber auch bei Experten aus der Ferne. Günter Netzer zur tz: „Durch seine vier Tore ist er in die Öffentlichkeit geschossen worden. Wenn ich den jungen Müller so reden höre, bin ich aber sehr, sehr optimistisch, dass ihn das nicht besonders verrückt macht und er das richtig einschätzen kann. Zudem sind in seinem Umkreis Leute, die dafür sorgen, dass das nicht passiert.“
„Er lässt sich für die Medien wunderbar verkaufen. Besser Müller als Huber. Dieser Name hat doch beim FC Bayern eine wunderbare Geschichte“, glaubt Breitner nicht an eine Last des großen Namens: „Wenn der Thomas diesen Bogen zum Gerd irgendwann als zu große Bürde verspürt hätte, hätte er sehr früh schon Probleme bekommen. Aber das hat er nicht!“
Breitner kann Müllers Entwicklung „nachvollziehen, weil Uli Hoeneß mit 20, ich mit 21 Europameister waren. Eines ist klar: Thomas Müller wird zwei Schritte nach vorne machen, dann wieder einen zurück. Mit 27, 28 Jahren kommst du dann als Stürmer in deine beste Form“, erklärt Breitner. „Er muss lernen, lernen, lernen – und wissen, dass es nicht nur in eine Richtung geht. Dann kann er eine große Karriere machen.“ Seine Meinung: „Thomas hat alles, um ein großer Müller zu werden.“
„Er ist dabei, den Sprung zu machen – nicht mehr und nicht weniger. Auch in den Spielen, in denen er keine Tore gemacht hat, hat er ordentlich gespielt. Er hat positive Ansätze, die sich hoffentlich schnell weiterentwickeln. Müller ist für den Verein und die Zuschauer eine große Freude“, sagt Netzer – und warnt auch: „Erst einmal muss er den ersten Schritt machen, Fuß fassen. Er soll sich stabilisieren und keine Gedanken über die WM oder ähnliches machen. Der erste Schritt ist schwer genug.“
Tobias Altschäffl



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