München - Verärgerung? Hass? Von wegen! Die 54 000 Fans im Borussia-Park begrüßten Marco Reus mit Standing Ovations. Und der Noch-Gladbacher dankte es mit einer Glanzvorstellung beim Sieg gegen die Bayern.

© dpa
Marco Reus nutzte Neuers Patzer eiskalt aus.
Die Gladbach-Anhänger hielten „Danke, Marco“-Plakate hoch und jubelten dem 21-Jährigen zu, der ab kommender Saison im Trikot von Borussia Dortmund auflaufen wird. Aber wieso? Ganz einfach: „Marco ist nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch super“, attestierte ihm Gladbach-Trainer Lucien Favre schon vor dem 3:1-Sieg gegen die Bayern. „Und außerdem ist er ja noch bis Ende Mai da.“ Richtig!
Und solange Marco Reus noch da ist, hat die Borussia nur wenig zu befürchten. Zu sehen war das auch am Freitag wieder, beim 3:1 gegen den Tabellenführer aus München. Gerade mal ein paar Sekunden reichten Reus, um seine Klasse ein Mal mehr unter Beweis zu stellen.
Die 11. Minute: Holger Badstuber legt zurück auf Manuel Neuer, der vertändelt die Kugel und versucht erst in allerhöchster Not zu klären. Der Ball landet bei Reus, der ihn kurz annimmt und aus 30 Metern intuitiv draufhält - 1:0. „Den muss man erst mal so machen“, sagte Bastian Schweinsteiger nach der Partie. „Ganz so einfach ist der nicht.“ Trainer Favre ging da sogar noch ein Stück weiter „Ein super Tor“, so der Gladbach-Coach. „Der Ball war sehr schwer zu nehmen, aber Marco macht das perfekt.“
Für den Youngster selbst ist ein anderer Verein auch gar nicht in Frage gekommen. „Nur Dortmund war meine erste Option“, sagte Reus bei Sky. „Und dass ich eine Stammplatzgarantie in München gefordert habe, ist totaler Quatsch.“ Und weiter: „Aber ich habe Gladbach total viel zu verdanken. Ich habe Ihnen die Chance zu verdanken, in der Bundesliga zu spielen. Und deswegen werde ich bis zur letzten Sekunde alles geben, um noch die Ziele in der Rückrunde zu erreichen.“
Balsam in den Ohren aller Borussia-Anhänger, und nach dem 1:0 gegen die Bayern auch in den Augen. In der zweiten Halbzeit legte der Mann der Stunde dann auch noch das 3:0 von Herrmann vor. Ein genialer Pass in die Tiefe, was denn sonst?
Doch wie in jeder Geschichte forderte die Show auch einen traurigen Helden. In diesem Fall Bayerns Schlussmann Manuel Neuer. Wie auch schon bei seinem Patzer im Hinspiel, bei dem er de Camargo den Siegtreffer sozusagen auf dem Tablett servierte, verließ Neuer auch am Freitag das Feld mit hängendem Kopf. Anstatt die Rückgabe von Badstuber direkt zu klären, vertändelte er den Ball, geriet in Bedrängnis und lieferte somit Reus die Vorlage zum 1:0 - Neuers Gladbach-Déjà-Vu.
„Das passiert dem Manu einmal von tausend Mal“, sagte Bastian Schweinsteiger. „Aber das hing auch mit dem Platz zusammen, der war wirklich in katastrophalem Zustand.“ Rasen hin oder her, von da an hatten die heimischen Fans im Gladbacher Borussia-Park ihren Spaß. Bei jeder Ballberührung wurde Neuer gefeiert. Fast so wie Reus...
tz



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.