Hamburg - Das Nord-Süd-Derby steigt, es ist angerichtet: Auch für Uwe Seeler, den einstigen Topstürmer des HSV. Die Torjägerlegende spricht in der tz über das Spitzenspiel, Ex-Bayer Zé Roberto und die Nöte der Bayernstürmer.

© Getty
Uwe Seeler.
Samstag steigt das Spitzenspiel in Hamburg. Was für eine Partie erwarten Sie, Herr Seeler?
Seeler: Ich erwarte auch wirklich ein Topspiel, hoffentlich mit vielen Toren. Und ich drücke natürlich für meinen HSV die Daumen. Ich hoffe, Hamburg geht als Sieger vom Platz – nach einem hochinteressanten Spiel.
Ihr Tipp?
Seeler: Ich sach mal: 2:1 für den HSV.
Die Entwicklung verlief zuletzt unterschiedlich. Der HSV gewann dreimal in Folge nicht, Bayern holte fünf Siege.
Seeler: Deswegen ist es ja am Samstag so interessant. Der HSV ist dieses Jahr sehr stark, motivieren muss man da keinen. Weil es gegen Bayern geht, und weil sich Hamburg zuletzt gegen Osnabrück und Wien richtig blamiert hat. Samstag wird dann der Tag der Wahrheit – da sieht man, wie beide Mannschaften beieinander sind.
Ist Hamburg mit Zé der beste Griff seit Jahren gelungen?
Seeler: Er wurde sehr schnell in die Mannschaft integriert – aber wenn man weltklasse ist, geht das eben sehr schnell. Zé ist schon ein Genuss.
Der Hamburger SV steht auf Platz eins – und schon reifen die Meisterträume…
Seeler: Ach, das sind zum jetzigen Zeitpunkt doch wirklich nur Träumereien. Fragen Sie mich vier Spieltage vor Ende der Rückrunde. Wenn Hamburg dann noch oben steht, können wir von der Meisterschaft reden.
Oder grüßen dann die Bayern von oben?
Gemütlich ist es für die Spieler bei ihm nicht…
Seeler: Soll’s ja auch nicht sein! Wenn es gemütlich wird, leidet die Leistung. Van Gaal packt seine Spieler hart an – aber das tut ihnen gut. Eine solche Mannschaft voller Superstars braucht einen Trainer, der sagt, wo es langgeht.
Mit Mario Gomez hat er derzeit wenig Mitleid. Können Sie seine Probleme nachvollziehen?
Seeler: Am Anfang war Gomez gesetzt. Vielleicht dachte er da, dass es von allein läuft. Er macht eine schwere Zeit durch, vielleicht die schwerste seiner Karriere. In Stuttgart war alles wunderbar, er hatte sein eigenes Nest – jetzt gibt es einen sehr harten Konkurrenzkampf, jeder will spielen.
War der Wechsel ein Fehler?
Seeler: Nein! Auf Dauer wird sich Gomez durchsetzen, da bin ich mir sicher. Er kann auch in München glücklich werden.
Gilt das auch für Miroslav Klose?
Seeler: Es gibt so viele gute Stürmer bei Bayern. Aber ich sage immer: Die müssen zusammenspielen, sich gegenseitig ergänzen.
Im Moment ist Ivica Olic der Mittelstürmer…
Seeler: Das macht’s natürlich nicht einfacher. Aber ich würde mehreren dieser tollen Stürmern die Chance geben, zusammen zu spielen.
Zur Not kann Klose im Winter ja immer noch nach Hamburg. Beim HSV herrscht Stürmer-Not, im Norden kennt er sich aus.
Seeler: Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass in der heutigen Zeit alles möglich ist…
Interview: Tobias Altschäffl



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.