1503.07.09|FC Bayern|86 Kommentare
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Seit Mittwoch ist er neuer Sportdirektor des FC Bayern: Christian Nerlinger , der Kronprinz von Uli Hoeneß. Innerhalb eines Jahres stieg der Ex-Profi in die höchste Führungsebene auf. An seinem dritten Arbeitstag stellte sich der 36-Jährige den Fragen der tz.

© Sampics
Christian Nerlinger am Freitag in seinem Büro im Gespräch mit den tz-Reportern Tobias Altschäffl (rechts) und Mario Volpe
Herr Nerlinger , Franck Rib éry sagt: „Ich will weg vom FC Bayern.“ Sind seine Aussagen respektlos?
Nerlinger: Ich möchte nicht speziell auf diese Aussage eingehen. Spieler bewegen sich immer in einem Umfeld. Es gibt den Spieler, sein familiäres Umfeld und sein berufliches Umfeld – nicht den Klub, sondern sein privates Management. Das muss man im Hinterkopf haben. Grundsätzlich hat das Thema Ribéry langsam einen Punkt erreicht, wo wir keine Lust mehr haben, uns zu äußern. Es wurde alles gesagt. Ribéry wird beim FC Bayern bleiben.
Können Sie das versprechen?
Nerlinger: Franck hat noch zwei Jahre Vertrag, und er wird bleiben. Das wurde ja vom Management auch immer so kommuniziert. Ich möchte mir jetzt erst mal gewisse Dinge ansehen. Aber grundsätzlich ist es auch so, dass es einen Verhaltenskatalog geben wird. Den Spielern sollen Grenzen gezeigt werden, die nicht überschritten werden dürfen. Öffentlich darf man sich nicht so äußern.
Schließlich hat Ribéry auch noch zwei Jahre Vertrag, ist der Liebling der Fans und verdient in München gutes Geld…
Nerlinger: Ja, aber noch einmal: Wir berücksichtigen bei Ribéry auch das gesamte Umfeld, ob er vielleicht auch zu solchen Aussagen gedrängt wird. Franck wird kein Problem werden für uns. Er wird momentan vielleicht zu Dingen getrieben, die er selbst gar nicht so gut findet. Ich hatte immer den Eindruck, dass sich Franck in München sehr wohl fühlt. Wir sind jetzt auf dem Weg, eine sehr stabile und dominante Mannschaft aufzubauen, die auf Sicht auf eine Stufe mit dem FC Barcelona kommen kann. Und da ist Franck ein sehr wichtiger Baustein. Wenn er das verinnerlicht hat, wird er sich beruhigen und auf Fußball konzentrieren. Er wird uns in Zukunft sehr helfen.
Trotzdem träumt er von Real.
Nerlinger: Also erstmal ist das ein großes Luftschloss, dass er sich da aufbaut – denn es gibt von Real kein Angebot. Punkt zwei: Franck muss sich überlegen, ob er diesen Weg, Dinge provozieren zu wollen, mit sich vereinbaren kann. Ob er das will. Denn der FC Bayern hat einiges für ihn getan.
Eine Aussage wie diese Woche wird er also nicht noch einmal tätigen?
Nerlinger: Nein.
Für Irritationen sorgte sein abgebrochenes Training.
Nerlinger: Franck hat Probleme an der Achillessehne, Entzündungen auf beiden Seiten. Das ist keine Erfindung und kein Vorwand.
Wie soll der Verhaltenskatalog aussehen? Arbeitsblätter für die Spieler?
Nerlinger: Louis van Gaal gibt automatisch Dinge vor, da braucht man gar keine Angst zu haben. Diese Mannschaft wird sich diszipliniert verhalten, der Trainer denkt auch, dass es mit Ribéry überhaupt keine Probleme geben wird. Van Gaal ist sehr autoritär – und ich werde ihn dabei bedingungslos unterstützen.
Wer Regeln überschreitet, wird im Normalfall mit Geldstrafen belegt. Lassen sich Profis davon beeindrucken?
Nerlinger: Ja, schon. Man glaubt es nicht, aber es ist tatsächlich so (schmunzelt).
Apropos Finanzen. Viele wundern sich, woher der FC Bayern das Geld für die Transfers von Gomez, Timoschtschuk & Co. nimmt. Erklären Sie es uns.
Nerlinger: Das frage ich mich auch manchmal (lacht). Nein: Hier wird gut gearbeitet. In den Bereichen Merchandising und Sponsoring ist der FC Bayern führend. Da haben wir gute Einnahmequellen. Und wir haben gute Mitarbeiter, die mit Herzblut bei der Sache sind.
Sind auch Lucio und Luca Toni noch mit Herzblut beim FC Bayern?
Nerlinger:Ja. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie beim FC Bayern bleiben und uns weiterhelfen können. Luca muss sich dem Konkurrenzkampf stellen. Und Lucio spielt in den Planungen von Louis van Gaal eine wichtige Rolle.
Ist Manuel Neuer weiter ein Thema?
Nerlinger: Dieses erneute Gerücht kam aus der Ecke von Manuel Neuer. Wir haben uns intern klar zu Rensing und Butt bekannt. Ich finde diesen internen Konkurrenzkampf um die Nummer eins mal wieder sehr spannend, das hat es ja schon lang nicht mehr gegeben.
Interview: Tobias Altschäffl , Mario Volpe
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