Basel - Vor dem Champions-League-Spiel gegen Basel ist der Druck für die Stars des FC Bayern groß. Trainer Jupp Heynckes kündigt an, dass er das System auf keinen Fall ändern möchte.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Uli Hoeneß hatte einen Fehler gemacht. Und wurde von Jupp Heynckes prompt darauf aufmerksam gemacht. „Was ist mit deiner Krawatte?“, fragte Heynckes seinen Freund Hoeneß bei der Begrüßung am Flughafen vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel beim FC Basel. Hoeneß trug das Hemd unter seinem FCB-Anzug ohne Binder. „Ja, Mensch! Ich hab extra gestern gefragt. Da hieß es: keine Krawatte“, sagte Hoeneß. Dann aber triumphierend: „Moment! Ich hab ja eine eingesteckt!“ Der Bayern-Präsident griff in seine Reisetasche, holte eine rote Krawatte hervor und band sie sich um. Heynckes: „Na dann kann’s ja losgehen.“
Die Situation der Bayern ist in der Tat schwierig. Nach dem unbefriedigenden 0:0 beim Tabellenletzten Freiburg sind sie schon vier Punkte von der Tabellenführung entfernt. Jetzt geht’s gegen Basel, am Sonntag darauf kommt der FC Schalke. „Wir kommen jetzt ins letzte Drittel der Saison. Da müssen wir sehr konzentriert zu Werke gehen und ich bin überzeugt, dass das gegen Basel der Fall sein wird“, fordert Karl-Heinz Rummenigge.
Ein Appell, der allen noch einmal den Ernst Lage deutlich machen soll. Denn wenn es ganz schlecht läuft, könnte sich die Bayern-Situation innerhalb von vier Tagen erheblich verschlechtern: Eine Niederlage gegen Basel würde ein Weiterkommen enorm erschweren, eine Niederlage gegen Schalke und die Meisterschaft wäre wohl endgültig vorbei. Kein Wunder also, dass die Bayern nervös sind. Die Spieler wurden angehalten sich mit Aussagen gegenüber der Presse zurückzuhalten. „Heute reden nur die Chefs“, sagte Thomas Müller vor dem Abflug.
Kritische Fragen in der Pressekonferenz wurden abgebügelt – und auch der Auftritt des Vorstands vor der Mannschaft am Montag spiegelt die Gemütslage innerhalb des Vereins. „Wir haben uns abgesprochen. Ich habe Karl-Heinz Rummenigge gesagt, dass ich das begrüßen würde. Er hat das in seiner sehr souveränen und gelassenen Art gemacht und ich glaube, dass die Worte richtig angekommen sind. Das Zusammenwirken aller Kräfte ist wichtig! Wir müssen in eine Richtung gehen – Vorstand und Mannschaft“, erklärte Jupp Heynckes. Doch alle wissen: Nur wegen einer Ansprache gewinnt man keine Spiele. „Wir müssen etwas verändern, damit wir erfolgreicher sind“, sagte Heynckes, der aber nicht auf ein 4-4-2 umschwenken will: „Am System werde ich auf keinen Fall etwas ändern.“ Was es dann sein würde, wollte er nicht verraten – Hauptsache seine Medizin wirkt…
Jan Janssen
Rubriklistenbild: © sampics


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