München - Philipp Lahm zündelt, Luca Toni flüchtet, der Bayern-Vorstand tobt: Breim kriselnden FC Bayern brennt schon Anfang November der Baum. Fliegt jetzt alles auseinander?

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Philipp Lahm (l.) und Luca Toni müssen eine Geldstrafe zahlen
Explosive 361 Zeilen, die rund 30 000 Euro kosten. Stadionflucht 30 Minuten vor Abpfiff. Eine Kabinenpredigt des Vorstandsvorsitzenden. Sechs Punkte Rückstand auf die Spitze, Platz acht, hinter Mainz 05. Beim FC Bayern brennt schon Anfang November der Baum…
Luca Tonis Stadionflucht nach seiner Auswechslung wurde in einer Presseerklärung des Vereins als „unakzeptable Disziplinlosigkeit“ bezeichnet. Lahms vereinsschädigendes Interview habe „in unverzeihlicher Art und Weise gegen interne Regeln verstoßen“. Der sonst so loyale Nationalspieler wurde dafür mit einer Rekordstrafe belegt. „Wir sind enttäuscht, weil er als stellvertretender Kapitän eigentlich eine besondere Verantwortung für die Mannschaft und den Klub trägt“, erklärte Rummenigge. „Philipp Lahm wird deshalb mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern noch nicht gegeben hat.“ Es brennt bei Bayern. Nach dem sportlichen Sturzflug nun die Selbstzerfleischung: Fliegt jetzt alles auseinander?
Anders als bei Toni handelte es sich bei Lahms Aussagen nicht um eine spontane Frust-Reaktion – sondern um ein vom Verein nicht autorisiertes, 361 Zeilen langes Interview. Das Gespräch wurde in Absprache mit Lahms Berater Roman Grill geführt und lanciert – was Uli Hoeneß auf die Palme brachte: „Das ist nicht klug, in so einer Phase solche Interviews zu geben. Das wird er bedauern. Der Roman Grill glaubt ja auch, er habe die Weisheit mit Löffeln gefressen. Der würde auch sicher gern beim FC Bayern arbeiten.“ Davon sei er aber jetzt weiter entfernt denn je.
Hintergrund: Grill wäre fast HSV-Sportdirektor geworden und soll jetzt auf den Posten von FCB-Sportdirektor Nerlinger schielen. Der Vorwurf: Deswegen trage Lahms Interview klar seine Handschrift und greife die Vereinspolitik an. Auch bei Lahms Vorliebe für die rechte Abwehrseite habe Grill seine Finger im Spiel, wird im Verein gemutmaßt. Dass Lahm links besser als rechts sei, „haben wir ja bisher auch nicht öffentlich beredet“, attackiert Hoeneß Musterschüler Lahm öffentlich: „Die Meinung, dass er ein guter rechter Verteidiger ist, hat er sowieso ziemlich exklusiv.“ Es brennt bei Bayern!
Ein einziges Tollhaus – Tonis Eskapade verstärkt dieses Gefühl. „Luca weiß, dass er sich undiszipliniert verhalten hat“, schimpfte Rummenigge. Auch Kapitän van Bommel schüttelte den Kopf: „Ich kann das nicht nachvollziehen. Kein Spieler ist größer als der Verein.“ Die Bayern-Bombe tickt. Fast Nebensache, dass es sportlich wieder nicht lief gegen Schalke. Dominant, aber nicht eiskalt. Die Probleme bleiben die alten. Zumindest gibt Hoeneß van Gaal eine Jobgarantie: „Wir werden in aller Ruhe bis Weihnachten abwarten und gucken, wie das Zwischenergebnis ist.“
ta, mic



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