324.07.10|FC Bayern|36 Kommentare
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München - Seit ein paar Wochen ist er die Nummer zwei im Bayern-

© sampics
Unter Spannung: Thomas Kraft weiß, dass er beim FC Bayern eine einmalige Chance hat.
Thomas Kraft wird derzeit sowohl von Frans Hoek auf der Linie gequält als auch von Louis van Gaal auf dem Feld eingesetzt. Mangels Spieler muss er am Samstag sogar im Testspiel in der Abwehr ran! In Zukunft sieht er seinen Platz aber zwischen den Pfosten – und das dauerhaft, wie er der tz im Interview verrät!
Glückwunsch, Sie sind die neue Nummer zwei bei Bayern. Was bedeutet das für Sie?
Kraft: Erst einmal ist es ein Fortschritt für mich. In den letzten Jahren war ich schließlich immer „nur“ dritter Torwart, jetzt ist es eine ganz andere Situation. Es freut mich, dass ich zunächst mal zweiter Torwart bin – jetzt gilt es, mich in diesem Jahr aber auch gut zu präsentieren.
…um dann Nummer eins zu sein. Wie lange geben Sie sich Zeit für dieses Ziel?
Kraft: Das lässt sich jetzt nicht festlegen, aber irgendwann möchte ich schon spielen!
Hätten Sie damit gerechnet, schon mit 21 zweiter Mann bei Deutschlands bestem Verein zu sein?
Kraft: Ich bin vor vielen Jahren hierher gekommen, um Profi zu werden. Das hat ja auch schon früh geklappt, ich bin seit zwei, drei Jahren fest dabei im Kreis der Profis. Aber so jung zweiter Mann zu sein, ist schon eine tolle Sache. Und es ist eben eine Herausforderung, um noch weiter zu kommen.
Seit wann genau spielen Sie denn bei Bayern?
Kraft: Ich bin seit 2004 hier, in der B-
Und Sie haben noch mit Oliver Kahn zusammen trainiert.
Kraft: Das war natürlich eine Riesengeschichte für mich! Früher, als kleiner Junge, war er mein großes Vorbild. Und dann durfte ich mit ihm trainieren!
Was konnten Sie sich bei dem Titan abschauen?
Kraft: Das ist schwierig zu sagen, denn man kann immer viel von jedem hier lernen. Bei Oliver ist mir aufgefallen, dass er einen unheimlichen Willen hatte damals, er hatte einen enormen Trainingsfleiß, das war schon imposant.
Jetzt trainieren Sie mit Jörg Butt. Ist da ein Vergleich möglich?
Kraft: Vom Torwartspiel her sind Jörg und Oliver unterschiedliche Typen. Jörg spielt mehr, ist fußballerisch stärker eingebunden. Olli hat sich dagegen mehr auf das Spiel auf der Linie konzentriert. Und das konnte er perfekt.
Wo finden Sie sich zwischen diesen Torhütern?
Kraft: Ich vergleiche mich mit keinem. Ich möchte ein moderner Torhüter sein. Das bedeutet, dass ich mitspiele und auf der Linie gut bin. Da möchte ich hinarbeiten. Die Persönlichkeit entwickelt sich dann mit der Zeit. Aber ich glaube, dass ich derzeit eine gute Akzeptanz habe in der Mannschaft.
Wie steht es um den Trainer?
Kraft: Wir haben ein gutes Verhältnis. Zu Anfang war es schwierig, weil es auch bei mir nicht so lief. Aber jetzt läuft’s.
Was sind seine Erwartungen an Sie?
Kraft: Er fordert immer. Er sieht immer alles. Und wenn ihm was auffällt, dann sagt er auch: Du, das musst du besser machen! Er zeigt mir schon, wo ich mich verbessern muss. Das gilt auch für Hermann Gerland.
Was, glauben Sie, kann daraus langfristig wachsen?
Kraft: Dieses Jahr möchte ich mich präsentieren. Dann ist mir wichtig, irgendwann auf hohem Niveau, sprich in der Bundesliga, zu spielen.
Ihr Vorgänger, Michael Rensing, hatte ähnliche Pläne.
Kraft: Ich weiß, dass es so laufen kann. Es ist eben ein schmaler Grat hier bei Bayern München. Du darfst dir eben nicht viel erlauben, wenn du dann mal spielst. Natürlich weiß ich, dass es auch bei mir so laufen kann – aber ich gehe nicht davon aus! Ich versuche, es besser zu machen. Ich habe keine Angst.
Interview: mic

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