Göteborg - Er ist der Zehner mit Sechser-Qualitäten, das Talent mit den besonderen Fähigkeiten: Toni Kroos. Der Bayern-Star hat noch viel vor, wie er im Interview verrät.

© Sampics
Toni Kroos spielt bereits seine vierte Bundesliga-Saison - und das mit 20 Jahren.
Für viele Spieler ist die Nationalmannschaft immer so etwas wie eine Wohlfühloase, aus der sie Kraft schöpfen. Für Sie auch?
Kroos: Zur Nationalmannschaft zu kommen, ist immer etwas Besonderes, das ist ganz klar. Aber Kraft holen muss ich mir hier nicht, denn es läuft für mich ja bisher gut bei Bayern. Aber beim letzten Spiel, da haben Sie recht, da war es so.
Wo ist der Konkurrenzdruck größer? Bei Bayern oder bei der Nationalmannschaft?
Kroos: Das ist schwer zu vergleichen. Bei der Nationalmannschaft spielen halt die besten aus Deutschland, da ist der Konkurrenzdruck schon groß, zumal ja viel Qualität von den Jungen nachkommt. Bei Bayern ist der Druck ebenfalls groß, aber dort spielen eben nicht nur Deutsche, da werden die besten aus den Topklubs Europas eingekauft.
Wo sehen Sie sich eher als Stammspieler?
Aber Sie haben nur selten auf der Zehn gespielt ...
Kroos: Das stimmt. Durch die Verletzten hatten wir viele verschiedene Aufstellungen. Wir hatten bei Bayern in dieser Saison ja noch nicht einmal alle Spieler an Bord. Deswegen wurde viel gewechselt. Für mich war aber vor allem wichtig, dass ich überhaupt spiele – die Position war mir nicht so wichtig. Meine absolute Lieblingsposition ist zentral, dabei bleibt es, aber ich bin eben flexibel.
Jetzt kommt Ribéry zurück, im neuen Jahr Robben. Haben Sie Angst vor den beiden?
Kroos: Nein, habe ich nicht. Die Mannschaft hat eine sehr gute Serie gestartet. Ich habe mich immer mehr steigern können und hatte zuletzt einige sehr gute Spiele. Aber klar, der Trainer entscheidet.
Wo sind Sie in den letzten Jahren sportlich besser geworden?
Kroos: Vor allem war die Spielpraxis wichtig. So konnte ich allen zeigen, worüber immer spekuliert wurde: Was kann er? Ich wusste, welche fußballerischen Qualitäten ich habe. In Leverkusen konnte ich das kontinuierlich nachweisen.
Ist es ungerecht, dass andere 20-Jährige als junge Talente gelten, man von Ihnen aber erwartet, dass Sie schon spielen, wie ein langjähriger Profi?
Kroos: Das bin ich gewöhnt. Man hat schon immer von mir etwas Besonderes erwartet. Und weil ich jetzt schon in die vierte Profisaison gehe, vergisst man manchmal, dass ich erst 20 bin. Ich weiß aber, dass ich die Qualität habe, diese Erwartungen zu erfüllen. Diesem Druck stelle ich mich gerne, und dass ich ihn derzeit gut bewältige, zeigt ja nur, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dennoch sollte man nie vergessen, dass ich erst 20 bin.
Interview: jj



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