FC Bayern München will Lokalrivalen TSV 1860 verklagen

Hoeneß: 1860 klaut uns Geld

1102.11.09|FC Bayern|1 KommentarFacebook
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München - Seit inzwischen fünf Jahren spielen der FC Bayern und der TSV 1860 in getrennten Ligen. Die beiden Stadtrivalen trennen Welten. Und doch treffen sie sich demnächst auf Augenhöhe – denn vor Gericht sind alle gleich…

© Getty

Auf die Löwen und deren Geschäftsführer Manfred Stoffers ist Bayern-Manager Uli Hoeneß nicht gut zu sprechen.

Es geht um das Catering in der Allianz Arena. Die Arena-Verträge beinhalten, dass sowohl der FC Bayern als auch der TSV 1860 jährlich einen Fixbetrag von zwei Millionen Euro für die Verpflegung der Geschäftskunden auf den Business Seats zahlen müssen – unabhängig von Zuschauerzahlen oder Ligazugehörigkeit.

Doch seit einiger Zeit kommen die Löwen ihren Verpflichtungen nicht mehr nach. Das erklärte Uli Hoeneß am Samstag der tz: „Sie zahlen beim Essen, beim Catering nicht alles. Da wird es demnächst einen Prozess geben. Dann werden wir mal sehen, wie das ausgeht.“ Nach den wohlwollenden Äußerungen des Bayern-Managers zu einem möglichen Arena-Auszug des TSV (Hoeneß: „Wenn es so käme, würde ich sagen: traumhaft“) gibt’s jetzt richtig Ärger. Löwen und Bayern – sie können sich nicht riechen. Seit Manfred Stoffers bei Sechzig als Geschäftsführer das Sagen hat, ist das Verhältnis deutlich abgekühlt.

Doch jetzt wird es richtig heiß: Bayern verklagt Sechzig!

Auf den Nachbarn von der Grünwalder Straße ist Uli Hoeneß nicht gut zu sprechen. „Der TSV 1860 hat katastrophal gewirtschaftet. Ohne uns gäbe es diesen Verein gar nicht mehr. Wir haben die mehrfach gerettet“, erklärte der Manager zuletzt.

Allianz Arena: Solarium für den Rasen

Auch bei der Stadionfrage würde er einen Auszug der Löwen begrüßen. „Ich bin darauf angesprochen worden, dass es offensichtlich eine neue Studie von der Sechzger-Seite gibt, dass sie unbedingt das Grünwalder Stadion umbauen wollen. Und dass sie das angeblich bis 2014 realisieren könnten“, sagt Hoeneß. „Ich kann nur sagen: Entgegen der landläufigen Meinung haben wir absolut nichts dagegen, wenn die auf uns zukommen und sagen, dass sie rauswollen. Es wird immer der Eindruck erweckt, als würde der FC Bayern versuchen, die Sechzger mit allen Klauen in der Allianz Arena zu halten. Das ist absolut nicht der Fall.“

Allerdings: wenn es um bestehende Verträge und eigenmächtige Änderungen geht, hört beim Manager das Verständnis auf. Zu den Verantwortlichen der Löwen gäbe es „überhaupt kein Verhältnis“, sagt Hoeneß – nur vor Gericht sieht man sich innerhalb der nächsten vier Wochen. Hintergrund: Wie die tz erfuhr, erachtet der TSV 1860 den abgeschlossenen Zwei-Millionen-Vertrag als sittenwidrig. Deswegen bezahlen die Löwen seit drei Monaten weniger als vertraglich vereinbart. Dabei geht es, wie Hoeneß dem Münchner Merkur verriet, um „rund 50 000 Euro pro Spieltag: Der TSV 1860 hat drei Jahre alles korrekt abgerechnet, aber seit dem ersten Spieltag dieser Saison bezahlen sie nicht mehr für 3000 Business-Seats, sondern nur für die, die bei ihren Spielen tatsächlich besetzt sind.“ Das sind in der Regel um die 1800.

Hoeneß verärgert: „Das ist Geld, das sie uns klauen.“ Die Löwen beriefen sich darauf, dass in den Verträgen nur allgemein von Bundesliga die Rede sei – und nicht auch explizit von der zweiten Liga. Hoeneß: „Das ist ja lächerlich. Wir reden mit denen gar nicht mehr. Das ist kein Mieter, mit dem man seriös reden kann.“ Für das Catering im Fröttmaninger Stadion ist Arena One, eine Tochterfirma von Eon, verantwortlich. Seit die Löwen weniger als die Verpflichtungen von monatlich rund 170 000 Euro zahlen, gibt es einen regen Schriftwechsel zwischen beiden Parteien – und demnächst den Prozess.

Die besten Sprüche von Stoffers

Es heißt, Stoffers sehe die hohe Fixsumme nicht ein und erachte den Vertrag als „sittenwidrig“. In einem Brief im März 2009 schrieb der Löwen-Geschäftsführer bereits: „Leistung und Gegenleistung passen derzeit im Mietverhältnis nicht zusammen.“ Auch bei den Auszugsplänen ist Hoeneß äußerst skeptisch. „Gespräche über ein finanzielles Entgegenkommen werden dann geführt, wenn es so weit ist“, will der Manager jetzt noch gar nicht über Angebote sprechen: „Wieso soll ich da jetzt eine Verhandlungsposition darlegen? Auf uns ist niemand zugekommen.“ Überhaupt müsse man „abwarten, ob die Leute, die es da bei den Sechzgern gibt, überhaupt jemals in der Lage sind, ein Angebot darüber zu machen. Vorher brauchen wir uns nicht damit zu beschäftigen.“ Erst einmal müssen andere Dinge verhandelt werden…

Warum sich streiten? Fußball kann doch sooo schön sein

Tobias Altschäffl, Claudius Mayer

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