München - Bastian Schweinsteiger hat am Donnerstag vor versammelter Presse eine Wut-Rede gehalten, zeitweise in bester Trapattoni-Manier. Dabei sparte er nicht mit deutlichen Worten.

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Bastian Schweinsteiger (Archivfoto) setzte sich am Donnerstag lautstark zur Wehr
Schweini stinksauer zum Autor des Berichts: „Erstens: Ich bin kein Chefchen! Zweitens: Ich bin lange genug dabei und jeder hört auf das, was ich sage in der Kabine! Es wird ganz anders dargestellt, als wie es ist, verstehst du? Ich tue alles für den Verein. Ich spiele mit Schmerzen und versuche jedes Mal ein gutes Spiel hinzubringen. Und im Endeffekt bin ich der Idiot, nur weil ich am längsten dabei bin!“ Wer ihm den Führungsanspruch abspreche, habe keine Ahnung, meint Schweini. „Dann frag doch mal in der Kabine rum! Man muss nicht nach außen den großen Macker spielen. Das muss man nicht! Intern muss man da sein, und nicht nach außen!“, schimpft der Vize-Kapitän.
Das Problem: Schweinsteiger fühlt sich missverstanden und ungerecht behandelt – und nun wollte er es allen heimzahlen. „Ihr wisst doch gar nicht die Aufgabe von mir! Das wisst ihr doch gar nicht! Wenn ich zum Beispiel den Vidal ausschalten soll. Hast du den Vidal irgendwo gesehen? Na also!“ Klar, beim Spiel gegen Leverkusen hat ja auch alles gut funktioniert. Seine schlechte Leistung gegen Frankfurt ließ Schweinsteiger aber unerwähnt. An der schlechten Bewertung seiner Auftritte sind die anderen schuld. „Wenn wir gewinnen, gibt es einigermaßen gute Presse. Wenn wir unentschieden spielen oder verlieren, wird immer gleich rumgehackt und nicht aufs Spiel geachtet, was einer zu tun hat“, motzt Schweinsteiger. Die meisten Kritiken seien „ein Scheiß! Komplett erlogen, kompletter Scheiß! Vor einem halben Jahr war ich noch im kicker Mann des Jahres und auf einmal soll ich nicht mehr Fußballspielen können? Meinst du, es liegt nur an mir, dass wir um Platz Drei kämpfen?“
Schweini in Rage! Wer nicht erkenne, wie gut er spiele, der habe keine Ahnung von Fußball: „Auch ich spiele nicht immer auf Topniveau. Aber ich gebe trotzdem immer alles für Bayern. Und wenn du genau hinsiehst, weißt du, wo das Problem bei Bayern ist. Aber das weißt du ja gar nicht! Das siehst du ja nicht! Weil du gar keine Ahnung von Fußball hast!“ Rückfrage: Dann erklären Sie uns, was das Problem ist! Schweinsteiger: „Du siehst doch, dass wir nicht kompakt sind! Dass wir auseinander sind! Dass nicht alle Spieler zurückarbeiten! Gegen Leverkusen waren alle Spieler da und wir waren kompakt und haben die in der ersten Hälfte 4:0 an die Wand gespielt!“ Doch warum hat das gegen Frankfurt nicht geklappt?
Auch da war in Schweinsteigers Augen nicht die Mannschaft schuld. „Da haben wir zwei Chancen und müssen das Tor machen! Ganz einfach! Dann sind wir nicht mehr so kompakt und das eine Tor, das die machen, ist ein Glückstor! Der schießt den anderen an und der Ball prallt ab und geht rein. Dass wir zwei Elfmeter nicht bekommen, da sagt keiner was drüber! Gar nichts!“
Irgendwann reicht es ihm dann endgültig. „Ich habe keinen Bock mehr!“, schnaubt er in bester Trapattoni-Manier, steht auf und geht. Mal schauen, ob er am Samstag gegen Schalke auf dem Platz genauso viel Leidenschaft zeigt…
Jan Janssen



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