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Arjen Robben: Physiotherapeut Dick van Toorn wehrt sich

Van Toorn: "Das war alles in Ordnung"

München - Es gibt derzeit nur ein Thema beim FC Bayern: Die Verletzung von Arjen Robben!

© imago

Sie kennen sich lang, vertrauen einander: Arjen Robben und Physiotherapeut Dick van Toorn. Er sagt: „Niemand hat Schuld“.

Der Riss in seinem Muskel bedeutet auch eine Schramme in den Bayern-Hoffnungen – mit dem Superstar fehlt die individuelle Waffe in der Offensive. Fast noch schlimmer als der Ausfall wirkt derzeit die Frage nach dem Warum. Haben die Holländer den 26-Jährigen falsch behandelt? Wurde seine Verletzung gar billigend in Kauf genommen für ein gutes Turnier?

Der FC Bayern klagt an – und die Holländer wehren sich! Die tz sprach mit dem Mann, der Robben direkt nach dem Knackpunkt-Spiel gegen Ungarn vor der WM behandelt hatte: Dick van Toorn. Der Physiotherapeut weist alle Schuld von sich: „Robben war eine Woche lang bei mir. Danach war er fit, hatte keine Probleme. Ich kann mir das nicht erklären! Für mich hat niemand Schuld“, sagt der 77-Jährige. Dabei steht auch für den erfahrenen Therapeuten fest: „Es ist keine neue Verletzung. Es muss die alte sein.“ Van Toorn, der sogenannte Wunderheiler aus Holland, kann die Angriffe aus München nicht nachvollziehen. Seine Stimme bebt, als er darauf angesprochen wird. „Ich habe die Aufregung aus den Medien mitbekommen. Aber hören Sie: Robben hat fünf Spiele ohne Probleme gemacht! Im Finale hat er 120 Minuten gespielt – auch ohne Probleme! Was soll ich noch dazu sagen? Ich weiß es nicht!“ Aus seiner Sicht hat er nichts falsch gemacht. „Nach seiner Verletzung hat Robben gesagt: ‚Ich will zu van Toorn!‘ Daraufhin habe ich ihn behandelt. Damals habe ich einen Faserriss von der Größe 18 Millimeter zu 6 Millimeter festgestellt. Mehr nicht! Nach einer Woche fühlte Robben sich fit, ging zurück zur Mannschaft und wurde dort langsam aufgebaut. Das war alles in Ordnung so.“

Arjen Robben: Seine größten Geniestreiche

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Auch der Arzt des niederländischen Verbandes ließ keine Zweifel daran, dass alles korrekt verlaufen sei. „Robben ist gründlich untersucht worden. Die Bayern sind über die Ergebnisse der MRI und der Ultraschall-Untersuchung informiert worden. Auch die Reha-Pläne wurden mit dem Bayern-Arzt besprochen“, sagte Gert-Jan Goudswaard und fügte an: „Ich kann natürlich gut verstehen, dass sie enttäuscht sind.“ Doch die Bayern sind nicht nur enttäuscht, sondern wütend, „dass wir jetzt die Suppe auslöffeln müssen“ (Vorstandsboss Rummenigge). Dabei hat man den Holländern mehrmals die Hilfe von Dr. Müller-Wohlfahrt angeboten. „Das habe ich jetzt auch aus den Medien erfahren“, sagt Dick van Toorn. „Aber in der WM-Vorbereitung wusste ich davon nichts. Niemand vom FC Bayern war bei mir und hat sich angeschaut, was ich mit dem Spieler mache. Deswegen können sie es doch jetzt nicht besser wissen.“

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Van Toorn versteht die Welt nicht mehr. Erst am letzten Sonntag, einen Tag vor der Untersuchung bei den Bayern, hatte er Kontakt zum Superstar. „Da sagte er mir auch, dass es ihm gut geht und er sich topfit fühlt.“ Danach der Schock. Doch van Toorn bleibt bei seiner Meinung, mehr noch: Er glaubt tatsächlich: „Wenn Robben schmerzfrei ist, kann er auch trainieren und spielen!“ Bei den Bayern sieht man das anders. Robben wird zwei Monate aussetzen, der Star ist nun in den Händen von Dr. Müller-Wohlfahrt. Van Toorn sagt: „Wenn der Klub es so möchte, dann werde ich Robben nicht mehr behandeln. Dann halte ich mich zurück.“

Michael Knippenkötter

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