Hamit Altintop im tz-Interview: Ich weiß jetzt, was der Trainer will

Altintop im tz-Interview: "Ich weiß jetzt, was der Trainer will"

119.07.10|FC Bayern|12 KommentareFacebook
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München - Im tz-Interview spricht Hamit Altintop über seine Vertragsverlängerung, über den Konkurrenzkampf beim FC Bayern und über sein großes Ziel.

© sampics

Ein ganz ernster Blick: Die nächste Saison bei Bayern wird für Hamit Altintop eine entscheidende sein

Hamit Altintop ist eine der tragischen Bayern-Figuren der letzten Saison! Als es gut lief, war er nicht im Team – und kam nicht mehr an den Stars im Mittelfeld vorbei. Nun nimmt er einen neuen Anlauf.

Das tz-Interview:

Herr Altintop, Sie haben Ihren Vertrag um ein Jahr verlängert. Warum?

Altintop: Ich habe im Urlaub die Saison Revue passieren lassen, musste einige Dinge für mich selber klären, mich neu motivieren. Jetzt habe ich um ein Jahr verlängert, ein Jahr, in dem es hoffentlich besser läuft als in der vergangenen Saison.

Wird dies das wichtigste Jahr Ihrer Karriere?

Altintop: Ich setzte mich da nicht unter Druck. Ich sage mir nicht, dass es mein wichtigstes Jahr wäre. Aber mir ist schon bewusst, dass ich richtig Gas geben muss. Ich hoffe, dass ich einen Schritt nach vorne mache, damit ich am Ende sagen kann: Das Jahr war okay.

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Was muss passieren, damit Sie das sagen?

Altintop: Ich wünsche mir natürlich mehr Spielzeit, klar. Und ich will mich als Spieler weiterentwickeln.

Vergangene Saison haben Sie nur sieben Mal von Anfang an gespielt, hatten insgesamt nur 15 Einsätze. Bei wie viel Einsätzen würden Sie sagen: Die Saison war okay.

Altintop: Es geht nicht um eine Zahl, sondern darum, dass ich im Spiel umsetze, was ich kann. Und das war in der Bundesliga nicht oft der Fall. Aber ich habe eben auch nicht viel gespielt.

Warum war das so? War die Konkurrenz zu stark? Oder steht der Trainer nicht auf Ihre Qualitäten?

Altintop: Auf der einen Seite war es natürlich die Konkurrenz. Auf der anderen Seite habe ich auch nicht immer das umgesetzt, was der Trainer wollte. Dann wollte ich wiederum zu viel. Als der Trainer kam, war ich ja zuerst gar nicht eingeplant. Dann durfte ich doch spielen, und dann bin ich viel zu sehr auf das eingegangen, was der Trainer gesagt hat. Dabei habe ich meine eigene Identität vergessen und ignoriert. Das hat mir geschadet. Als ich wieder raus war aus der Mannschaft, haben sie gute Ergebnisse geholt. Da war es dann natürlich schwierig, ins Team zu kommen. Am Ende war das für den Klub und die Mannschaft sehr gut – für mich aber nicht.

Was meinen Sie damit: Ich war nicht geplant?

Altintop: Na ja, geplant ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es war so: Er kannte mich nicht. So kam es mir jedenfalls vor. Aber später hat der Trainer sich überzeugen lassen und mich gebracht. Das war dann absolut fair.

Was heißt, dass Sie Ihre Identität vergessen haben?

Altintop: Ich wollte zu viel. Wenn ich verletzt war, habe ich auf die Zähne gebissen, wollte unbedingt spielen. Wie gegen Wolfsburg und in Dortmund, da habe ich verletzt gespielt, musste dann zur Halbzeit raus. Das war gut gemeint, war aber nicht gut für mich. Da muss ich mir sagen: Hey, manchmal ist weniger mehr!

Auf welcher Position sind Sie am stärksten?

Altintop: Ich denke, dass ich auf allen Mittelfeldpositionen spielen kann.

Ist es ein Problem, dass im rechten Mittelfeld Robben gesetzt ist?

Altintop: Was heißt Problem? Manch einer hatte in der letzten Saison zusätzlich zu seinen Qualitäten auch ein wenig Glück. Vielleicht habe ich das ja dieses Jahr. Und es gibt immer Formschwächen oder Verletzungen. Auch wenn ich das niemandem gönne.

Sehen Sie eine realistische Chance, Robben zu verdrängen?

Altintop: Wenn es so läuft wie im letzten Jahr, wird es schwierig.

Arjen Robben: Seine größten Geniestreiche

Welches Ziel haben Sie  für Ihre Karriere?

Altintop: Ich war einmal im Champions-League-Finale. Jetzt will ich das natürlich auch gewinnen.

Was ist dieses Jahr anders?

Altintop: Es ist schon deshalb anders, weil wir jetzt das Spielsystem kennen, den Trainer einschätzen können. Ich bin mental und körperlich in einer ganz anderen Verfassung als im letzten Jahr. Und ich weiß jetzt, was der Trainer auf dem Platz will. Das sind alles Vorteile.

Macht van Gaal Sie stärker?

Altintop: Er hat mir in jedem Fall viel gegeben. Das sieht man doch auch an den anderen Spielern. Auch bei der WM. Da haben sich die Spieler des FC Bayern ganz gut geschlagen. 

Interview: Jan Janssen 

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