Augsburg - Nach Jogi Löws Absage könnte FCA-Knipser Michael Thurk immer noch für Italien und Serbien bei der WM stürmen. Sogar ein Löwe ergreift für ihn Partei. tz-online hat nachgeforscht.

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Michael Thurk führt die Torschützenliste mit 20 Treffern an
Mit 20 Toren führt Michael Thurk die Torjägerliste der 2. Bundesliga meilenweit an. Mit jedem Treffer wird seine Chance ein kleines bisschen größer, bei der WM in Südafrika zu spielen. Allerdings nicht für, sondern höchstens gegen die deutsche Nationalmannschaft.
Das deutsche Trikot wird sich der Goalgetter (24 Pflichtspieltreffer in der laufenden Saison) dort nicht überstreifen. Bundestrainer Joachim Löw hat Thurk über die tz schon eine definitive Absage erteilt. "Für die WM wird Michael Thurk kein Thema sein", sagte Löw, auch wenn er einräumte: "Michael Thurk schätze ich als Typ und als Spieler. Er spielt in der zweiten Liga hervorragend, ist maßgeblich am Augsburger Erfolg beteiligt."
Für den 33-Jährigen ist die Absage kein Problem. Schließlich hat er sich gleich bei drei Ländern ins Spiel gebracht. "Wie für Löw gilt auch für die anderen Nationaltrainer, dass sie mich immer erreichen können. Mein Handy hat immer Akku", sagte er der Sport Bild und zeigte seine drei Optionen auf: Er könnte nicht nur für Deutschland spielen, sondern sich auch eine Einbürgerung nach Serbien oder Italien vorstellen. Seine Frau ist Serbin, sein Vater hat italienische Wurzeln.
"Wir haben zu viele gute Spieler in Serbien", sagt Petar Radenkovic. Er ist nicht nur eine Torhüter-Legende des TSV 1860, sondern auch als Delegationsmitglied beim serbischen Verband tätig. "Es gibt viele Kandidaten, und dass er auch dazugehört, ist klar. Der Trainer muss entscheiden, wer in sein Konzept passt."
Ein Noch-nicht-Landsmann von Thurk aus Serbien geht da schon weiter: "Thurk könnte Serbien natürlich helfen", sagt Srdjan Baljak. Der Angreifer (inzwischen MSV Duisburg) war Thurks Nachfolger im Sturm beim FSV Mainz 05. Baljak macht sich zwar selbst noch ganz leise Hoffnungen auf die WM ("Ein Traum für jeden Spieler"), aber für Thurk könnte der Traum wohl eher wahr werden. Auch der serbische Nationalspieler Antonio Rukavina (TSV 1860) zeigt sich tief beeindruckt. "Ein super Stürmer" sei Thurk, so Rukavina zu tz-online.
Nun ist es am serbischen Nationaltrainer Radomir Antic, sich Gedanken zu machen. "Zum momentanen Zeitpunkt können wir dazu keine Aussage machen", sagte ein Sprecher des serbischen Verbands auf Anfrage und merkte an, man könne möglicherweise in einer Woche mehr sagen. Bliebe noch Italien, wo an Top-Stars nicht gerade ein Mangel herrscht. Auch beim dortigen Verband hält man sich bedeckt. Auf Anfrage von tz-online.de lässt Nationaltrainer Marcello Lippi ausrichten, dass er sich momentan zur Personalie Thurk nicht äußern wolle.
Träumen darf also weiter erlaubt sein - auch bei einem seiner Offensiv-Mitstreiter: Marcel Ndjeng. Der Trainerstab der Nationalmannschaft Kameruns beobachtet derzeit in Deutschland potenzielle WM-Fahrer, wie Team-Manager Martin Etonge gegenüber tz-online.de bestätigt.
Konkrete WM-Chancen für den Augsburger Flügelspieler mag Etonge indessen nicht nennen. Aber das kennen wir ja bereits vom Fall Thurk...
Armin Linder/kim



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