5112.05.08|Fußball EM 2008|2 Kommentare
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Wien - Ein Kunstwerk braucht viel Geduld, wenig Schamgefühl und muss mit Kälte umgehen können - zumindest wenn Menschen das Motiv sind.

© dpa
1840 machten sich für die Kunst nackt.
1840 Freiwillige kommen bei sonnigem Frühlingswetter am Sonntagmittag in das Wiener Ernst-
“Wenn ich in Amerika mit Nackten in ein Stadion ginge, würden die mich sofort festnehmen“, sagt Tunick. Mit seinen Aktionen mit nackten Menschenmassen, die er “Körperlandschaften“ oder “soziale Plastiken“ nennt, ist er schon um die ganze Welt gezogen. Die bisher größte entblätterte Menschenmenge fotografierte er mit 18 000 Freiwilligen in Mexiko-
“Ich finde Nacktheit ein gutes Prinzip“, sagt ein 35-
“Nicht lachen“, “Arme wie ein Flugzeug ausbreiten“ oder “Hände an den Körper“ kommandiert Tunick im Stadion. Die Menschen stellen sich auf die Sitze, beugen sich darüber oder posieren mit Fußbällen am Rande des Spielfelds. Der für die EM präparierte Rasen ist tabu, da die UEFA am Montag das Stadion offiziell übernimmt. Immer wieder muss der Künstler disziplinieren, Anweisungen wiederholen oder Störenfriede wegschicken. Dann heißt es “Don't move - nicht bewegen“ und die Auslöser der Kameras klicken.
Es sind überwiegend junge Leute, die sich im Sinne der Kunst in Wien entblättern. Mit der Zeit wird die Zahl der Frauen aber immer weniger. “Die haben mehr gefroren“, sagt Kunsthallen-
Vor dem Stadion sehen die vielen Schaulustigen das Ganze kritischer. “Wozu soll das gut sein“, sagt eine ältere Frau. Für sie komme so etwas nicht infrage, ab einem gewissen Alter sollte man besser die Kleidung anbehalten. “Ah geh, lauter Nackerte im Stadion“, schimpft ein grauhaariger Österreicher mit Lederweste. Aber kurz schauen würde er doch ganz gerne. “Entweder mitmachen oder draussen bleiben“, wiederholt ein Ordner immer wieder. Sicher auch Voyeurismus hat viele Interessierte zum Stadion getrieben - während der stundenlangen Aktion verliert sich dieser jedoch schnell. “Ich glaube, ich kann die nächsten Wochen niemand Nacktes mehr sehen - mit Erotik hat das bestimmt nichts zu tun“, stellt ein Teilnehmer nach der Kunstaktion fest.
Quelle: DPA

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