Comeback von Michael Schumi Schumacher bei Mercedes in Formel 1 perfekt

Schumi-Comeback bei Mercedes perfekt

123.12.09|Sport|45 Kommentare
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Stuttgart - Die Sensation ist perfekt: Michael Schumacher kehrt nach über drei Jahren in die Formel 1 zurück und wird für den deutschen Rennstall Mercedes Grand Prix um seinen achten WM-Titel fahren.

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Nach wochenlangem Rätseln gab der schwäbische Automobilbauer den höchst spektakulären Coup einen Tag vor Heiligabend bekannt. Der siebenfache Weltmeister hat bei Mercedes einen Vertrag als Fahrer über drei Jahre unterzeichnet, wie er am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz bekannt gab. “Ich bin voll Energie und Tatendrang“, sagte Schumacher, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird. Sein Ziel sei es selbstverständlich, in der kommenden Saison Rennen zu gewinnen. Die Trennung von Ferrari sei ihm nicht leicht gefallen, man habe sich jedoch nach sehr offenen und freundschaftlichen Gesprächen einvernehmlich getrennt. Das erste Formel-1-Rennen im Mercedes-Cockpit ist nun am 14. März in Bahrain geplant. Medienberichten zufolge soll Schumacher für ein Jahr sieben Millionen Euro bezahlt bekommen.

Für Schumacher, der bei seinem 251. Rennen am 14. März in Bahrain 41 Jahre alt sein wird, schließt sich damit gewissermaßen auch ein Kreis: Vor knapp 20 Jahren verpflichtete Mercedes mit seinem damaligen Schweizer Partner Peter Sauber den Kerpener als Werksfahrer in der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

Schumis Karriere in Bildern

In den Tagen und Wochen zuvor hatten weder Schumacher noch Mercedes klare Aussagen getroffen, Dementis blieben ebenso aus wie Bestätigungen. Erst Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sprach offen von Schumachers Absicht und Möglichkeit, für Mercedes 2010 ein Comeback zu geben. Von der Scuderia hatte Schumacher Grünes Licht bekommen, er war seit dem Rücktritt nach seinem letzten Rennen am 22. Oktober 2006 als Berater für Ferrari tätig. Und nun wird er bei einem der Erzrivalen Gas geben, 1240 Tage nach seinem bis dato letzten wird er beim Saisonauftakt in der Wüste von Sakhir erneut in der Startaufstellung stehen. Zusammen mit Nico Rosberg wird Schumacher das deutsche Duo im Mercedes-Werksteam bilden - erstmals werden damit zwei Piloten mit Kennzeichen D für den selben Rennstall antreten.

Die Formel-1-Weltmeister der letzten 40 Jahre

Für Mercedes soll es auch die Renaissance des Silberpfeil-Mythos werden. 1955 hatte Juan Manuel Fangio den bis dato letzten WM-Titel für ein werkseigenes Team des schwäbischen Autobauers eingefahren, der erst am Montag auch noch die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Öl- und Gasunternehmen Petronas aus Malaysia als neuer Hauptsponsor bekanntgegeben hatte. Für Schumacher wird die Mercedes-Zeit auch zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten - und vor allem Erfolgsgaranten. Teamchef Ross Brawn begleitete Schumacher schon bei Ferrari, damals als Technischer Direktor - fünf WM-Titel in Serie von 2000 bis 2004 waren die erfolgreiche Ausbeute der gemeinsamen PS-Jagd. Seine beiden ersten WM-Triumphe hatte Schumacher 1994 und 1995 im Benetton Renault gefeiert. 1996 wechselte er dann bis zum Rücktritt im Oktober 2006 zu Ferrari. Für die Scuderia wollte er bereits im Sommer ins Cockpit zurückkehren.

Schumis alter Arbeitgeber: Mythos Ferrari

Der Unfall von Kumpel Felipe Massa, die Loyalität zur Ferrari-Familie - Schumacher versuchte es, scheiterte aber. Die Schädelbasisverletzung, die er sich bei einem Motorradunfall am 11. Februar im spanischen Cartagena zugezogen hatte, war noch immer nicht ausgeheilt. Schumacher musste schwersten Herzens absagen. “Ich fühle mich nicht in der Lage, jetzt über die Zukunft nachzudenken“, sagte Schumacher am 12. August in einem Genfer Nobelhotel. “Es ist vielleicht der härteste Moment, den ich in meiner Karriere hatte.“ Es nicht zu Ende bringen zu können - für Schumacher wohl ein unerträglicher Zustand. Zumal er wieder richtig Lunte gerochen hatte, nachdem er in einem zwei Jahre alten Ferrari nach langer Zeit wieder Runden drehen konnte.

Die Boxenluder der Formel 1

Der Formel 1, die 2009 mit dem Duell von Weltmeister Jenson Button und dem Heppenheimer Sebastian Vettel eine spannende Saison erlebt hatte, steht durch die Schumacher-Verpflichtung nun ohne Zweifel ein Hype bevor. “Zampano“ Bernie Ecclestone hatte schon von einer “magischen“ Rückkehr des Rekordsammlers geschwärmt. “Ich fänd's klasse“, hatte auch schon Rosberg mehrfach mitgeteilt, nachdem sich die Anzeichen für das Sensations-Comeback immer mehr verdichtet hatten, ehe Mercedes den PS-Fans gerade noch rechtzeitig vor der Bescherung die ersehnte Nachricht auf dem Gabentisch präsentierte.

dpa/ap

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