308.05.10|FC Bayern|21 Kommentare
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München - Der Stadionstreit zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München spitzt sich zu. Die Löwen sollen ihren Zahlungsverpflichtungen als Mieter der Allianz Arena nicht mehr nachkommen.

© Sampics
Die Allianz Arena: Zankapfel zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860.
Seit Wochen streiten beide Vereine über das Catering in dem gemeinsam genutzten Stadion, in dem der TSV 1860 München seit 2006 nach dem Verkauf seiner Anteile an die Bayern für elf Millionen Euro nur noch Mieter ist. Der Rekordmeister und die Stadion GmbH haben die “Löwen“ wegen ausstehender Catering-Zahlungen in Höhe von 500 000 Euro verklagt. 1860 sieht in den Catering-Vereinbarungen Verstöße gegen das Kartellrecht seitens des FC Bayern. Am Samstag war beim Zweitligisten niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Nach Angabe von Arena-Manager Kerspe zahlt der TSV 1860 seit dem Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli am 7. März “keinen Euro mehr - keine Catering-Kosten und auch keine Miete“. Da bei jedem Heimspiel zehn Prozent des Bruttoumsatzes der Ticket-Einnahme als Miete fällig seien, in der Regel etwa 20 000 Euro pro Spiel, würden der GmbH neben den inzwischen rund 500 000 Euro für die Bewirtung mit dem abschließenden Sonntagspiel gegen Union Berlin weitere 120 000 Euro auf dem Konto fehlen, erläuterte Kerspe.
“Nach mehreren Mahnungen“, so Kerspe, habe schließlich 1860- Geschäftsführer Manfred Stoffers am 23. April dieses Jahres mitgeteilt, “dass der TSV 1860 erhebliche Forderungen gegen uns haben würde, wenn sie den Catering-Prozess gewinnen würden“. Stoffers hatte sich damals zuversichtlich geäußert, sein Verein werde den Prozess gewinnen, “und auf diese Weise haben wir leichteren Zugang zu dem Geld“.
Die Löwen haben auf die neuen Statments reagiert und schickten am Samstagnachmittag eine Pressemitteilung heraus. Hier der genaue Wortlaut:
Klarstellung zum Catering-Streit zwischen Allianz Arena und 1860 München
Zu den Hinweisen des Präsidenten des FC Bayern München e. V., Ulrich Hoeneß, und dem Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH (AAMSG), Peter Kerspe, zu den von 1860 München einbehaltenen Zahlungen stellen wir klar:
Schon am 25. April haben wir eingehend zu dieser Thematik auch öffentlich Stellung bezogen. Entscheidend ist, dass wir bereits damals unserem Vermieter vorgeschlagen haben, diese Zahlungen auf ein neutrales Konto zu überweisen, auf welches diejenige Partei Zugriff erhält, welche den Prozess gewinnt. Dies mag ein untrüglicher Hinweis darauf sein, dass wir zahlungsbereit sind, allerdings unsere berechtigten und rechtlich fundierten Interessen nicht vernachlässigen wollen und im Sinne unseres Unternehmens auch nicht vernachlässigen dürfen. Bis heute hat die AAMSG dieses Angebot nicht reagiert. Inzwischen haben sich keine neuen Sachverhalte ergeben. Deswegen können wir an dieser Stelle unsere Sachdarstellungen im Wesentlichen nur wiederholen:
Dem Rat unserer Anwälte folgend haben wir die Zahlungen an die AAMSG eingestellt, um unsere Ansprüche, die sich aus den anhängigen Rechtsstreiten ergeben, zu sichern. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich insbesondere aus der Tatsache, dass der FCB in jüngster Zeit mehrfach öffentlich betont hat, das Mietverhältnis zeitnah beenden zu wollen. Wenn dies tatsächlich der Fall wäre, müsste der TSV 1860 im Fall des Prozess-Gewinns befürchten, Ansprüche nicht zeitnah durchsetzen zu können.
Unrichtig ist die in der Presse geäußerte Behauptung, 1860 München würde seit zwei Monaten keine Miete zahlen. Die wesentlichen fixen Mietbestandteile wurden vorab halbjährlich entrichtet. Die nächste wesentliche Mietvorauszahlung in Höhe von 1,0 Mio. € wird erst in der neuen Saison fällig.
Sowohl die AAMSG als auch ihre Gesellschafter haben von Anfang an jedes Gesprächsangebot unsererseits kategorisch abgelehnt. Zahlreiche schriftliche und verbale Verhandlungsangebote wurden ignoriert. Auch der ausdrückliche Hinweis des Gerichts, den Mietvertrag neu zu verhandeln, wurde abgetan. Insoweit bleibt uns keine andere Möglichkeit, als auf die gerichtliche Klärung der Angelegenheit zu warten.
„Wir haben uns bemüht, die Meinungsverschiedenheiten mit unserem Vermieter nicht in die Öffentlichkeit zu tragen. Leider werden wir durch die Äußerungen der Vermieterseite immer wieder dazu gezwungen“, so Stoffers. Abschließend erklärt Stoffers: „Seit vier Jahren haben wir Beträge in Millionenhöhe ohne entsprechende Gegenleistung gezahlt. Es ist doch nur allzu verständlich, dass wir jetzt versuchen, mit den rechtlich zulässigen Mitteln unser Geld zurück zu bekommen.“
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