München - Dass sich die Bayern von einem Spieler einen Korb holen, passiert nicht alle Tage. Doch jetzt wechselt der Gladbacher Superstar Marco Reus zum BVB. Der Rekordmeister trägt es mit Fassung.

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Reus, der seine Karriere beim Post SV Dortmund begonnen hatte, ist die Entscheidung keineswegs leicht gefallen. „Es wird mir weh tun, dieses für mich wichtige, gute Umfeld zu verlassen. Es war mir wichtig, mit Gladbach fair und offen umzugehen und kein langes Versteckspiel zu treiben“, sagte er. Sportliche Gründe hätten den Ausschlag gegeben, betonte Reus: „Ich habe mich entschieden, dass ich in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen und bei einem Verein spielen möchte, der um die Meisterschaft mitspielt und mir die Garantie gibt, in der Champions League zu spielen. Diese Chance sehe ich in Dortmund.“
Trainer Jupp Heynckes, der mit dem FC Bayern um den Shootingstar gebuhlt hatte, erklärt der tz: "Das ist für mich keine Überraschung, ich habe damit gerechnet. Es gab diesbezüglich einige Faktoren: Erstens kann der FC Bayern Reus bei dem riesigen Konkurrenzkampf hier keine Stammplatzgarantie geben. Und zweitens wohnen ja seine Eltern in Dortmund."
Borussia Dortmund genoss seinen Coup. „Dieser Transfer ist ein Schritt weiter nach vorn für den ganzen Verein. Er zeigt der nationalen und internationalen Konkurrenz, dass der BVB bereit ist, bisher bestehende Grenzen zu überschreiten“, sagte Präsident Reinhard Rauball der Welt, versicherte aber: „Aber wir haben den Transfer nicht getätigt, um irgendeinen anderen Verein zu beeindrucken - auch nicht Bayern München.“
Sportdirektor Michael Zorc sprach vom „absoluten Wunschspieler für die Offensive“ und ergänzte: „Wir freuen uns, dass sich Marco trotz hochkarätiger Konkurrenz für den BVB entschieden hat.“ Klubchef Hans-Joachim Watzke erklärte: „Der Transfer ist aus unseren Rücklagen der letzten Jahre solide finanziert. Marco Reus ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht, und dazu ein echter Dortmunder Junge. Wir holen ihn zurück an den Borsigplatz.“
Gladbachs Manager Max Eberl betonte, der Verein sei für Reus „über seine Schmerzgrenze gegangen“, dennoch habe sich der Spieler für einen Wechsel entschieden. Reus habe „seine Gründe ausführlich erklärt, und ich kann das bei aller Enttäuschung nachvollziehen. Es bringt ja nichts, jetzt zu jammern. Weltklassespieler wollen bei Weltklasseklubs spielen, und Marco Reus ist für mich ein Weltklassespieler.“
Deshalb war wohl auch Bayern München interessiert, aber nicht völlig überzeugt - Sportdirektor Christian Nerlinger hatte nach Abschluss der Hinrunde der Bundesliga erklärt: „Wenn der FC Bayern einen Spieler verpflichten will, wird er ihn auch verpflichten, da spielen, zwei, drei Millionen keine Rolle.“ FCB-Nationalspieler Holger Badstuber reagierte beinahe spöttisch auf den Wechsel von Reus zum BVB: „Vielleicht hat er sich den Schritt zu Bayern auch nicht zugetraut, weil er dringend Spielpraxis braucht“, sagte er Spiegel online.
Reus sagte, er habe die Entscheidung in seinem Weihnachtsurlaub in Dubai getroffen. „Ich habe mich wirklich bis Weihnachten nicht mit diesem Thema beschäftigt, sondern das alles meinem Berater überlassen. Borussia hat mir vor Weihnachten noch einmal ein sehr gutes Angebot für eine Verlängerung meines Vertrags bis 2016 gemacht und dies in dieser Woche noch einmal bekräftigt.“ Diese Bemühung wisse er sehr zu schätzen, denke aber, „dass es für meine Entwicklung der richtige Schritt ist, nach drei Jahren in Mönchengladbach nun zu Borussia Dortmund zu wechseln“.
Reus versicherte zudem, er werde für Mönchengladbach „Gas geben bis zur letzten Spielminute der Saison. Am liebsten würde ich mich hier mit einem Titel verabschieden, und der ist im Pokal ja auch noch drin. Und ich möchte dazu beitragen, dass wir mit der Mannschaft unsere tolle Hinrunde bestätigen.“
sid/jj.
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