528.01.10|FC Bayern|57 Kommentare
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München - Uli Hoeneß glaubt, dass die Zeit der Ernte für den FC Bayern nah ist – sportlich wie gesellschaftlich.

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Hoeneß hat Stars wie Ribery ohne Schulden geholt.
Der Mann lächelte breit, das konnten auch die Dampfwolken nicht verbergen, die vom provisorischen Tablett in seinen Händen heraufwaberten. Ihm wurde applaudiert, wie er eine ganze Handvoll Bratwurstsemmeln die Stufen im Unterhachinger Sportpark hinauf balancierte, und als er oben angekommen war, gab es eine zünftige Bratwürschtl-
Er hatte sich zur Halbzeitpause zum Essensstand aufgemacht, aber Uli Hoeneß wäre ja nicht Uli Hoeneß, würde er seine Leidenschaft für die Wurst nicht teilen. Und so brachte er den Männern, die neben ihm im Derby Haching – FC Bayern II (0:1) bibberten, jeweils eine wärmende Verköstigung mit. Thomas Müller, Holger Badstuber und Bastian Schweinsteiger griffen ebenso gerne zu wie Christian Nerlinger.
Die aktuelle Krise sieht er mit Skepsis, gerade Deutschland prophezeit er eine schwierige Phase („Ich denke, die Arbeitslosigkeit wird steigen“) – doch in der Krise sieht er auch eine Chance für den Fußball. Vor allem in den Bereichen, in denen Vernunft vor Verschwendungssucht regiert hat.
„Fußball bietet in schlechten Zeiten Entspannung, Zerstreuung, und er kann Halt geben“, findet Hoeneß, „Fußball kann da ein wunderbares Medium sein. Er hat in der Gesellschaft schon jetzt einen hohen Stellenwert und ich glaube, das wird sich noch steigern. Wir müssen uns unserer sozialen Verantwortung da voll bewusst sein.“
Er sieht die Zeit nahe, um beim FC Bayern den Lohn für solides Wirtschaften einzustreichen. Während in England die ersten Riesen wie Manchester United und der FC Liverpool ins Wanken geraten, „zahlt sich bei uns jetzt aus, dass unser sportlicher Erfolg auf Vernunft basiert. Wahrscheinlich werden wir bald die Früchte ernten, die wir in langer, harter Arbeit gesät haben.“
Hoeneß hat schon öfter orakelt, es werde die internationale Konkurrenz zerreißen, bisher fanden die Real Madrids dieser Welt jedoch stets neue Schlupflöcher. Tatsächlich aber beschreitet sogar ein vermeintlicher Krösus wie Manchester United gerade streitbare Wege, um an Gelder zu kommen.
Die Krise erfasst den Fußball nur langsam – aber sie erfasst ihn. Die Münchner vermeldeten unterdessen gestern, dass ihre Allianz Arena morgen gegen Mainz 05 zum 100. Mal ausverkauft sein wird. Bis zum Saisonende gibt es keine Karten mehr, weder in der Liga noch in der Champions League. „Als ich vor über 30 Jahren als Manager angefangen habe, hatten wir 8000 Mitglieder, jetzt sind es 155 000“, so Hoeneß über ein Pfund, mit dem man wuchern kann.
Zum Thema Allianz Arena hat Hoeneß auch noch eine Anmerkung mit Blick auf den früheren Partner TSV 1860. Die Stadt München habe den Bayern diese Zusammenarbeit „aufgedrängt“, er „verstehe die Kritik nicht“, dass die Beziehung zu Bruch gegangen ist: „Wir haben mit aller Kraft versucht, daraus eine vernünftige Partnerschaft zu machen. Aber eine Partnerschaft funktioniert nur, wenn beide Partner gleich stark sind. Ohne uns gäbe es den TSV 1860 gar nicht mehr.“
Generell glaubt Hoeneß, dass Fußball womöglich noch mehr zieht und verbindet als alles andere auf diesem Sektor. „Speziell die von Doping geprägten Sportarten haben es extrem schwer“, sagt der Bayern-
Von Andreas Werner

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