München - Jörg Butt beendet seine Karriere im Sommer. Wer übernimmt den Job als Nummer 2 beim FC Bayern? Sportdirektor Christian Nerlinger umreißt das Problem. Mehrere deutsche Keeper könnten in den Fokus rücken.

© M.I.S.
Sportdirektor Christian Nerlinger neben Jörg Butt auf der Bank - der Job des Keepers wird im Sommer frei
Am liebsten würden die Verantwortlichen den 37-Jährigen wohl klonen und den zweiten Butt weiter als Ersatzkeeper halten. Doch weil die Tüftler in den Kellerräumen der Säbener Straße 51 noch nicht weit genug sind mit der Entwicklung der Klon-Technologie, muss eine neue Nummer 2 her. Am besten nicht zu teuer. Und mit prächtigen Charaktereigenschaften. Der neue Keeper "muss von vornherein die Rolle hinter Manuel Neuer akzeptieren", stellt Sportdirektor Christian Nerlinger gegenüber der tz klar. Denn Manuel Neuer, da braucht man kein Prophet sein, wird in den kommenden Jahren als Bayern-Stammkeeper nicht wackeln. Insofern darf sich der Ersatzkeeper lediglich auf prächtige Bundesliga- und Champions-League-Reisen als Tourist und auf Gefälligkeitseinsätze im Pokal einstellen. Wenn sich Neuer denn nicht verletzt.
Und da folgt schon das nächste Problem: Der Neue muss stark genug sein, um im Zweifel jederzeit einspringen zu können und Bayern-Niveau zwischen den Pfosten zu bringen. Er sollte im Ernstfall hellwach sein, ohne Uli Hoeneß & Co. auf der Tribüne Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben. Doch Manuel Neuers Knochen sind stabil (keine größere Verletzung in den vergangenen drei Jahren). Und wer tut es sich freiwillig an - und sei es bei einem Welt-Klub wie dem FC Bayern - auf der zweiten Geige zu fiedeln?
Solche Gedanken dürften auch durch den Kopf von Christian Nerlinger gehen. "Er wird nur die Nummer zwei sein!", sagt der Sportdirektor über den möglichen Neuen. "Ich denke aber, dass es für viele Torhüter ein Anreiz ist, hinter einem Manuel Neuer zu stehen. Man wird sich viel von ihm abschauen können, gerade im täglichen Training, auch in den Spielen. Man kann sicher viel von ihm lernen."
Denkbar hingegen ist, dass die Bayern bei Kevin Trapp noch mal ernst machen. Der 21-Jährige hat sich beim 1. FC Kaiserslautern etabliert und wurde schon vor Monaten in München gehandelt. Damals sagte er den Bayern öffentlich ab.
Ähnlich stark, ähnlich alt und ähnlich interessant: Freiburg-Stammkeeper Oliver Baumann (21, Vertrag bis 2015), der insbesondere bei einem Abstieg der Freiburger ein Thema werden könnte. "Es gab bisher keinen Kontakt", erklärt dessen Berater, Ex-Bundesliga-Profi Thomas Vogel, auf tz-online-Anfrage. Anhören würde man sich ein Angebot allemal. "Letztendlich ist es Bayern München, und beim Butti, mit dem ich beim HSV noch zusammengespielt habe, hat man ja auch gesehen, wie sich das entwickeln kann." Auch der gebürtige Münchner Raphael Wolf (23), der in Kapfenberg in der ersten österreichischen Liga Top-Leistungen bringt, könnte ein Kandidat werden.
Die zahlreichen Optionen wird nun auch Nerlinger in Absprache mit Trainer Jupp Heynckes sichten. "Wir haben noch nicht über einen neuen Torwart gesprochen, wir haben auch den Markt noch nicht weiter danach sondiert", erklärt der Sportdirektor und kündigt an: "Das wird in den nächsten Wochen passieren."
mic/al



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.