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Entsetzen über Lorants Türken-Schelte

Entsetzen über Lorants Türken-Schelte

Werner Lorant hat wieder verbal zugeschlagen! Beinhart, wie wir ihn kennen. Keine Rücksicht auf Verluste! Und wieder herrscht Entsetzen über seine Äußerungen.

Werner Lorant arbeitete in seiner langen Karriere schon bei vier türkischen Vereinen: Fenerbahce ­Istanbul, Sivasspor, Kayseri und Kasimpaşaspor.

© dpa

Werner Lorant arbeitete in seiner langen Karriere schon bei vier türkischen Vereinen: Fenerbahce ­Istanbul, Sivasspor, Kayseri und Kasimpaşaspor.

Seine Opfer: die türkischen Spieler, der türkische Nationaltrainer, der türkische Fußball…

„Sie sind faul und überheblich!“, wettert der ehemalige Löwen-Coach in der Sportbild über die Spieler. Attacke 1! Zu viel Lob, zu viel Geld, erklärt Lorant: „Plötzlich brauchen sie nicht mehr laufen. Nicht mehr trainieren. Sich nicht mehr den A… aufreißen. Das können schön die Jüngeren machen.“

Bei vier türkischen Vereinen hat Lorant an der Seitenlinie sein strenges Regiment geführt: bei Fenerbahce Istanbul, Sivasspor, Kayseri Erciyesspor und Kasimpasaspor. Vier Saisons in der türkischen Süper Lig: Eigentlich sollte er es wissen…

Doch seine Angriffe bringen türkische Fußball-Funktionäre in Deutschland auf die Palme: „Das ist alles Schmarrn!“, schießt Mustafa Cukur (42), Präsident des Münchner Bezirksligisten ATA Spor, zurück. „Auch in der deutschen Bundesliga verdienen die Spieler Geld ohne Ende“, argumentiert der Kaufmann. Cukur kennt Lorant persönlich und weiß: „Er ist eigensinnig. Aber wir verstehen uns normalerweise gut.“ Doch das versteht er nicht…

Attacke 2: Nationaltrainer Fatih Terim „hat in der Mannschaft nichts zu sagen, das Kommando haben die älteren Spieler, die in der Türkei spielen. Sie wollen alles mitbestimmen. Was sie sagen, ist Gesetz.“

Kopfschütteln bei Cukur: „Jeder Türke hat vor Terim Respekt. Er ist ein harter Mensch und hat Ordnung in den türkischen Fußball gebracht. Er macht es richtig“, kontert er.

Doch das war ja noch nicht alles. Attacke 3: Für die EM in Österreich und der Schweiz sieht Lorant rabenschwarz, denn Portugal, die Schweiz und Tschechien sind die Gegner in der Gruppenphase. Lorant versteht die Euphorie der Türken daher nicht: „Sie werden schon in der Vorrunde scheitern. Punkt.“ Was? „Wir überstehen die Vorrunde hundertprozentig“, sagt Cukur: „Davon bin ich überzeugt.“ Für Lorant hingegen war schon Platz drei bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea „nur Zufall. Reiner Zufall!“

Cukur: „Nein, das stimmt nicht. Wir mussten immerhin zwei Mal gegen Brasilien spielen. Das war kein Glück. Wir haben gut gespielt.“

Jetzt reicht es dem Münchner Vereinspräsidenten. Genug der Kritik! „Das ist alles Schmarrn!“, wiederholt er. „Die Türkei gibt sich viel Mühe, wir wollen etwas erreichen. Das ist gut so. Wir stehen hinter der Nationalmannschaft. Lorant soll sich um seine eigenen Sachen kümmern, nicht um uns.“

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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