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FC Bayern Basketball: Sind ein Teil Münchens geworden

"Wir sind ein Teil Münchens geworden"

München - Beim Zuschauerzuspruch sind Bayerns Basketballer schon die Nummer drei in München – sportlich will man nun nachziehen.

Nein, natürlich haben die Verantwortlichen der Basketballer des FC Bayern keine ernsten Zweifel gehabt. Aber man weiß ja nie, Bernd Rauch schnaufte nach der Schlusssirene deshalb lieber einmal tief durch. Und dabei war es nicht nur das standesgemäße 101:78 seiner Korbjäger über die BG Göttingen – vor allem der Blick auf die Tribünen erleichterte den Klub-Vize. „6 500 Zuschauer gegen den Tabellenletzten“, staunte Rauch, „das zeigt, dass uns nicht nur das schlechte Spiel gegen Tübingen verziehen worden ist – es zeigt, dass wir ein Teil Münchens geworden sind. Eine wunderbare Entwicklung.“

In der Tat: Trotz des wechselhaften Saisonverlaufs sind bislang im Schnitt 5849 Zuschauer zu den Heimspielen geströmt. Schon jetzt ist der BBL-Neuling damit ligaweit die Nummer drei hinter den Platzhirschen ALBA Berlin (11 096) und Brose Baskets Bamberg (6 794). Tendenz steigend, auch das nächste Heimspiel gegen den Überraschungs-Zweiten Ulm (15. Februar, 19.30 Uhr) ist schon jetzt nahezu ausverkauft. Und sportlich? Wächst bei den Bayern wieder einmal die Überzeugung, dass nun doch alles anders werden könnte.

Sicher, derartiges hatte man in dieser so wechselhaften Saison schon desöfteren gehört. Doch zumindest die Argumente sind nun andere. Glaubt man Rückkehrer Bastian Doreth, dann könnte vielleicht sogar die deutliche Abfuhr in Tübingen ein Schlüsselerlebnis gewesen sein. „Da hat jeder verstanden, dass wir eine Schippe drauflegen müssen“, sagte der Spielmacher, der gegen Göttingen seine viereinhalb Monate währende Verletzungspause beendete, „ich denke, dass das auch im Training schon ziemlich deutlich geworden ist.“

Und ganz nebenbei könnte es sich natürlich auch als förderlich erweisen, dass sich die Konkurrenzsituation im Kader erhöht. Rückkehrer wie Je’kel Foster erreichen langsam aber sicher die alte Form. Und eine ganz neue Situation nimmt Formen an: Wenn in diesen Tagen Jan Jagla (Knie) wieder ins Training eingreift, dann könnte zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison der komplette Bayern-Kader versammelt sein.

Wobei Trainer Dirk Bauermann dem unewohnten Frieden noch nicht ganz trauen will. „Es bringt nichts, auf Dinge zu hoffen, auf die man selbst überhaupt keinen Einfluss hat“, befand der Bayern-Coach, „aber natürlich wäre es schön und hilfreich, wenn wir personell mal etwas Ruhe und Stabilität reinbekommen würden.“

Zumindest bis zum Samstag können die Münchner vor diesem Hintergrund wieder einmal auf bessere Zeiten hoffen. Dann allerdings steht die nächste der bislang so wenig erfreulichen Nagelproben in fremder Halle an. Um 20 Uhr müssen die Bayern beim TBB Trier ran.

Von Patrick Reichelt

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